Am Containerstellplatz Alsweiler Friedhof wurde erneut illegal Müll entsorgt

Umweltverschmutzer : „Eine riesige Schweinerei“

Fast jede Kommune hat Probleme mit illegal entsorgtem Müll. Marpingen ist keine Ausnahme.

Den rosafarbenen Borstentieren soll kein Unrecht widerfahren, versauen sie ihr Umfeld doch nicht absichtlich. Dennoch möchte man Marpingens Bürgermeister nicht widersprechen, wenn er Menschen, die ihren Müll ganz nonchalant auf Kosten der Allgemeinheit entsorgen, in deren Nähe rückt – beziehungsweise ihr Verhalten. „Illegale Müllentsorgung ist ganz einfach eine riesige Schweinerei“, sagt Volker Weber (SPD).

Als „Frechheit“ bezeichnet der Marpinger Rathauschef die Tatsache, dass der Containerstellplatz auf dem Parkplatz am Alsweiler Friedhof jetzt zum wiederholten Male als Müllhalde missbraucht wurde. Plastiktüten und Kartons mit Hausmüll wurden dort abgestellt. Und als ob das nicht genug wäre, hat der unbekannte Dreckfink – mancher würde ihn womöglich lieber als Dreckschwein bezeichnen – einen Einkocher dazugestellt. Und leere Blumentöpfe. Sogar einen Benzin-Rasenmäher – wobei allerdings nicht klar ist, ob sämtlicher Unrat aus ein und demselben Haushalt stammt. Oder ob sich jemand animiert gefühlt hat, seinen Müll einfach dazu zu stellen. Frei nach dem Motto: Juckt eh keinen. Denn es hat eine gute Woche gedauert, ehe der Platz nun von Mitarbeitern des Bauhofs gereinigt wurde – nachdem tags zuvor der Alsweiler Ortsvorsteher Theo Neis die Gemeindeverwatung auf die Dreck-Ecke aufmerksam gemacht hatte, wie Gemeinde-Sprecher Florian Rech auf SZ-Nachfrage erklärt.

Vielleicht haben aber auch die teils überquellenden Glas- und Papier-Container dort den Schweinigel denken lassen, dass es okay ist, wenn er seinen Unrat einfach mit dazu packt. Für die Papiercontainer in der Gemeinde ist mit dem zuständigen Entsorgungsverband Saar (EVS) vereinbart, dass die Stahl-Behälter zwei Mal wöchentlich zu leeren sind – und zwar dienstags und freitags. Das übernimmt im Auftrag des EVS die in Kirkel ansässige Firma Remondis. Nun scheint es aber so zu sein, dass die Leerungsintervalle zumindest in der zurückliegenden Woche nicht eingehalten wurden. Ob das so ist und wenn ja, warum, konnte eine EVS-Sprecherin am gestrigen Feitag jedoch nicht in Erfahrung bringen. Auch bei Remondis selbst gab es dazu keine Informationen. Die – pressgefüllten – Glascontainer liegen in der Zuständigkeit der Firma ART (Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier). Dort war am gestrigen Freitag ebenfalls niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Vergangenes Jahr hat die Gemeinde – haben die Marpinger – laut Rech rund 20 000 Euro für das Aufsammeln und Entsorgen illegalen Mülls zahlen müssen. Die Müllsünder würden zwar selten ermittelt, ab und an werde aber doch einer erwischt. So sei nach einem ähnlichen Fall am selben Ort der Verursacher ermittelt und mit einem Bußgeld von 476 Euro belangt worden. 480 Euro musste jemand zahlen, der Säcke mit Hausmüll an einem Feldweg in Urexweiler endlagern wollte. Eine illegale Entsorgung von Bauschutt im Alsweiler Weiherwald kostete 1750 Euro. Und ein weiterer gefüllter Hausmüll-Sack am Containerstandort Friedhof Alsweiler nochmal 76 Euro.

Hat Marpingens Bürgermeister Weber insgesamt kein Verständnis für illegale Müllentsorgung, lässt ihn gerade auch die Häufigkeit, mit der am Alsweiler Friedhofsparkplatz Dreck abgeladen wird, staunen. „Nur eine Minute weiter liegt das EVS-Wertstoffzentrum. Es ist schon verrückt, welch hohen Aufwand Müllsünder betreiben, um bei Nacht und Nebel ihren Müll auf Parkplätzen oder auf Feldwegen illegal zu entsorgen und hohe Strafen zu riskieren, obwohl es legale und günstige Angebote gibt.“

Weber berichtet auch, dass illegale Müllentsorgung an Containerstandorten und in der freien Natur in allen saarländischen Kommunen ein großes Problem sei. Den Kampf gegen die mutwillige Vermüllung gibt er dennoch nicht verloren. „Marpingen geht mit einer Doppelstrategie gegen Müllsünder vor.“ Zum einen mache die Gemeinde mit Artikeln zum Thema in ihren Medien auf die Problematik aufmerksam und bitte die Bürger um Mithilfe. Zum anderen wurden an den Containerstandplätzen Schilder aufgestellt, die auf alternative Entsorgungsmöglichkeiten und hohe Strafen bei illegaler Entsorgung aufmerksam machen. Darüber hinaus gehe die Ortspolizeibehörde jedem Hinweis auf illegale Entsorgung nach und versuche, Müllsünder mit höchstmöglichen Geldstrafen zu belangen.

Sogar einen Rasenmäher hat jemand am Containerstellplatz auf dem Parkplatz gegenüber dem Alsweiler Friedhof entsorgt. Dabei ist der EVS-Wertstoffhof nur eine Auto-Minute entfernt. Foto: Thorsten Grim

Den Containerstandort in Alsweiler zu schließen, würde in den Augen Webers das Problem lediglich an einen anderen Ort verlagern. Auch plane die Gemeinde zurzeit nicht, den wiederholt zugemüllten Friedhofsparkplatz in Alsweiler oder andere Containerstandorte videoüberwachen zu lassen, „da die rechtlichen Hürden bezüglich Datenschutz und Schutz der Persönlichkeitsrechte hier sehr hoch liegen“, erklärt Rathaus-Sprecher Rech.

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