100. Geburtstag des FC Hellas Marpingen - Fußballprofis kommen

Hellas Marpingen wird 100 : Hellenen feiern mit einwöchigem Wiegenfest

Der FC Hellas Marpingen feiert 100. Geburtstag – mit einer Festwoche. Am Mittwoch laufen Ex-Größen des Fußballs im Alsbachtalstadion auf.

Wenn ein Fußballclub 100 Jahre alt wird, gibt es viel zu erzählen. Wie war das noch damals? Im Frühjahr des Jahres 1919 kam der Marpinger Adolf Wegmann nach dem Ersten Weltkrieg wieder nach Hause. Seine Idee war, einen Fußballverein zu gründen, berichtet die Chronik. Nach einiger Überzeugungsarbeit trafen sich im Herbst des gleichen Jahres 15 junge Männer im Gasthaus „Viktorsch Haus“ zu Gründungsgesprächen. Und damit war der Fußballclub (FC) Hellas Marpingen geboren. Und wie sind die Gründer ausgerechnet auf den Namen Hellas gekommen? „Unter den Gründern soll ein Gymnasiast gewesen sein, darauf ist die Vereinsbezeichnung zurückzuführen“, blickt der ehemalige Vorsitzende Günter Leist (1992 bis 1994) zurück.

Zunächst musste ein Grundstück für einen Sportplatz her. Die Wahl fiel auf ein Stück Brachland auf Gottrod, wo ab Frühjahr 1920 gearbeitet wurde, um einen Platz entstehen zu lassen. Ein Lederball wurde gekauft und nach dem Arbeiten gekickt. Im Winter kam es dann zu einem ersten Freundschaftsspiel mit Bliesen, das der FC Hellas Marpingen in schwarz-gelben Trikots bestritt. Später wurde festgelegt, dass die Vereinsfarben offiziell schwarz-weiß sein sollten.

Rückschlag. Die Kicker mussten einsehen, dass das Brachland am Gottrod nicht für einen Sportplatz geeignet war und begaben sich erneut auf die Suche. Im Frühjahr 1926 erstand der Verein dann einige Wiesen in der Au. Josef Schnur und Fritz Leist wurden Schiedsrichter, und der FC Hellas schloss die Saison 1926/27 auf einem guten Mittelfeldplatz in der B-Klasse ab. Und dann das. Nach der ersten Meisterschaft befand der Verband, dass der Platz in der Au zu klein für den Spielbetrieb war. Die Fußballer zogen auf eine Wiese in der Träb um.

Nach dem Zweiten Weltkrieg machte der Verein dann von sich reden. 1948 wurde der Aufstieg in die höchste saarländische Fußballklasse gefeiert. Bei der Generalversammlung 1949 übernahm Heinrich Schirra die Nachfolge vom langjährigen Vorsitzenden Alfred Gard. In den kommenden Jahren stellte der FC Hellas immer eine starke Elf auf den Platz und stemmte 1958 den Saarlandpokal, ein erneuter Umzug ins heutige Alstalstadion wurde vollzogen.

In den 1970er-Jahren dominierte der Frauenfußball beim FC Hellas. Fünf Saarlandtitel in Folge gingen nach Marpingen. Das Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1978 gegen Bad-Neuenahr ging dann aber nach Hin- und Rückspiel hauchdünn mit 1:2 verloren. 1985/86 besiegten die Männer im Entscheidungsspiel den ewigen Rivalen Theley in Bliesen mit 2:0. Patrick Bier und Thomas Recktenwald erzielten in dem dramatischen Spiel die Tore zum 2:0-Erfolg, und somit war der Aufstieg in die Verbandsliga perfekt.

Das ist das Mannschaftsfoto der ersten Kicker, die für den FC Hellas Marpingen vor genau einhundert Jahren ihre Fußballstiefel schnürten. Der runde Geburtstag wird ab diesem Samstag eine Woche lang groß gefeiert. Foto: Torsten Nenno
So kennen ihn die Anhänger der Roten Teufel aus seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern. Jetzt kommt Olaf Marschall nach Marpingen. Foto: dpa/Oliver Berg

Seit 2004 pendelt die Mannschaft zwischen Landesliga und Verbandsliga hin und her. In der abgelaufenen Runde sprang Platz drei raus. Die zweite und dritte Mannschaft wurden Meister in ihren Spielklassen. Aktuell zählt der Verein mehr als 500 Mitglieder. Auf dem Spielfeld sind drei Herren-, eine Alt-Herren- und zwölf Jugendmannschaften am Ball.

Mehr von Saarbrücker Zeitung