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Jetzt gilt's: Wer wird Laubs Nachfolger?

Jetzt gilt's: Wer wird Laubs Nachfolger?

Drei Bewerber wollen Chef im Marpinger Rathaus werden. Volker Weber (SPD), Manfred Wegmann (CDU) sowie Sabine Nowaczyk (parteilos) treten an. Falls am Sonntag keiner die absolute Mehrheit erhält, kommt es in zwei Wochen zur Stichwahl.

Zwei Auffälligkeiten hat die an diesem Sonntag bevorstehende Direktwahl des Marpinger Bürgermeisters schon vor dem eigentlichen Urnengang: zum einen die am Jahresanfang überraschende Kandidatur der Parteilosen Sabine Nowaczyk; zum anderen die hohe Zahl derer, die ihre Stimme bereits im Vorfeld per Briefwahl abgaben.

1356 Schreiben registrierte Gregor Hinsberger bis Freitagabend. Der Wahlleiter: "Das sind weitaus mehr als bei der letzten Bürgermeisterwahl vor acht Jahren." Damals seien es zum gleichen Zeitpunkt 915 Stimmzettel gewesen, die Wähler ans Wahlbüro zurückgesandt hatten. Und beim Vergleich der Wahlberechtigten heute und damals ist der Unterschied noch eklatanter: 2007 zählte die Gemeinde 9200 Menschen, die zur Wahl aufgerufen waren. Diesmal sind es laut Hinsberger gerade mal noch 8955.

Der Verantwortliche im Rathaus für den Ablauf des gesamten Prozederes geht davon aus, dass das Interesse deshalb stärker ist als zuletzt, da es auf alle Fälle einen neuen Verwaltungschef geben wird. Amtsinhaber Werner Laub tritt nicht mehr an. Aus Altersgründen verzichtete der 66-Jährige auf eine erneute Kandidatur. Damit hört der Sozialdemokrat am 31. Juli als Bürgermeister auf. Dann war er 26 Jahre im Amt und somit zurzeit der dienstälteste Mann an der Spitze eines saarländischen Rathauses.

Ob bereits an diesem Sonntag die Entscheidung über seine Nachfolge fällt, ist ungewiss. Die beiden Herausforderer Volker Weber (SPD ) und Manfred Wegmann (CDU ) waren sich während der gemeinsamen Podiumsdiskussion von Saarländischem Rundfunk (SR) und Saarbrücker Zeitung (SZ) einig, dass es durchaus in 14 Tagen zu einer Stichwahl kommen kann. Denn neben den beiden Parteikandidaten steht eine unabhängige Bewerberin zur Abstimmung: Sabine Nowaczyk. Auffällig an ihr: Die 52-Jährige aus Schwalbach-Hülzweiler im Landkreis Saarlouis verzichtete gänzlich auf klassische Medienpräsenz, nahm somit auch nicht an der SR-SZ-Talkrunde in Alsweiler teil, wo sich ihre beiden Konkurrenten 90 Minuten den Fragen der Bürger und Journalisten stellten. Sie setzte auf ihre Internetpräsenz und mehrmals wöchentliche Sprechstunden unter freiem Himmel.

Weber, mit 31 Jahren der jüngste Kandidat, klapperte wie sein Kontrahent Wegmann (57) unter anderem die Haushalte ab, um sich vorzustellen. Trotz seines Alters ist Weber bereits seit Jahren in der Politik fest verankert, als Erster Beigeordneter, Kreistagsmitglied in St. Wendel und Vorsitzender der SPD-Linke-Fraktion im Marpinger Gemeinderat. Beruflich ist er als Pressesprecher seiner Partei auf Landesebene tätig.

Wegmann begann seine späte politische Karriere Mitte 2014 zur Kommunalwahl. Seitdem ist er Ortsvorsteher in Marpingen . Zuvor hatte er sich jahrelang unter anderem als Handballtrainer einen Namen gemacht. Der Kfz-Meister ist Teamleiter. So steht es auf den Stimmzetteln. Der kommunalpolitische Seiteneinsteiger ist seit 35 Jahren CDU-Mitglied.

Wer sich am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr abseits von Briefwahl entscheiden will, muss ein Wahllokal aufsuchen. Es gibt zehn in vier Ortsteilen. Vier sind in Marpingen eingerichtet, drei in Urexweiler, zwei in Alsweiler sowie eins für Berschweiler. Wahlleiter Hinsberger geht davon aus, dass bereits gegen 19 Uhr das vorläufige Wahlergebnis für die rund 10 500 Einwohner zählende Gemeinde feststeht. Im Rathaussitzungssaal werden diese öffentlich präsentiert.

Unterdessen kündigten Weber und Wegmann an, mit ihren Unterstützern jeweils Wahlpartys zu veranstalten. Weber will zuerst im kleinen Kreis das Ergebnis abwarten, sich später mit Freunden in der Klosterschänke treffen, Wegmann in Beates Pilsstube mit seinen Anhängern zusammenkommen.

Ergebnisse im Internet: www.saarbrueckerzeitung.de
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 Noch-Bürgermeister Werner Laub. Foto: Bonenberger & Klos
Noch-Bürgermeister Werner Laub. Foto: Bonenberger & Klos Foto: Bonenberger & Klos

Im Äther: Wer die gemeinsame Podiumsdiskussion von Saarländischem Rundfunk (SR) und Saarbrücker Zeitung (SZ) mit Volker Weber (SPD ) und Manfred Wegmann (CDU ) am vergangenen Montag im Alsweiler Pfarrsaal verpasst hat, kann sie sich an diesem Samstag, 9. April, im Radio anhören. Die deutsch-französische SR-Welle Antenne Saar strahlt die 90-minütige Debatte ab 10 Uhr aus. Zu empfangen ist das Programm mit speziellen Geräten im neuen Übertragungsstandard DAB plus via Antenne, Block 9A. Der Sender ist aber auch im Internet zu hören. hgnsr.de/antennesaar