Die Schule ist wieder im Dorf

Humes. Üblicherweise ist ein verregneter Montagmorgen in dem Dörfchen Humes eine gänzlich unspannende Angelegenheit. Nicht so vergangene Woche am ersten Schultag nach den Sommerferien. Auto an Auto reihte sich auf den Parkflächen im Bereich von Kirche und Schule, um erwartungsvolle Kinder mit großen Schultüten und die dazu gehörigen Familien in Richtung Schulgebäude zu entlassen

Humes. Üblicherweise ist ein verregneter Montagmorgen in dem Dörfchen Humes eine gänzlich unspannende Angelegenheit. Nicht so vergangene Woche am ersten Schultag nach den Sommerferien. Auto an Auto reihte sich auf den Parkflächen im Bereich von Kirche und Schule, um erwartungsvolle Kinder mit großen Schultüten und die dazu gehörigen Familien in Richtung Schulgebäude zu entlassen. Grund der bunten Prozession unter Regenschirmen war der Start der Montessori-Grundschule in Ganztagsform, die vom Montessori-Verein Nordsaar betrieben wird (wir berichteten). Wobei es damit nicht nur für die 36 Kinder der erste Schultag war, sondern auch für die sechs Lehrkräfte, die sie betreuen werden. Schulleiterin ist Gudrun Hinsberger aus Marpingen, die mit dem Vorstandsteam des Montessori-Vereins Nordsaar quasi bis zur letzten Minute vor der Schuleröffnung für das Projekt gearbeitet hat."Noch am Sonntagabend waren wir mit den Vorbereitungen beschäftigt", verriet Dorothée Mebs, deren Tochter als "Quereinsteigerin" nach Abschluss der zweiten Klasse der Eppelborner Regel-Grundschule in Humes jetzt in den Genuss der Montessori-Pädagogik kommen wird. Um ihre Kindern nach den besonderen Lehr- und Lernansätzen der Maria Montessori ("hilf mir, es selbst zu tun") unterrichten zu lassen, nehmen die Eltern teilweise weite Schulwege in Kauf. Das Einzugsgebiet ist das "halbe Saarland". So kommen die Kinder aus dem Großraum zwischen St. Wendel und Saarlouis. Aber auch, wie im Fall der Erstklässlerin Muriel, direkt aus der Nachbarschaft der Schule in Humes.Da in den beiden Gruppen jahrgangsübergreifend (jetzt zu Beginn von Klassenstufe eins bis drei) unterrichtet wird, sind die Schulneulinge naturgemäß altersgemischt, was die gegenseitige Anregung und Förderung unterstützen soll.In Humes wurde der Montessori-Verein mit offenen Armen empfangen, war doch der Auszug der Schule (die Humeser Kinder gehen jetzt nach Wiesbach) vor vier Jahren allgemein sehr bedauert worden.Der Eppelborner Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz (CDU) und Ortsvorsteher Edgar Kuhn (SPD) unterstrichen in ihre Freude über das Engagement des Montessori-Vereins, von dem auch die Dorfgemeinschaft profitieren könne. Die Kinder interessierten sich derweil weniger für die Begrüßungsreden als für ihre Schule: Und die kann sich wirklich sehen lassen. Das 1931 erbaute Gebäude mit seinen Spitzbögen präsentiert sich hell und charmant. Die großzügigen Gruppenräume sind liebevoll ausgestattet. Und im Entrée werden die Kinder von einem weißen Regal mit apfelgrünen Kistchen begrüßt, auf denen schon ihre Namen stehen: Felix, Elena, Max, Lukas-Fynn, Lisane, Anna, Lena, Tobias, Thorsten, Nicolas, Fabian . . .

Auf einen BlickDie Montessori-Grundschule im Eppelborner Ortsteil Humes hat gestern mit 36 Kindern ihren Betrieb aufgenommen. Voll ausgelastet wäre die Schule in diesem Schuljahr mit 40 Kindern. Weitere Informationen über die Schule und den Trägerverein gibt es im Internet unter www.montessori-nordsaar.de. sl