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Landkreis St. Wendel: Landrat fordert Ausgangssperre

Landrat fordert Ausgangssperre : „Manche Menschen haben den Ernst der Lage nicht erkannt“

Die Corona-Krise stellt das alltägliche Leben völlig auf den Kopf. Läden sind dicht, Schulen geschlossen, Spielplätze gesperrt. Nun fordert St. Wendels Landrat Udo Recktenwald (CDU) eine weitere drastische Maßnahme: eine Ausgangssperre bis Ostern.

„Ich habe den Eindruck, dass manche Menschen den Ernst der Lage nicht erkannt haben und sich nach wie vor in größeren Gruppen treffen. Das müssen wir unterbinden“, stellt Recktenwald klar. Es gebe die Vorgabe vom Robert Koch Institut, Kontaktpersonen stärker zu verfolgen als bislang, um Infektionsketten zu unterbrechen. Desto mehr Kontakte die Menschen haben, desto mehr Kontaktpersonen müsse man im Falle einer Infektion ermitteln. „Irgendwann wird das nicht mehr möglich sein“, befürchtet Recktenwald. Daher halte er es für unvermeidbar, eine Ausgangssperre zu verhängen. Man müsse das alltägliche Leben auf das absolut Notwendige reduzieren. Das bedeute jedoch nicht, alle Betriebe zu schließen. Auch Einkäufe und Arztbesuche sollten weiterhin möglich sein.

Doch wie will der Landkreis eine Ausgangssperre durchsetzen? Das sei schwierig. Aber es gebe ja bereits Länder, in denen es funktioniere. „In aller erster Linie appelliere ich immer noch an die Vernunft der Menschen“, stellt Recktenwald klar. Die Ausgangssperre würde ihnen vielleicht bewusst machen, dass Deutschland sich erst am Anfang dieser Pandemie befinde. „Und wenn wir die schnellstmöglich in den Griff bekommen wollen“, sagt der Landrat, „dann ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende.“