Gesamtschule hilft Kindern in Brasilien seit zehn Jahren

Gesamtschule hilft Kindern in Brasilien seit zehn Jahren

Marpingen. Seit zehn Jahren unterstützt die Gesamtschule Marpingen das Hilfsprojekt "Casa do Zezinho" in der brasilianischen Stadt São Paulo. Schüler, Lehrer und Eltern waren in die Aula der Schule gekommen, um dieses Jubiläum zu feiern

Marpingen. Seit zehn Jahren unterstützt die Gesamtschule Marpingen das Hilfsprojekt "Casa do Zezinho" in der brasilianischen Stadt São Paulo. Schüler, Lehrer und Eltern waren in die Aula der Schule gekommen, um dieses Jubiläum zu feiern. Dabei konnte André Hinsberger für "Casa do Zezinho" einen Scheck in Höhe von 3000 Euro entgegennehmen, die die Marpinger Schüler eingenommen hatten.Mit einem Bildvortrag stellte Schulleiter Edmund Hinsberger das Hilfsprojekt in der Metropolregion São Paulo vor, die fast 20 Millionen Einwohner hat. "Das Kinderheim befindet sich im sogenannten Todesdreieck von São Paulo im Stadtteil Campo Limpo, einem Viertel, in dem die Arbeitslosigkeit bei fast 100 Prozent liegt", sagte Rektor Hinsberger. Im Kinderheim "Casa do Zezinho" würden zurzeit 1300 Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Armenvierteln betreut. "Das Projekt soll den Kindern vor allem Bildung vermitteln." Deshalb gibt es dort unter anderem Lehrwerkstätten für eine Bäckerei, für eine Schneiderei sowie Ausbildungskurse in Englisch und in Informatik. Zudem würden die künstlerischen Fähigkeiten im Heim gefördert, so Schulleiter Hinsberger. Dabei verwenden die Kinder und Jugendlichen fast ausschließlich gespendete beziehungsweise wieder verwertbare Materialien. Edmund Hinsberger verwies auf eine Tasche in einer Vitrine in der Marpinger Schulaula, die aus gebrauchten Essstäbchen chinesischer Restaurants hergestellt wurde. "Die Kinder, die ins Kinderheim kommen, haben bislang nur gelernt zu überleben. Dort sollen sie lernen zu leben", sagte Hinsberger.Der Rektor bedankte sich bei der gesamten Klassenstufe acht, den Eltern der Schüler sowie den Tutoren, besonders Lehrerin Martina Pape und ihrer Kollegin Marie Backes-Nicolay sowie der Klasse 8c, die seit Jahren wöchentlich einen Verkaufsstand organisieren. Dort werden selbst gebackene Kuchen, ökologische Schreibwaren sowie Bananenchips oder Gummibärchen aus fairem Handel verkauft. Edmund Hinsberger erinnerte zudem an die Vokabelolympiade, als Sponsoren für jedes richtige Wort Geld spendeten, das ebenfalls dem Hilfsprojekt in Brasilien zugute kam. Insgesamt sammelte die Marpinger Gesamtschule in den vergangenen zehn Jahren einen stattlichen fünfstelligen Eurobetrag für das Kinderheim in Brasilien sowie hilfsbedürftige Familien. In den ersten Jahren wurde das Marpinger Schulprojekt von der Lehrerin Anne Breit betreut. André Hinsberger bedankte sich im Namen der brasilianischen Kinder und Jugendlichen sowie der Leiterin des Kinderheims Dagmar Garroux für die Unterstützung. "Das ist alles sehr wichtig." Im Kinderheim "Casa do Zezinho" gehe es darum, Werte und einen neuen Traum zu vermitteln. "Es gibt so viel Arbeit. Wir müssen das mit aller Konsequenz tun", sagte André Hinsberger. Der Universitätsdozent ist der Sohn des Marpinger Schulleiters, lebt mit seiner Familie in São Paulo und unterstützt das Kinderheim vor Ort. Die Marpinger Musikgruppe "Samba total", in der Hinsberger früher mitgemacht hat, spielte zur Veranstaltung. mic