"Hier geht heute der Wahnsinn ab"

"Hier geht heute der Wahnsinn ab"

Alsweiler. "Hier auf der Bühne geht heute Abend der Wahnsinn ab", verkündete Moderator Florian Gasser, den Zuschauern im voll besetzten Saal des Alsweiler Pfarrheims. Diese sind gekommen, um die Komödie "Willi im Abseits" von Rolf Bechtel zu sehen, die der Theater- und Karnevalsverein während seiner Theaterabende aufführt

Alsweiler. "Hier auf der Bühne geht heute Abend der Wahnsinn ab", verkündete Moderator Florian Gasser, den Zuschauern im voll besetzten Saal des Alsweiler Pfarrheims. Diese sind gekommen, um die Komödie "Willi im Abseits" von Rolf Bechtel zu sehen, die der Theater- und Karnevalsverein während seiner Theaterabende aufführt.Im Mittelpunkt der Handlung stehen Anni und Klaus, ein junges Ehepaar. Die beiden sind gerade mal ein Jahr verheiratet, doch in der Ehe kriselt es gewaltig. "Für uns Männer sind Frauen wie die Abseits-Regel: von der Idee her gut gemeint, aber in der Praxis regt sich nur jeder darüber auf", stellt Klaus desillusioniert fest. Anni hofft, am morgigen Hochzeitstag durch Tragen ihres grünen "Glückskleides" vergangenen Ehe-Zauber wiederzubeleben, Klaus ist davon wenig begeistert. "Immer diese Getue um die Hochzeitstage", mault er. "Aber Schatz, es ist doch unser Erster", entgegnet Anni schluchzend. Für weitere Probleme sorgt Annis Vater Willi. Der soll das giftgrüne Lieblingskleid von der Reinigung abholen. Bevor er es jedoch seiner Tochter geben kann, reißt seiner Mitarbeiterin Susi Herzig im Büro ihr Kleid, sodass Willi mit dem Glückskleid aushelfen muss. Das darf die leicht hysterische Anni natürlich auf keinen Fall erfahren. Ein turbulenter AbendUnd so beginnt für Willi und seinen Schwiegersohn Klaus, der sich gerade erfolgreich vor einem Opernbesuch mit Frau und Schwiegermutter gedrückt hat, ein turbulenter Abend. Irgendwie müssen die beiden, der durch Medikamente narkotisierten, Susi das Kleid ausziehen. Ein Fußballfan, der sich ungefragt in Klaus` Wohnzimmer einnistet und Susis Freund, der auf der Flucht vor der Polizei ist, sorgen für weitere Verwirrung. Und dann kommen Anni und ihre Mutter auch noch früher aus der Oper zurück Die Schauspieler des Alsweiler KuTV konnten in dem temporeichen Stück durchgehend überzeugen, und wurden vom Publikum mit viel Applaus und Gelächter belohnt. Auch Bühnenbild und Beleuchtung wurden professionellen Ansprüchen gerecht. "Der Saal war an beiden Abenden ausverkauft, und die Zuschauer haben den Saal mit einem Schmunzeln im Gesicht verlassen", zog Günther Hippchen, der Pressesprecher des Vereins, zufrieden Bilanz. Dafür, dass die Dialoge perfekt saßen, und die Pointen auf den Punkt kamen, probten die Darsteller mehr als drei Monate. "Wir haben uns zwei Mal die Woche für zwei bis drei Stunden getroffen", erklärte der Leiter der Theatergruppe Norbert Brill. Er war auch für die Auswahl des Stücks zuständig. Neben der Qualität eines Schauspiels ist für ihn dabei auch die Anzahl der Rollen von Bedeutung. "Wir haben so viele Leute, die gern mitmachen wollen, dass ich Stücke für mindestens zehn Personen brauche", sagte Brill. "Und auch aus unserer Jugendgruppe kommen immer wieder Talente nach." Nachwuchsprobleme gibt es beim Alsweiler KuTV also keine. Ein Beispiel dafür ist die achtzehnjährige Tanja Kirtz. Sie war in diesem Jahr zum dritten Mal mit dabei und möchte weiter machen.

Auf einen BlickDarsteller: Peter Rauber (Willi Gärtner), Gabi Hoffmann (Hedwig Gärtner), Christoph Brill (Klaus Kleiner), Kathrin Zeyer (Anni Kleiner), Tanja Glaab (Susi Herzog), Rosi Wegmann (Röschen Staub), Norbert Rauber (Theo Doggenfuss), Norbert Brill (Beppo Raser), Bruno Rauber (Polizeibeamter Hirsch), Tanja Kirtz (Polizeibeamtin Fass), Florian Gasse (Reporter, Stimme im Hintergrund), Souffleuse: Uschi Hippchen, Licht und Tontechnik: Patrick König, Kai Weber, Ingo Laub, Mirko Bettinger, Bühnenbau: Technisches Team unter Leitung von Torsten Brill und Michael Rauber,Maske: Marita Schreiner, Regie-Assistenz: Tanja Glaab, Spielleitung und Regie: Norbert Brill. vsc

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