Barbaratag wurde in Alsweiler gefeiert

Barbaratag in Alsweiler : Bruderschaft huldigt ihrer Schutzpatronin

Alsweiler Verein gestaltete eine Messe in St. Mauritius und traf sich anschließend zum Dämmerschoppen.

Die Verehrung der heiligen Barbara hat überall dort eine lange Tradition, wo der Bergbau früher eine große Rolle spielte. So auch in Alsweiler, wo sich im Jahre 1864 ein Knappenverein aus Berg- und Hüttenarbeitern bildete, die St. Barbara Bruderschaft. 155 Jahre später feierten die Alsweiler Bergleute am Mittwoch den Namenstag ihrer Schutzpatronin, der heiligen Barbara. Dazu zogen sie feierlich zur heiligen Messe in die Pfarrkirche St. Mauritius ein. Die Fahnenträger erwiesen der Schutzheiligen vor ihrer Statue die Ehre. „Wir dienen am Barbaratag die Messe“, erklärte Robert Rauber.

Norbert Brill war 27 Jahre im Bergbau tätig, unter Tage in den Gruben Camphausen und Ensdorf. „Früher hatten wir am Barbaratag frei, es war auch ein besonderer Tag“, erinnerte sich Brill. Auf der Grube seien die Jubilare geehrt worden, größere Feiern hätten in der Saarlandhalle stattgefunden. „In den Ortsvereinen wurde der Tag mit einem Gottesdienst gefeiert“, sagte Brill.

Das Licht in vier Grubenlampen flackerte im Altarraum, als Präses Pfarrer Wolfgang Breininger feststellte: „Die Bruderschaft leistet am Barbaratag liturgische Dienste und ist zudem betende und singende Gemeinde im kirchlichen Sinne“. Von der Empore aus gestaltete der Männergesangverein unter der Leitung von Wolfgang Trost die Messe musikalisch mit.

„Wir bringen dir unseren Gruß entgegen, heilige Barbara, Glückauf“, sagte Rauber, der die Lesung vortrug. Willibald Schu bat um Fürsprache und richtete die Bitten der Bruderschaft an die Schutzpatronin. „Nach dem Ende des Bergbaus sind die auch die Arbeitsplätze in der Stahlindustrie gefährdet, hilf den betroffenen Familien“, bat Schu, der auch das Ein- und Ausfuhrgebet verlas. Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Alsweiler Bruderschaftsmitglieder zum Dämmerschoppen im Hiwwelhaus.

Der Barbaratag gilt als Gedenktag für die christliche Märtyrerin, die im dritten Jahrhundert in Nikomedien gelebt haben soll. Obwohl ihre Existenz historisch nicht gesichert ist, ist ihre bewegende Geschichte noch heute vielen Gläubigen bekannt. Aufgrund ihrer Geschichte und ihres starken Glaubens gilt die heilige Barbara als Schutzpatronin vieler Berufsgruppen und leidenden Menschen. Sie gehört zu den 14 Nothelfern der katholischen Kirche – allesamt Heilige aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert.

So verehren sie zum Beispiel die Bergleute als Schutzheilige, da sie sich der Überlieferung zufolge auf der Flucht vor ihrem Vater in einer Felsspalte versteckte. Diese soll sich auf wundersame Weise vor ihr geöffnet haben.

Flankiert von Norbert Brill (links) und Helmut Rauber, verkündet Kaplan Justin das Evangelium. Foto: Frank Faber

Als weitere Berufsgruppen verehren etwa Soldaten der Artillerie, Architekten, Bauarbeiter und Dachdecker die Heilige. Sie ist außerdem die Beschützerin der Gefangenen und der Sterbenden. Aber das ist noch nicht alles: Sie gilt auch als Helferin gegen Blitze und Feuer, da ihre Geschichte besagt, dass ihr Vater nach ihrer Enthauptung von einem Blitz getroffen wurde