Hart in der Sache, fair im Umgang

Hart in der Sache, fair im Umgang

Illingen/Lebach. Das war ein sehr langer Tag für die Teilnehmer des Regional-Finales des Bundes-Wettbewerbs "Jugend debattiert": Am Donnerstag hatten die redebegabtesten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen acht bis zwölf der Gesamtschule Marpingen, des Arnold-Janssen-Gymnasiums St

Illingen/Lebach. Das war ein sehr langer Tag für die Teilnehmer des Regional-Finales des Bundes-Wettbewerbs "Jugend debattiert": Am Donnerstag hatten die redebegabtesten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen acht bis zwölf der Gesamtschule Marpingen, des Arnold-Janssen-Gymnasiums St. Wendel, des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Lebach und des Illinger Illtal-Gymnasiums (IGI) nicht nur ihr morgendliches Unterrichtspensum zu absolvieren, sondern stellten sich am Nachmittag den Juroren im Bistro des IGI, um in den zwei Altersgruppen (Klassen acht bis zehn und Klassen zehn bis zwölf) jeweils vier Finalisten zu ermitteln. Die beiden Punktbesten jeder Gruppe nehmen am Landes-Finale teil. Kurz vor 19 Uhr standen die Sieger dann fest: Maria Poth (Marpingen) und Michelle Klein vom Gastgeber setzten sich bei den Jüngeren gegen Jakob Prowald (St. Wendel) und Sabrina Nonnengardt (Marpingen) durch, bei den Oberstufenschülern siegten Maximiliane Sehn (Lebach) und Kristin Brück (Marpingen), die Johanna Heintz (Marpingen) und Caroline Hoff (Illingen) hinter sich ließen.Die Themen, über die es zu diskutieren galt, erwiesen sich als sehr anspruchsvoll, teilweise sogar sperrig, was die Diskutanten aber nicht entmutigte. So arbeitete sich die Altersgruppe 1 über die Fragen "Soll an Schulen in Deutschland außerhalb des Sprachenunterrichts nur Deutsch gesprochen werden?" und "Soll die private Haltung gefährlicher Wildtiere bundesweit verboten werden?" bis zum Finalthema "Sollen regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse an der Schule ab Klasse acht verpflichtend sein?" vor.

Die Altersgruppe zwei setzte sich mit "Sollen Schusswaffen in Privathaushalten verboten werden?" und "Soll Google-Street-View auch unsere Stadt/Gemeinde erfassen?" auseinander, um in die Endrunde mit "Sollen Schutzimpfungen für Kinder gesetzlich vorgeschrieben werden?" vorzudringen.

Organisiert von der IGI-Lehrerin Christine Scheil verlief der lange Nachmittag gut strukturiert, die Zuhörer erlebten hoch engagierte Diskutanten, die in Pro-und-Kontra-Manier ihre Argumentations-Salven abfeuerten.

Die Jury aus Lehrern, Eltern und Schülern sparte nach den Debatten nicht an Lob und Anregungen für die Nachwuchs-Redner, die sich nicht nur souverän mit den Themen auseinander setzten, sondern wie Maximiliane Sehn auch die Technik-Aussetzer locker in den Griff bekamen.

Für ihre Fairness erhielt die Marpingerin Svenja Ludwig Applaus: Obwohl fürs Finale qualifiziert, räumte sie ihren Platz am Mikro für die Illingerin Caroline Hoff: Denn am Landes-Entscheid hätte sie aus Termingründen nicht teilnehmen können.

Auf einen Blick

"Jugend debattiert" ist ein Projekt zur sprachlich-politischen Bildung an weiterführenden Schulen in Deutschland. Im Mittelpunkt steht ein bundesweiter Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler ab Klasse acht. "Jugend debattiert" ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert-Bosch-Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz-Nixdorf-Stiftung auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Kooperationspartner sind die Kultusministerien und die Kultusministerkonferenz der Länder. Die Landesentscheidung für das Saarland findet am 13. April beim Saarländischen Rundfunk in Saarbrücken statt.

Das Bundesfinale geht am 3. Juni im Berlin über die Bühne. Die regionalen Sieger dürfen sich auf ein Rhetorik-Seminar im März in Kirkel freuen, die Landessieger werden im Mai zu einer entsprechenden Schulung nach Burg Rothenfels am Main eingeladen. Am Regional-Wettbewerb am Illtal-Gymnasium Illingen nahmen Schüler der veranstaltenden Schule, der Gesamtschule Marpingen, des Arnold-Janssen-Gymnasiums St. Wendel und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Lebach teil. sl