Fußball: SG Marpingen-Urexweiler schaut sich nach neuem Trainer um

Verbandsliga : Braue verlässt den Verbandsligisten

Fußball:  SG Marpingen-Urexweiler schaut sich nach zwei neuen Trainern um.

Es kommt schon etwas überraschend: Am Saisonende gehen die Wege von Fußball-Verbandsligist SG Marpingen-Urexweiler und Trainer Oliver Braue auseinander. „Die Trennung ging von uns aus, es sind sportliche Gründe“, stellte der SG-Spielausschussvorsitzende Thomas Recktenwald klar. Er betonte weiter, dass dabei nicht seine Meinung ausschlaggebend gewesen sei, sondern dass er die Auffassung aus der Führungsetage der beiden SG-Partner FC Hellas Marpingen und SV Urexweiler vertreten habe. Mit dem 51-jährigen Trainer aus Illingen habe er ein gutes Gespräch geführt. „Es gab dabei unterschiedliche sportliche Ansichten, die sich mit meiner sportlichen Auffassung nicht decken“, teilte Braue mit. Nach der Unterredung stand fest, dass es für die nächste Runde auf der Trainerpostion eine Veränderung geben wird. „Wir schauen uns um, einen potenziellen Nachfolger gibt es noch nicht“, ließ Recktenwald durchblicken.

Momentan überwintert die vor Saisonbeginn unter anderem mit dem zweifachen Oberliga-Torschützenkönig Björn Recktenwald prominent verstärkte SG in der Verbandsliga auf dem dritten Platz. War dadurch die Erwartungshaltung im Umfeld zu hoch? „Wenn ich die augenblickliche Situation als Maßstab anlege, wird das Positive zu schnell als Normalität abgelegt. Auf der anderen Seite kommt überall von außen Kritik“, beschrieb der Spielausschusschef die mittlerweile im Fußball branchenüblichen Mechanismen. Braue wertete die aktuelle sportliche Lage mit Rang drei mehr als beachtlich. „Klar wollten wir mit den Verstärkungen in dieser Saison ganz vorne mitspielen, haben aber das Pech, dass zwei Saarlandliga-Absteiger dabei sind und das auch wollen“, meinte Braue. Und gegen die SG Lebach-Landsweiler (1:2) und den SV Hasborn (0:1) musste die SG in der Hinserie zwei Heimniederlagen einstecken. Unmut machte sich auf den Stehrängen im Herbst in Marpingen und Urexweiler bei mehreren schwachen Auftritten breit. In sieben Begegnungen gelang der Braue-Elf nur ein magerer Dreier. Daraufhin wurde vom Umfeld die Mannschaft für ihre defensive Spielweise kritisiert. „Innerhalb der Mannschaft gab es keine Probleme im zwischenmenschlichen Bereich“, stellte Braue klar.

Zur Spielrunde 2016/17 hat er den Trainerposten bei der SG angetreten. „Für uns ein Glücksgriff“, bezeichnete Recktenwald seine Verpflichtung. Vor zweieinhalb Jahren war der FC Hellas Achter in der Landesliga geworden, der SV Urexweiler aus der gleichen Liga abgestiegen. „Oliver hat das aufgefangen und die Spieler in der SG zusammengeführt. Wir haben für positive Schlagzeilen gesorgt und es ist immer bergauf gegangen“, blickte Recktenwald zurück. Und wie: Im ersten Fusionsjahr führte Braue die SG wieder in die Verbandsliga zurück und beendete die Spielzeit 2017/18 auf Platz drei. Vom gleichen Rang muss die Mannschaft in den 2019 ausstehenden zwölf Partien den fehlenden fünf Punkten auf den für die Ausstiegsspiele nötigen Platz zwei hinterherlaufen. „Ich werde versuchen, das Optimale rauszuholen“, kündigte Braue an. Wie und wo es dann im Sommer mit ihm weitergeht, steht noch nicht fest. „Es ist nicht so, dass ich nun keine Lust mehr auf Fußball habe“, so der Übungsleiter. Neben dem Braue-Ersatz muss sich Recktenwald auch Ausschau nach einem neuen Trainer für die zweite Mannschaft halten. Der vor der Runde eingestiegene Übungsleiter André von Ehr hat vor geraumer Zeit der SG-Führung seinen Abschied zum Saisonende mitgeteilt. „Wir werden wohl auf eine interne Lösung zurückgreifen“, erklärte der Spielausschussvorsitzende. Die Zweite der SG überwintert auf dem dritten Platz in der Kreisliga-A-Blies und will unter von Ehrs Regie wieder in die Bezirksliga zurückkehren.

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