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Einer für alle ist in Alsweiler keine Floskel

Einer für alle ist in Alsweiler keine Floskel

Alsweiler. Vier Alsweiler Ehepaare - Ursel und Toni Brill, Charles und Ingrid Davis, Karin und Robert Poth sowie Marita und Herbert Schreiner - treffen sich seit Jahren jeden Sonntagabend an ihrem Stammtisch. Unter anderem zahlen alle je fünf Euro in eine Kasse mit dem Ziel, eine interessante europäische Stadt gemeinsam zu besuchen. Die Kasse war voll - und Rom war dran

Alsweiler. Vier Alsweiler Ehepaare - Ursel und Toni Brill, Charles und Ingrid Davis, Karin und Robert Poth sowie Marita und Herbert Schreiner - treffen sich seit Jahren jeden Sonntagabend an ihrem Stammtisch. Unter anderem zahlen alle je fünf Euro in eine Kasse mit dem Ziel, eine interessante europäische Stadt gemeinsam zu besuchen. Die Kasse war voll - und Rom war dran. Am vergangenen Donnerstag ging es morgens um sechs ab Frankfurt/Hahn mit dem Flieger los. Es war zwar bekannt, dass ein Vulkan in Island Asche spuckt, aber der war weit weg, und von Einschränkungen im Flugverkehr war noch keine Rede. Die Acht kamen also wohlbehalten um 7.30 Uhr in Rom/Ciampino an und waren bester Dinge. Die ersten Nachrichten von der Sperrung des Europäischen Luftraumes erreichten die Alsweilerer am Abend des 15. April. Da aber alle mehr oder weniger zu den Optimisten gehören, waren sie sich sicher, dass das bis zum Rückflug am Sonntag vorbei ist und das übliche touristische Programm eines Rombesuchs vom Pantheon über die Piazza Narvone bis zum Petersdom nahm seinen Lauf. Als die Acht am Freitag gegen Mittag erstmals die Schlangen vor den Fahrkartenschaltern in der Station Termini (Roms Hauptbahnhof) sahen, wurde allen langsam klar, dass die Situation doch ernster als angenommen war. Als dann am Samstag an der Station Termini die Schlangen vor den Fahrkartenschaltern jeweils 200 bis 300 Meter lang waren, Familien über Europalandkarten brüteten und alle in der Station Termini vertretenen Mietwagenunternehmen Schilder aufgestellt hatten, die darauf hinwiesen, dass es keine Mietwagen mehr gebe, war klar, dass es jetzt für die Reisenden aus dem St. Wendeler Land an der Zeit war, zu handeln. Bei viel Espresso und Cappuccino wurden Ideen entwickelt, wie man dieser misslichen Situation am besten entfliehen könnte. Da alle Acht mindestens einem oder mehreren Alsweiler Vereinen angehören, erinnerte sich eine der Acht, dass der Sportclub Alsweiler (SCA) einen kleinen Mannschaftsbus für acht Personen plus Fahrer hat. Sofort wurde einer der Verantwortlichen des SCA angerufen und nach Schilderung der Situation nach dem Minibus gefragt. Die Zusage für den Minibus kam natürlich sofort. Jetzt musste nur noch ein Fahrer gefunden werden, der den Minibus nach Rom fahren würde. Auch das ging schnell. Helmut Schreiner, unter anderem auch einer der Fahrer der Alsweiler Feuerwehr, war spontan zu dieser Reise bereit. So fuhr also Helmut Schreiner am Sonntagmorgen um fünf Uhr los nach Rom. Die Ausflügler verbrachten einen sehr schönen letzten Abend in einer typischen Römischen Osteria und freuten sich auf die Heimreise. Die Situation an der Station Termini sowie am Flughafen Ciampino wurde immer schlimmer. Als die acht anderen gestrandeten Romreisenden von ihrer Lösung erzählten wurden zum Teil 300 Euro für einen Mitfahrplatz geboten, so eng war es mittlerweile.Als Helmut Schreiner dann um 20.05 Uhr am Flughafen Ciampino begrüßt werden konnte, war die Freude bei den Rom-Reisenden natürlich riesig. Und es ging sofort an die Rückfahrt. Die Fahrer wechselten sich natürlich oft ab, und so konnten die nun Neun von Rom über Mailand, die Schweiz und Straßburg am Montag um elf Uhr Alsweiler wieder erreichen. red