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Marienkrankenhaus: Mitarbeitervertretung weist Vorwürfe zurück

Kostenpflichtiger Inhalt: Marienkrankenhaus St. Wendel : Mitarbeitervertretung weist Vorwürfe der Gewerkschaft zurück

Die Gewerkschaft Verdi hat schwere Vorwürfe gegen Marienhaus erhoben. In den Kliniken würden pflegerische Standards außer Kraft gesetzt, heißt es. Nun hat die Mitarbeitervertretung (MAV) des Marienkrankenhauses St. Wendel auf die Anschuldigungen reagiert.

In einem offenen Brief wenden sich Frank Decker, Vorsitzender der MAV, und sein Stellvertreter Werner Wilhelm an den Verdi-Pflegebeauftragten Michael Quetting. Darin heißt es: „Marienhaus als caritativer Träger taugt nicht als Sündenbock für ein schlechtes Gesundheitswesen.“ Die MAV habe kein Verständnis für Quettings Haltung gegenüber der Unternehmensgruppe. „Wir können sie uns nur so erklären, dass Du alles versuchst, um den sogenannten Dritten Weg abzuschaffen. Der erlaubt es nämlich den Kirchen und so auch uns als kirchlichem Träger, dass wir unsere Angelegenheiten selbst regeln. Dass Dir das ein Dorn im Auge ist, wissen wird.“

Verdi hatte die Pflege im Marienkrankenhaus als „lebensgefährlich, unverantwortlich und zugleich gesundheitsgefährdend“ bezeichnet. Dabei, so die MAV, sei es bekannt, dass es für Kliniken in der Krisenzeit schwierig ist, wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Denn elektive Eingriffe und Behandlungen müssten derzeit heruntergefahren werden. „Hier geht es um den Erhalt von Arbeitsplätzen und nicht um Gewinnmaximierung“, heißt es in dem offenen Brief. Die Gewerkschaft gefährde mit solchen Aussagen die Arbeitsplätze in St. Wendel zusätzlich.

Der Verdi-Pflegebeauftragte hatte für den geänderten Personalschlüssel in den Kliniken den Marienhaus Generalbevollmächtigen Thomas Wolfram verantwortlich gemacht. Die Gewerkschaft sieht in dem früheren Konzern-Chef des privaten Krankenhausträgers Asklepios einen knallharten Sanierer. Doch die MAV nimmt Wolfram in Schutz. Er sei nicht der „böse Wolf“ und versuche, „Marienhaus vor einem Konkurs zu bewahren“. Das Restrukturierungsprogramm trage Früchte. Auch in der jetzigen Krisensituation habe sich sein Handeln bewährt.

Die MAV betont zudem: Einschneidende Entscheidungen wie etwa die Schließung der Geriatrischen Rehabilitation in St. Wendel seien lange vor Wolframs Verpflichtung entschieden – und ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt worden. Es gebe also keinen Grund, Marienhaus an den Pranger zu stellen. „Denn auch die Arbeitsbedingungen im Marienkrankenhaus St. Wendel sind nicht besser oder schlechter als in den meisten deutschen Krankenhäusern“, heißt es in dem offenen Brief abschließend.