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Damit das Ehrenamt keine unerträgliche Belastung wird

Damit das Ehrenamt keine unerträgliche Belastung wird

Ohne das Ehrenamt wäre vieles in unserer Gesellschaft nicht möglich. Darin waren sich alle beim Treffen der SPD-Landtagsfraktion einig. Auch darin, dass dieses Gut geschützt werden muss.

"Das Dorf bist Du - Verein und Ehrenamt zwischen Spaß und Frust" war das Thema einer Veranstaltung der SPD-Landtagsfraktion im Sportheim Alsweiler . 80 Gäste waren der Einladung gefolgt. "Ohne Vereine und ohne die Menschen, die sich vor Ort engagieren, wären viele Dinge in unserer Gesellschaft so nicht möglich", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Magnus Jung . Einerseits seien die Ehrenamtlichen in den Dörfern die Leistungsträger für den sozialen Zusammenhalt. Andererseits seien es aber oft immer dieselben, die sich vor Ort engagieren. Diese hohen Belastungen seien für viele auf Dauer ein Problem. Jung: "War es früher noch ausreichend, neben dem Vereinsvorsitzenden einen Kassenwart zu haben, gleichen Vereine heute oft kleinen Unternehmen."

Jörg Aumann , hauptberuflich Bürgermeister von Neunkirchen und ehrenamtlich Präsident des saarländischen Radfahrerbundes, sprach in seinem Vortrag die Probleme im Ehrenamt an: "Es wird immer schwieriger, Mitglieder für Vereine zu finden. Das liegt zum einen daran, dass viele Menschen immer weniger Zeit haben, weil sie beruflich eingebunden sind. Zum anderen sind es aber auch zunehmend soziale Netzwerke, die den Menschen als Ersatz für Vereinstätigkeiten dienen." Auch bei der Vereinbarkeit von Schule und Verein müssten neue Formen gefunden werden.

Viele Publikumsfragen drehten sich um das Thema Vereinsförderungen. Diese seien oft nicht nachvollziehbar. Große Vereine bekämen oft Begünstigungen und Unterstützung, während der kleine Bienenzuchtverein auf der Strecke bleibe. "Transparenz bei der Förderung ist besonders wichtig", erklärte Jörg Aumann . "Bei uns in Neunkirchen haben wir beispielsweise den Neunkircher Sportverband, der darüber entscheidet, wie die städtischen Zuschüsse an den Sport verteilt werden. So nehmen wir alle Vereine mit ins Boot, und jeder hat ein Mitspracherecht."

Bei allen Problemen blieb Aumann positiv gegenüber dem Ehrenamt: "Wir haben im Saarland im Landessportverband etwa 370 000 Mitglieder in mehreren tausend Vereinen. Es sind über 45 Sportarten vertreten. Ich kann jedem Einzelnen nur empfehlen sich weiter im Ehrenamt zu engagieren. Es gibt viele erfüllende und erfreuliche Momente und Erfolge, die man nicht erzielt, wenn man nur zu Hause vor dem Computer sitzt."

Staatssekretärin Anke Morsch stellte in ihrem Beitrag das Ehrenamtspapier der SPD Saar vor. "Wir wollen für ein starkes Ehrenamt auch einen verlässlichen rechtlichen Rahmen schaffen, der genügend Anreize schafft, sich zu engagieren." Ein weiterer wichtiger Aspekt für Vereine und Ehrenamt seien Rechts- und Versicherungsfragen. "Wir wollen, dass die gesetzliche Unfallversicherung auf alle ehrenamtlich Aktiven ausgeweitet wird", konstatiert Anke Morsch. Außerdem solle Sonderurlaub für ehrenamtlich Tätige auch außerhalb der Jugendarbeit ermöglicht werden.

Die Besucher nutzten die Gelegenheit, um mit den Experten Christina Simon (Justizfachwirtin), René Rohner (Steuerberater) und Simon Kirch (Landessportverband für das Saarland ) ins Gespräch zu kommen.