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"Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele"

"Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele"

St. Wendel. Am Sonntag, 22. August, lädt die Organisation "Netz für neues Leben" in das St. Wendeler Marienkrankenhaus zum Tag der offenen Tür ein. Sie verbindet diese Veranstaltung mit dem 30-jährigen Bestehen der Frauenselbsthilfe nach Krebs, Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland

St. Wendel. Am Sonntag, 22. August, lädt die Organisation "Netz für neues Leben" in das St. Wendeler Marienkrankenhaus zum Tag der offenen Tür ein. Sie verbindet diese Veranstaltung mit dem 30-jährigen Bestehen der Frauenselbsthilfe nach Krebs, Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland. Die Dahner Künstlerin Ingrid Wolff, die auch stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes ist, entwickelte dafür die Idee einer Klage- und Jubelmauer. Inspiriert durch Pablo Picassos Gedanken "Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele" hat sie 44 regionale Gruppen dazu motiviert, sich durch künstlerisches Schaffen ihres Seelenstaubes zu entledigen. Unter dem Motto "Klagen und Jubeln - alles hat (m)eine Zeit" entstand aus dieser Idee im Laufe eines Jahres ein Gesamtkunstwerk aus rund 100 Einzelelementen, schöpferisch gestaltet und zu einer eindrucksvollen Klage- und Jubelmauer zusammengefügt. Hundert Mal haben an Krebs erkrankte Frauen das Erlebte preisgegeben und ihrem ganz persönlichen Klagen und Jubeln gestalterisch Ausdruck verliehen. Viele der kleinen Kunstwerke sind in Gruppenstunden erarbeitet worden. Es wurde gemeinsam hinterfragt: Was war das Dunkle und das Schmerzhafte? Was war das Leidvolle im eigenen Krankheitsprozess, und was das Helle, das Leuchtende und das Kostbare? Über allem gestalterischen Tun stand unausgesprochen die Frage: Was hat uns reifen lassen? Jeder der ausdrucksvollen Kästen berührt den Betrachter, zieht ihn in den Bann der Gegenpole von Jubel und Klage und lässt ihn ohne Worte verstehen, was im Innern eines Menschen geschieht, wenn er mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird. Die Klage- und Jubelmauer ist seit Ende 2009 auf Wanderschaft durch Rheinland-Pfalz und das Saarland und wird in vielen Kliniken gezeigt. Sie symbolisiert mit ihrer Bildersprache die Bedeutung und Kostbarkeit jedes einzelnen Schicksals an der Grenzlinie des Lebens. Gleichzeitig bietet sie Gelegenheit, den Verband "Frauenselbsthilfe nach Krebs" und die vielen anderen Organisationen im "Netz für neues Leben" engagierten Menschen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und ihre Arbeit ein Stück weit bekannt zu machen. gtr Die Ausstellung ist am Sonntag, 22. August, beim Tag der offenen Tür des "Netz für neues Leben" zwischen 14 und 18 Uhr zu sehen. Sie kann danach bis Ende August im Foyer des Marienkrankenhauses St. Wendel besucht werden. Der Eintritt ist frei.