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150 Jahre St.-Barbara-Bruderschaft

150 Jahre St.-Barbara-Bruderschaft

Urexweiler. Hatten die Mitglieder der 150 Jahre alten St.-Barbara-Bruderschaft am Samstag das Dorffest miteröffnet, war für sie der Sonntag mit dem Festgottesdienst und dem Umzug ein besonders großer Tag

Urexweiler. Hatten die Mitglieder der 150 Jahre alten St.-Barbara-Bruderschaft am Samstag das Dorffest miteröffnet, war für sie der Sonntag mit dem Festgottesdienst und dem Umzug ein besonders großer Tag. Mit 500 Gläubigen war die Pfarrkirche gefüllt, als der Saarknappenchor, die Barbara-Hymne singend, einzog und sich die Fahnenabordnungen zahlreicher Vereine aus dem Saarland im Altarraum aufstellten. In großen Buchstaben stand der Leitgedanke des Gottesdienstes auf einem Transparent: "Den Glauben feiern - das Feuer weitergeben." Pastor Walter Morbach stellte in seiner Predigt Fragen an die Gläubigen, zum Beispiel: Wofür brennen wir? Sind wir bereit für den Dienst am Nächsten? In einer Zeit, da das Engagement für andere Menschen immer mehr schwinde, müsse dafür gesorgt werden, dass das Feuer nicht erlischt, sagte der Geistliche. Die St.-Barbara-Bruderschaft stehe seit langer Zeit vorbildlich im Dienst für andere Menschen. Das Fest, so Walter Morbach, gebe die Möglichkeit, diese Gemeinschaft weiter zu stärken. Auch der Vereinsvorsitzende Ralf Schmitt hat, wie er betonte, festgestellt, dass in der zurzeit 150 Mitglieder zählenden Bruderschaft noch immer das Feuer der Begeisterung brennt. "Einen Verein 150 Jahre lang aufrechtzuerhalten, dafür braucht es Menschen, die für ihre Überzeugung und ihren Glauben eintreten", hob der Personaldirektor des Bergwerks Saar und Schirmherr des Jubiläums, Walter Fuss, hervor. "Daran, dass die St.-Barbara-Bruderschaft Urexweiler in den 150 Jahren ihres Bestehens nur sieben Vorsitzende hatte, sieht man, mit welcher Beständigkeit der Verein geführt wird." Derzeit gebe es im Saarland noch 90 Bruderschaften und Bergmannsvereine mit zusammen 27000 Mitgliedern.Kritische Worte fand Walter Fuss für die Situation im bald zu Ende gehenden saarländischen Kohlebergbau. So sehr das Land auch von den Erderschütterungen betroffen sei, mit dem Ende des Bergbaues sei diese Gefahr seiner Meinung nach nicht beendet. Die vielen Aktionen und Proteste gegen das Schließen der letzten Grube habe wenigstens dazu geführt, dass bis 2012 Kohle abgebaut werden könne. Die wirtschaftlichen Folgen danach könnten heute nicht abgesehen werden. "Ich halte den Abschied von der Kohle aus energiepolitischen Gründen für falsch", sagte der Redner ganz offen seine Meinung. Die Bruderschaften und Bergmannsvereine würden nach 2012 dann nur noch an eine Tradition erinnern.Der Präsident des Verbandes der Berg- und Hüttenarbeitervereine im Saarland, Klaus Hiery, lobte das Engagement der St.-Barbara-Bruderschaft im Dorf. Wenn es in dem bekannten Bergmannslied "Glück auf, Glück auf" in einer Strophe heiße, "Es wird noch werden gut", so gelte das in der derzeitigen Situation für die Bergleute nicht mehr uneingeschränkt. Trotzdem brauchten sie für die Zukunft eine positive Einstellung und ein fröhliches Herz.Mit dem Lied "O, St. Barbara, aller Knappen Beschützerin" verabschiedete sich der Saarknappenchor von den Besuchern des Gottesdienstes. Anschließend ging es zum Ehrenwein in das Gasthaus Streckersch. 15 Bruderschaften und Vereine aus dem ganzen Saarland marschierten am Nachmittag zu Ehren des 150 Jahre alten Geburtstagskindes mit dem Festzug. gtr