Auf Wiedersehen in PanamaAuf Wiedersehen in Panama

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Marpingen. "Im Dezember 2008", erzählt Priscianis lachend, "bin ich am Flughafen Frankfurt angekommen, ohne auch nur ein einziges Wort Deutsch zu verstehen, geschweige denn reden zu können." Ihre Gastfamilie aus Alsweiler kannte sie nur von einigen E-Mail-Kontakten, das Saarland und Marpingen waren Terra incognita für sie

Marpingen. "Im Dezember 2008", erzählt Priscianis lachend, "bin ich am Flughafen Frankfurt angekommen, ohne auch nur ein einziges Wort Deutsch zu verstehen, geschweige denn reden zu können." Ihre Gastfamilie aus Alsweiler kannte sie nur von einigen E-Mail-Kontakten, das Saarland und Marpingen waren Terra incognita für sie. "Doch ich wollte unbedingt vor meinem Studium etwas völlig Neues kennen lernen", so Priscianis weiter. Und so - vermittelt durch die Organisation für interkulturelle Begegnungen, AFS - sprang sie voll ins kalte Wasser eines ihr unbekannten Landes mit der für panamesische Ohren "seltsamen Aussprache". Doch kaum waren zwei Wochen an ihrer Gastschule in Marpingen verstrichen, war Priscianis überall bekannt, ihr offenes, interessiertes Wesen überbrückte die Sprachprobleme, die bald keine mehr waren. "Sie versuchte gleich von Anfang an, so viel Deutsch wie möglich mit uns zu reden, wenn wir auch zuerst noch auf Englisch, Spanisch, Hände und Füße zurückgreifen mussten", so Annika Morawitz aus der 12b, an deren Unterricht sie regulär teilnahm und seit Sommer sogar die Klassenarbeiten mitschrieb. Auf Klassenfahrten und Ausflügen lernte sie darüber hinaus andere Regionen Deutschlands kennen, fand allerdings auch reges Interesse, wenn sie von ihrer Heimat berichtete, wie den Silvesterfeiern, die in Mittelamerika ausgelassen wie Fasching begangen werden. Doch kurz vor dem Abschied fällt es ihr schwer, nicht auf Spanisch zu reden. Sie bedankt sich für die freundliche Aufnahme an der Gesamtschule Marpingen, die nette Betreuung durch die Familie Poth aus Alsweiler, würde am liebsten ihren Aufenthalt verlängern. "Aquí fue maravilloso y me gustavía quedarme", meint sie in ihrer Muttersprache, was so viel heißt wie: "Ich will gar nicht mehr weg." Auf die Frage, ob sie denn wieder nach Marpingen kommen würde, antwortet sie auf gut Saarländisch und mit spanischem Akzent: "Ei joooo", verabschiedet sich verschmitzt lächelnd von ihren Mitschülern, viele schöne Erinnerungen im Gepäck. red

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