Das deutsche Lourdes im Fokus

Passend zum 140-jährigen Bestehen der Marienverehrungsstätte im Härtelwald eröffnet an diesem Sonntag, 22. Mai, eine Ausstellung in der Alten Mühle. Gezeigt werden etliche historische Dokumente und Exponate.

Die Stiftung Marpinger Kulturbesitz und die Gemeinde laden in der Jubiläumswoche 140 Jahre Härtelwald zur Ausstellungseröffnung für kommenden Sonntag, 22. Mai, um 16 Uhr, in die Alte Mühle ein. Die Ausstellung "Marpingen - das deutsche Lourdes. 140 Jahre Härtelwald" beleuchtet die Zeit im 19. Jahrhundert in Marpingen und vermittelt den Besuchern ein Stück Geschichte des Ortes. Zahlreiche historische Dokumente und Exponate können entdeckt werden. In unterschiedlich gestalteten Räumen erhalten die Besucher Einblicke in das Leben der Menschen von damals, zum Beispiel der Person von Pfarrer Jakob Neureuter. Der britische Historiker David Blackbourn schreibt über ihn: "Obwohl er gerne ein Glas Wein trank, lebte er doch sehr bescheiden. Er kümmerte sich nicht nur um das Seelenheil seiner Pfarrkinder, sondern war auch bemüht, ihnen in persönlichen Nöten zu helfen." Pfarrer Neureuter liebte die Musik und hatte wohl auch eine poetische Ader, außerdem war er der Sohn eines Malers, so war es nicht verwunderlich, wenn die Malerei sein Hobby wurde.

In Notizen des Pfarrers und Zeitungsberichten von damals darf geblättert werden. Das Kirchengemälde Himmelskönigin, das von ihm gemalt wurde, ist restauriert worden und befindet sich seit einiger Zeit wieder in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt Marpingen . Gleichzeitig verweist ein Ausschnitt dieses Gemäldes in einem Spannrahmen an der Marienkapelle auf das Jubiläum in diesem Jahr und die gemeinschaftliche Betreuung der Verehrungsstätte durch Pfarrgemeinde und Zivilgemeinde hin.

Anschaulich können Besucher die Zeit von 1876 und 1877 nachvollziehen, indem sie sogar gemalte Szenen aus Marpingen und dem Härtelwald auf Monitor anschauen können. Die Gendarmen, die seinerzeit zum Wachdienst nach Marpingen abkommandiert waren, fassten ihre Erlebnisse in einem Büchlein mit Bildern und Texten zusammen.

Zahlreiche originale Bilder, Zeitungsartikel und Gegenstände aus der Zeit vor 140 Jahren sind ausgestellt, sie stammen überwiegend aus dem Archiv der Stiftung Marpinger Kulturbesitz. Um sie "zum Sprechen zu bringen" wird die Sammlung in neuen Gestaltungsformen und -techniken präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch verschiedene Leihgaben. Ein Teil der Ausstellung bleibt weiterhin als Dauerausstellung in der Alten Mühle bestehen.

Ein weiteres Exponat der Ausstellung.

Öffnungszeiten: vorerst sonntags 15 bis 18 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 9 bis 12 Uhr. Infos, Tel. (0 68 53) 40 02 42.