Kriminell charmant

Marpingen. Aus allen Nähten zu platzen drohte das Kulturzentrum Alte Mühle in Marpingen, wo das Ensemble "A caBella" seine "dunklen Seiten" offenbarte. Dicht gedrängt saßen oder standen die Besucher, um die "Lebensbeichten" der vier Damen und ihrer "Komplizen", den Mitgliedern des Klarinettenquartetts Schaumberger Land, anzuhören

Marpingen. Aus allen Nähten zu platzen drohte das Kulturzentrum Alte Mühle in Marpingen, wo das Ensemble "A caBella" seine "dunklen Seiten" offenbarte. Dicht gedrängt saßen oder standen die Besucher, um die "Lebensbeichten" der vier Damen und ihrer "Komplizen", den Mitgliedern des Klarinettenquartetts Schaumberger Land, anzuhören.Das Programm erwies sich nicht nur als ungemein kurzweilig und mit viel hintergründigem Humor gespickt. Es kamen auch einige interessante Details aufs Tableau. So erfuhren die Besucher zum Beispiel, dass der seit Jahrzehnten untergetauchte, mysteriöse "Dritte Mann" inkognito als Klarinettist anwesend war. Auch "Macky Messer" war bereits mit einer den A caBella-Girls liiert und der "Kriminal Tango" wurde nirgendwo anders getanzt als in der Taverne der Alten Mühle. Wie sich Kriminelle fortbilden, erfuhren die Konzertbesucher mit dem Ohrwurm "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett." Aber noch ein anderes Rezept wurde preisgegeben, nämlich, wie man sich als Frau ganz galant unliebsame Männer vom Halse schafft. Das wurde in der Moritat von "Mariechen" geradezu erschreckend deutlich. Die Strafe folgte auf dem Fuße. Am Ende blieben - für die Zuhörer völlig unerwartet - nur noch Reue und Träume von besserem Leben übrig, alles hübsch in teils turbulente Noten verpackt: "Mit 17 hat man noch Träume", "All I have to do is dream" und "Heimweh". Diese Titel waren jedoch weit davon entfernt, eine sentimentale Stimmung aufkommen zu lassen. Dafür sorgten schon die eigenwilligen Interpretationen der Kompositionen, die, gepaart mit einer recht sparsamen, aber in einer überaus prägnanten Choreographie, gekonnt dargeboten wurden. Bekannte Filmmelodien von "Pink Panther" über "Derrick" und "Miss Marple" sowie Balladen aus der "Dreigroschenoper" wurden vom Klarinettenquartett beschwingt und locker interpretiert.Das begeisterte Publikum sparte am Schluss des Konzertes nicht mit Applaus und bedankte sich auf diese Weise für so manche Lachträne. Die geforderten Zugaben wurden selbstverständlich gewährt, sowohl vom Ensemble A caBella als auch von den Klarinettisten. Für alle, die an dem Abend keine Zeit hatten oder einfach nicht mehr in die Alte Mühle hineinpassten, wird schon jetzt auf die Wiederholung dieser raffiniert inszenierten Nacht mit ihren "Kriminellen Machenschaften" am Samstag, 8. November, an gleicher Stelle hingewiesen.