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Besinnliche Lieder zur dunklen Jahreszeit

Besinnliche Lieder zur dunklen Jahreszeit

Professionell vom ersten bis zum letzten Ton. Dirigent Martin Berger und sein mit 18 jungen Sängern besetztes Auswahlensemble Vo-Cantus zelebrierte vor 130 Besuchern in der Urexweiler Pfarrkirche St. Franziskus ein weihnachtliches Renaissance-Kirchenmusikerlebnis auf hohem Niveau.

Mit zwei Auftritten in Marpingen hat das A-cappella-Ensemble Vo-Cantus unter Martin Berger Freunde gewonnen. 130 Besucher in der Urexweiler Pfarrkirche waren deshalb gespannt auf das Konzert mit weihnachtlicher Literatur. "Mit einem Stück Kirchenmusik wollen wir die Weihnachtsfreude erhalten und dass Sie sich ans Weihnachtsfest erinnern", sagte der Dirigent Berger zu seinem Publikum. In den Mittelpunkt stellte der Chor, wie Berger anmerkte, "die Schlichtheit der Werke von Michael Praetorius ". Sehr deutlich baute der Chor die Spannung zwischen einzelnen und blockhaft geführten Stimmen beim Renaissance-Werk "Enatus est Emmanuel" auf. Im bekannten Chorsatz erklang das Freude verbreitende Weihnachtslied "Es ist ein Ros' entsprungen". Organist Wolfgang Trost löste den stimmigen Klagkörper mit drei Choralvorspielen ab. Als "ausgrenzend, wüst, aggressiv, mit einem verhaltenen Ende" bezeichnete der Kirchenmusiker seine Improvisation "Noel il né le petit entfant".

Trost ist mit Berger, seit dessen Tätigkeit als Kapellmeister im Dom zu Würzburg befreundet. Mittlerweile lehrt er an der Stellenbosch Universität in Südafrika. Dort entwickelte Berger ein neues Konzept für die Chorleiterausbildung und leitet darüber hinaus die neu geschaffene Abteilung für Alte Musik. "Wenn ich dann wieder in Europa bin, treffe ich mich mit dem Chor zum Konzert. Irgendwann haben wir schon mal miteinander Musik gemacht", erzählte Berger. Alle Chormitglieder seien in sämtlichen Musikgenres unterwegs.

Das von dem englischen Komponisten John Tavener vertonte Gedicht "The Lamb" zelebrierte Vo-Cantus in einem festlichen Gewand. Atmosphärisch, dann wieder reichlich gelassen tönte der Chor durch die im Jahre 1572 geborene vierteilige Molette "O magnum mysterium" von Tomas Luis da Vittoria. Der Bitte des frühbarocken Komponisten Andreas Hammerschmidt "Machet die Tore weit" kamen die 18 Sänger ehrfürchtig nach. Die Präzision, seinen Vielklang und seine Mehrstimmigkeit betonte der Chor bei der Interpretation des bekannten Kirchenliedes "In dulci jubilo" des Wolfenbütteler Praetorius (1571 bis 1621).

Zum Finale sangen der vierstimmige Chor und die Konzertbesucher, begleitet von Organist Trost den deutschen Weihnachtsklassiker "Zu Bethlehem geboren" und beendeten damit die Besinnungsstunde.