Fest zum 30-jährigen Bestehen der Gemeinschaftsschule Marpingen

Festakt und Schulfest : Erfolgsgeschichte im Herzen Marpingens

Die Gemeinschaftsschule in Marpingen feierte ihr 30-jähriges Bestehen mit Ehemaligen und Ehrengästen.

Das 30-jährige Bestehen hat die Marpinger Gemeinschaftsschule mit einem Festakt und Schulfest gefeiert. Rückblick: Am 16. August 1989, 8 Uhr, begann für 120 Fünftklässler – nach nicht unerheblichen Streitigkeiten zwischen den politischen Verantwortlichen – der Unterricht an der Gesamtschule Marpingen. Wie ein Sprecher berichtet, sei deren Konzept – Tischgruppen für Schüler, freie Unterrichtsgestaltung, Teamarbeit im Kollegium – auf große Vorbehalte gestoßen.

Aber der Erfolg habe dieser neuen Schulform in Marpingen Recht gegeben: Sechs Jahre später traten die ersten Schüler in die gymnasiale Oberstufe ein, drei Jahre darauf wurden erstmals Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife der Gesamtschule Marpingen ausgeteilt.

Doch es ging und geht in der Schule nicht nur ums Abitur. Der Hauptschulabschluss mit seinem Schwerpunkt in praktischen Tätigkeiten und die Mittlere Reife, heute vor allem als Schritt hin zu den Fachschulen, galten und gelten als gleichberechtigt, was sich auch im Stundenplan zeigt: Talentfächer mit der Möglichkeit, die eigenen Stärken zu entdecken und auszubauen. Schon immer mit dabei sei die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung gewesen, die seit einigen Jahren als Inklusion weitergeführt und ausgebaut wird.

„Vielfalt ohne Ausschluss, fördern und fordern – wahrlich hehre Ziele“, die, so Schulleiterin Petra Brenner-Wolff in ihrer Festrede, „nicht immer leicht umzusetzen sind“. Die gesellschaftliche Entwicklung mache auch vor der Schule nicht halt und so sei heute diese generell, und im Besonderen die Gemeinschaftsschule Marpingen mit ihrer integrativen Tradition, immer stärker gefragt, wenn es um Chancengleichheit und ein friedliches Miteinander gehe.

Landrat Udo Recktenwald (CDU) verwies in seinen Glückwünschen auf die Rolle der Schule für Marpingen, sei sie doch im mehrfachen Wortsinne Zentrum des Gemeindelebens: Schule, Veranstaltungsort, Weiterbildungseinrichtung, die von der VHS in vielfältiger Weise genutzt werde, und das mitten im Ortszentrum. Dies bringe bei 900 Schülern räumliche Probleme. Diese wolle er gemeinsam mit dem Bürgermeister angehen.

Der Marpinger Bürgermeister Volker Weber (SPD) wurde in seiner Ansprache sehr persönlich: Er selbst sei Schüler der Gesamtschule Marpingen gewesen und habe von dem pädagogischen Konzept der Gesamtschule erheblich profitiert. Und diese persönlichen Erfahrungen seien für ihn Begründung und Verpflichtung zugleich, sich weiterhin mit allen Mitteln für seine Schule vor Ort einzusetzen.

Das Festprogramm vor 250 geladenen Gästen war eine Mischung aus Musikdarbietungen der Schüler, akrobatischen Tanzeinlagen und den beiden Geburtstagsständchen des Schüler-Eltern-Lehrer-Chors. Beim anschließenden Schulfest feierten sich dann die 900 Schüler, die Eltern und Lehrer selbst. Auch viele Ehemalige, Schüler wie auch Lehrer aus 30 Jahren Schulgeschichte, fanden den Weg zu ihrer alten Wirkungsstätte.

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