Kinder- und Jugendgruppe des Theater- und Karnevalvereines Alsweiler

Theater : Rumpel und Stilzchen handeln mit Drogen

Kinder- und Jugendgruppe des Theater- und Karnevalvereines Alsweiler präsentiert das Stück „Grimmskram“ vor 100 Zuschauern.

Unterschiedliche Problemfelder des Schulalltages sind  auf etwas ungewöhnliche Art angesprochen und behandelt worden. Die Kinder- und Jugendgruppe des Theater- und Karnevalvereines Alsweiler setzte mit der Aufführung des Theaterstückes „Grimmskram“ diese Themen mit allseits bekannnten Märchenbuchdarstellern in modernen Rollen in die heutige Zeit um. Mobbing in der Schule, Drogenkonsum, Pubertät, Zickenkrach, Stress im Elternhaus – Gregor und Greta Grimm, die Nachfahren der berühmten Gebrüder Grimm, erzählten den rund 100 Besuchern im Alsweiler Pfarrheim in dem Zweiakter von Julia Gastel ihr eigenes Märchen. Alles beginnt auf einem ganz gewöhnlichen Schulhof im Jahre 2018. Die Menschen, denen Gregor und Greta dort begegnen, sind den Figuren aus Märchen der Gebrüder Grimm überraschend ähnlich. So erinnert die Oberzicke der Schule als eingebildete Heranwachsende mit ihren blutroten Lippen an Schneewittchen, der ein jeder zu Füßen liegen soll. Der Neue – von seinen Mitschülern „Schneider“ in Anlehnung an das „Tapfere Schneiderlein“ genannt – hatte angeblich schon sieben Freundinnen zugleich. Die Lehrerin Frau Stief ist an hexenhaft bösem Verhalten kaum zu überbieten. Mit Pillen und Powerdrinks handeln Rumpel und Stilzchen. Und noch weitere Märchenfiguren, die an Rapunzel, Cinderella, Dornröschen und Rotkäppchen erinnern, geben sich unter den  Schülern zu erkennen. Das Schulleben gerät durch diese Kids und ihre Taten gehörig aus den Fugen. Es ergibt sich eine verstrickte Geschichte um Schulaufgaben, einen großen Maskenball, einen Apfel und auch einen unendlichen Schlaf. In zeitlichen Abständen von Thema zu Thema werden die jeweiligen Spielszenen unterbrochen, alle Darsteller halten inne in ihrer Bewegung, während Gregor und Greta das Geschehene besprechen und kommentieren.

„Wir haben vor etwa drei Monaten mit den Proben zu unserem Theaterstück begonnen und uns meistens zweimal wöchentlich getroffen“, berichtet der verantwortliche Spielleiter Moritz Neis. „Das war nun unser drittes Stück, das wir im dritten Jahr seit Bestehen der Gruppe aufgeführt haben. Den Jugendlichen fällt das Schauspielern dabei zunehmend leichter“, so Neis weiter. Und in der Tat begeisterten die zehn jungen Laienschauspieler im Alter von zehn bis 14 Jahren. Sie alle präsentierten sich nach Ende der Aufführung gemeinsam dem Publikum und erhielten ihren wohlverdienten Applaus.

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