„Dann scheppert es eben im Tor“

Neunkirchen · „Neunkirchen ist keine Mannschaft, die man einfach nach Belieben dominiert“, sagt Thorsten Hell, Trainer der HSG Marpingen-Alsweiler. Trotzdem hat seine Mannschaft das Derby beim TuS deutlich gewonnen – mit 32:24 (13:10).

 Marie Kiefer von der HSG Marpingen-Alsweiler setzt zum Torwurf an. Sie erzielte in der Partie beim TuS Neunkirchen drei Treffer. Foto: Horst Klos

Marie Kiefer von der HSG Marpingen-Alsweiler setzt zum Torwurf an. Sie erzielte in der Partie beim TuS Neunkirchen drei Treffer. Foto: Horst Klos

Foto: Horst Klos

Am Ende war das Saar-Derby in der Handball-Oberliga zwischen dem TuS Neunkirchen und der HSG Marpingen-Alsweiler eine deutliche Angelegenheit. 32:24 (13:10) hieß es am Samstag nach der Schluss-Sirene für die Damen der HSG Marpingen, die durch den Auswärtserfolg auf Platz zwei der Tabelle vorrücken. Neunkirchen liegt weiterhin auf Rang elf - und steckt im Abstiegskampf.

Gegen Ende der ersten Halbzeit hatte vor etwa 150 Zuschauern in der TuS-Halle noch nichts auf den klaren Sieg des Favoriten hingedeutet. Neunkirchen leistete vom Anwurf weg tapfer Gegenwehr und ging nach drei Rückraumtreffern von Nathalie Hochscheid schnell mit 4:2 in Führung. Marpingen brachte seinen Tempo-Handball gegen die stabile Neunkircher Defensive lange nicht zum Tragen und lief bis zur 20. Minute einem Rückstand (7:8) hinterher. Doch innerhalb weniger Minuten wendete sich dann das Blatt. Anna Bermann brachte die HSG erstmals in Führung (9:8). Kurz darauf traf Nadine Klein zum 10:8. Neunkirchen reagierte hektisch, versuchte den Rückstand mit der Brechstange umzubiegen und musste prompt zwei weitere Treffer nach Tempogegenstößen hinnehmen (8:12). Beim Stand von 13:10 für die HSG wurden die Seiten gewechselt.

"Neunkirchen ist keine Mannschaft, die man einfach nach Belieben dominiert. Wir wussten, dass wir die Nerven behalten müssen, und dass wir die Partie auf lange Sicht durch unseren Tempo-Handball entscheiden können", sagte HSG-Trainer Thorsten Hell zur zähen Anfangsphase seiner Mannschaft. Neunkirchens Trainer Markus Zeimet haderte: "Wir haben so lange gut mitgehalten. Zwei Minuten waren wir unkonzentriert - und schon lagen wir mit vier Toren hinten."

Der zweite Durchgang wurde eine klare Angelegenheit für den Favoriten. Marpingen kam selbstbewusst und spielfreudig aus der Kabine und hatte die Führung bereits kurz nach Wiederanpfiff auf fünf Treffer ausgebaut (15:10). Vor allem Neunkirchens Nathalie Hochscheid wehrte sich nach Kräften, doch auch neun Treffer der Rückraumspielerin in Halbzeit zwei (insgesamt 13) konnten der Partie keine Wende mehr geben. Im Gegenteil: Britta Buchholz brachte Marpingen Mitte der zweiten Halbzeit erstmals mit sieben Toren in Führung (23:16). Und spätestens, als Buchholz den Vorsprung zwölf Minuten vor dem Ende per Tempogegenstoß auf acht Treffer (25:17) erhöhte, war der Neunkircher Widerstand gebrochen.

"Uns hat ein bisschen die Kraft gefehlt. Wenn du gegen einen wurfgewaltigen Rückraum wie den von Marpingen einen Schritt zu spät kommst, dann scheppert es eben im Tor", sagte TuS-Trainer Zeimet. Einen Vorwurf machte er seiner Mannschaft nicht: "Viele meiner Spielerinnen sind Mütter, die sich hier in der Oberliga 15 Jahre jüngeren Gegenspielerinnen stellen. Wir können froh sein, dass sie sich noch so für den Verein zerreißen." Er ergänzte: "Wenn wir es schaffen, unser Potenzial nicht nur 25, sondern 30 Minuten per Halbzeit abzurufen, dann kommen wir auch wieder aus dem Tabellenkeller raus."

Marpingens Trainer Thorsten Hell war nach dem klaren Sieg zufrieden. "Unsere Abwehr hatte den Gegner mit Ausnahme einer Spielerin im Griff, und mit unserem schnellen Spiel konnten wir in den entscheidenden Phasen davonziehen", sagte er: "Ich hoffe, dass unser Tabellenplatz die Mannschaft weiter anspornt, sodass wir auch zu Saisonende noch da oben stehen."