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Der Alsweiler Dirk Böffel arbeitet als Nachwuchstrainer beim FCS

Fußball : Einmal war sogar Nagelsmann der Gegner

Der 43-Jährige Dirk Böffel aus Alsweiler arbeitet seit acht Jahren als Nachwuchs-Trainer beim 1. FC Saarbrücken. Aktuell ist er für die U 17 des FCS in der Regionalliga Südwest zuständig – eine Aufgabe, die ihm eine Menge Spaß macht.

Dirk Böffel aus Alsweiler ist im achten Jahr Jugendtrainer beim 1. FC Saarbrücken. Dies hat der 43-Jährige über Umwege auch Ex-FCS-Sportdirektor und Trainer Milan Sasic und dem ehemaligen Profi Martin Forkel zu verdanken.

Forkel war damals Spieler in der zweiten Mannschaft und parallel Trainer bei der U 12. „Milan Sasic hat Martin dann zurück in den Profikader beordert – und deshalb brauchte er für die U 12 einen Co-Trainer“, erinnert sich Böffel, der damals die Herren des SV Oberlinxweiler in der Bezirksliga St. Wendel trainierte.

Eduard Löwen spielte unter Dirk Böffel in der FCS-Jugend. Nach einer Zwischenstation in Nürnberg wechselte er mittlerweile zu Bundesligist Hertha BSC. In dieser Saison hatte er bislang vier Erstliga-Einsätze. Foto: dpa/Uwe Anspach

Böffels ältester Sohn Yannick (mittlerweile in der U 19 beim FCS) spielte schon damals für die Blau-Schwarzen. So war der Übungsleiter bei den Verantwortlichen des saarländischen Spitzenclubs kein Unbekannter. Der damalige Jugendleiter Jan Berger (mittlerweile Trainer bei Saarlandliga-Tabellenführer SV Auersmacher) fragte bei Böffel nach, ob er sich vorstellen konnte, die Stelle als Co-Trainer von Forkel zu übernehmen – und der sagte sofort zu. „Ich habe das als Chance gesehen und wollte mir das in jedem Fall anschauen“, erinnert sich Böffel, der hauptberuflich beim Jobcenter in St. Wendel arbeitet.

„Im Nachhinein betrachtet war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Es hat richtig Spaß gemacht – und das macht es immer noch. Ich habe viel erlebt, vieles gesehen und viel mitgemacht.“ Als Assistent von Forkel ging es für Böffel nach der U 12 mit Engagements bei der U 16 und später bei der U 19, die damals in der Bundesliga spielte, weiter.

„Ich kann mich noch gut erinnern, dass Julian Nagelsmann beim Hinspiel gegen uns noch Trainer von Hoffenheims A-Jugend war, beim Rückspiel saß er schon in der 1. Liga auf der Bank“, erzählt Böffel. Nagelsmanns Truppe gewann die Partie in Saarbrücken übrigens mit 4:2.

Der Familienvater aus Alsweiler, dessen jüngerer Sohn Yonas mittlerweile auch beim FCS spielt, sammelte an der Seite von Forkel wichtige Erfahrungen. „Vor allem, was den Umgang mit den Eltern der Spieler angeht“, verrät der 43-Jährige. „Das ist ein Punkt, den man als Trainer im Jugendbereich auf keinen Fall unterschätzen sollte. Wir haben 20 bis 22 Spieler im Kader – und alle Eltern sehen ihren Sohn als einen der besten an. Das ist menschlich ganz normal.“

Im Sommer 2016 rückte Böffel in Saarbrücken dann zum Cheftrainer auf. Zunächst für eine Saison bei der U 16, danach für vier Jahre bei der U 15. Seit dem Sommer des vergangenen Jahres ist er für die B-Jugend der Blau-Schwarzen in der Regionalliga verantwortlich. Aktuell ist er mit seinem Team Tabellenfünfter.

Kapitän Johannes Minke, durfte kürzlich schon als B-Jugendlicher erstmals beim Drittliga-Team der Blau-Schwarzen mittrainieren. Gleiches gilt für den A-Jugendlichen Luca Kerber, der ebenfalls schon von Böffel trainiert wurde, und der kürzlich sein Drittliga-Debüt feierte.

„Wenn man sieht, dass ein Spieler oben angekommen ist, dann ist das schon ein Highlight“, freut sich Böffel. Dabei denkt er auch an Akteure wie Eduard Löwen, der aktuell für Hertha BSC in der Bundesliga spielt – oder an Ohene Köhl, der im vergangenen Sommer aus dem Nachwuchsbereich des FCS ins Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) von RB Leipzig gewechselt ist.

Vor seiner Zeit als Jugendtrainer bei den Blau-Schwarzen war der 43-Jährige als Aktiven-Trainer in Oberlinxweiler, beim SV Blau-Weiß St. Wendel und seinem Heimatverein SC Alsweiler tätig.

Was ihm mehr Spaß gemacht hat? Mit Nachwuchsspielern oder mit Erwachsenen zu arbeiten? „Beides hat seinen Reiz. Mit Oberlinxweiler und mit St. Wendel bin ich Meister geworden, das waren tolle Erfahrungen“, erklärt der 43-Jährige. „Im ambitionierten Jugendbereich ist vor allem die Motivation super. Da hast du 20 Spieler, die für den Fußball alles stehen und liegen lassen würden, die musst du oft sogar bremsen.“

Böffel wird auch kommende Saison weiter im Jugendbereich des FCS, der mittlerweile auch als NLZ zertifiziert ist, arbeiten. „Ich werde auf jeden Fall weitermachen, aber nicht bei der U17. Die soll ein Fußballlehrer und ein fest angestellter Trainer übernehmen. Ich werde wohl ein Team aus dem jüngeren Altersbereich übernehmen, da ich auch noch Koordinator der Teams von der U 10 bis zur U 15 bin.“