Marpingen plant Erweiterungsbau und Ausbau der Kinderbetreuung

Bildung als Schwerpunkt : Marpingen erweitert die Kinderbetreuung

Das Kinderhaus in Alsweiler hat seine räumlichen Kapazitätsgrenzen erreicht. Nun soll ein zweistöckiger Anbau mehr Platz schaffen – jedenfalls vorübergehend.

Die Marpinger Gemeindeverwaltung möchte in diesem Jahr ihre Kinderbetreuung ausbauen und das Kinderhaus in Alsweiler erweitern. „Wegen anhaltend hoher Geburtenzahlen und weil immer mehr Eltern unsere Kinderbetreuungseinrichtungen in Anspruch nehmen, hat das Kinderhaus in Alsweiler seine räumlichen Kapazitätsgrenzen erreicht“, erklärt Marpingens Bürgermeister Volker Weber (SPD). Um die Qualität der Betreuung im Kinderhaus zu halten, möchte er hier gegensteuern und mit einem Erweiterungsbau neuen Platz schaffen sowie neue Kita- und Krippengruppen einrichten.

Im kommunalen Kinderhaus in Alsweiler sind zurzeit mehrere verschiedene Betreuungseinrichtungen untergebracht. Neben kommunalem Kindergarten und Kinderkrippe, ist dort auch der Kinderhort und ein Teil der Gruppen der freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) der Marpinger Grundschule zu Hause. Letztere soll auf lange Sicht vollständig in einem neuen Grundschulgebäude untergebracht werden, das sich zurzeit in der Planung befindet. „Bis eine neue Grundschule gebaut ist, werden aber noch einige Jahre ins Land gehen“, erklärt Bürgermeister Weber. So lange möchte und könne man mit einer Erweiterung aber nicht warten. „Wir möchten heute schon möglichst allen Eltern und Kinder aus der Gemeinde einen Kita- und Krippenplatz bieten, die einen Platz in Anspruch nehmen möchten“, betont der Rathauschef.

Die Gemeindeverwaltung möchte deshalb neben dem Kinderhaus übergangsweise ein neues, zweistöckiges Gebäude in modularer Bauweise errichten. Dort sollen die älteren Kinder der FGTS und des Kinderhortes für einige Jahre unterkommen, bis eine neue Grundschule gebaut ist. Die speziellen Container sollen kindgerecht ausgebaut und an die Bedürfnisse der Betreuung angepasst werden. „Wir reden hier nicht von billigen Blechhütten, sondern von speziell für diesen Zweck entworfenen Modulen, in denen die Kinder gut untergebracht werden“, stellt Weber klar. Im Kinderhaus selbst solle gleichzeitig der Kindergarten und die Kinderkrippe erweitert werden. Die Einrichtung von zwei Krippengruppen und einer Regelgruppe für insgesamt rund 50 Kinder ist geplant. Zusätzlich sollen auch sechs neue Stellen für Erzieher geschaffen werden.

456 000 Euro möchte die Gemeinde nach jetziger Planung in die räumliche Erweiterung des Kinderhauses investieren. Hinzukommen noch die Kosten für die Einrichtung der neuen Gruppen und die zusätzlichen Erzieher. „Das ist eine hohe Summe“, sagt der Bürgermeister, „aber das sollte uns die weiterhin gute Qualität unserer Kinderbetreuungseinrichtungen unbedingt wert sein.“ Die Zahl der Kinder in den Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinde ist in den vergangenen Jahren sehr stark angestiegen. Besuchten 2015 noch 185 Kinder den kommunalen Kindergarten und die Kinderkrippe, so waren es 2019 bereits 250 Kinder. Der Bedarf ist vor allem im Bereich der unter Dreijährigen weiter steigend. „Auch die Kapazitätsgrenzen der konfessionellen Kinderbetreuungseinrichtungen in der Gemeinde Marpingen sind erreicht und werden den Bedarf in den kommenden Jahren alleine nicht mehr decken können“, ist Weber überzeugt.