Kreistagswahl St. Wendel: CDU behält absolute Mehrheit

Kreistag St. Wendel : CDU verteidigt ihre absolute Mehrheit

Weitere fünf Parteien ziehen in den neuen Kreistag ein: SPD, Linke, Grüne, Freie Wähler, AfD. FDP scheitert.

Sieben Parteien wollten in den neuen St. Wendeler Kreistag einziehen. Sechs haben es geschafft. Trotz dieser Konkurrenz: Die CDU behält ihre absolute Mehrheit im Kreistag. Sie kommt auf 14 der 27 Sitze, muss gegenüber der Wahl 2014 einen Sitz abgeben. Ebenso die SPD. Diese erreicht acht Sitze. Die Grünen legen zu und sind im Kreistag künftig mit zwei Politikern vertreten. Linke und AfD kommen wie 2014 auf je ein Mandat. Neu in dem Gremium mit einem Politiker sind die Freien Wähler, die zum ersten Mal angetreten sind. Wie schon 2014 muss die FDP draußen bleiben.

Ein paar Blicke auf die Zahlen. 73 312 Bürger des St. Wendeler Landes waren am Sonntag zur Kreistagswahl aufgerufen. 53 922 von ihnen machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, das entspricht einer Quote von 73,6 Prozent, deutlich mehr als 2014. Da gingen 65,1 Prozent der Bürger zur Wahl.

Für die CDU stimmten 25 503 Wähler, das entspricht 48,3 Prozent der gültigen Stimmen. Gegenüber der vorangegangenen Kreistagswahl ist das ein Minus von 3,1 Prozentpunkten. Den größten Verlust muss die SPD verkraften. Sie erhielt 14 062 Stimmen, das sind 26,6 Prozent. Im Vergleich zu 2014 ein Minus von 6,7 Prozentpunkten. Die Grünen hingegen konnten ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Für sie stimmten 4103 Bürger, das sind 7,8 Prozent, ein Plus von 4,4 Prozentpunkten. Für die Freien Wähler votierten 2269 Bürger, das sind 4,3 Prozent. Die AfD verbuchte 3165 Stimmen (6,0 Prozent). Das sind lediglich 1,7 Prozentpunkte mehr als 2014. Die Linke wählten 2451 Bürger (4,6 Prozent). Ein winziges Plus von 0,2 Prozentpunkten zu 2014. Die FDP zählte 1254 Wähler (2,4 Prozent). Das sind zwar doppelt so viele Stimmen wie 2014 (1,3 Prozent), zum Einzug in den Kreistag reicht es aber nicht.

„Unser großes Ziel als CDU war es, die absolute Mehrheit im Kreistag zu erhalten. Das ist uns gelungen“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende Andreas Veit. Der Wähler honoriere, dass die CDU über viele Jahre gute Arbeit geleistet habe und dass stabile Mehrheitsverhältnisse förderlich seien für eine gute Politik. Das gute Ergebnis habe man auch Landrat Udo Recktenwald zu verdanken, der als Spitzenkandidat angetreten sei.

Bei den Bürgermeisterwahlen habe es klare Siege für die Amtsinhaber gegeben. Mit Blick auf die Gemeinderäte verweist Veit auf die absoluten Mehrheiten seiner Partei in St. Wendel, Oberthal und Tholey. Veit abschließend: „Die CDU ist zufrieden. Wir freuen uns auch, dass die Wahlbeteiligung stark gestiegen ist.“

Als einen beeindruckenden Ver-
trauensbeweis hat Landrat Udo Recktenwald (CDU) die Verteidigung der absoluten Kreistagsmehrheit durch die CDU im Landkreis St. Wendel bewertet. In absoluten Zahlen habe die CDU im Kreis sogar 1200 Stimmen mehr erhalten als 2014 und das 15. Mandat nur um wenige Stimmen verpasst, obwohl eine Partei mehr dem künftigen Kreistag angehört. Recktenwald unterstreicht: „In dieser bewegten und bewegenden politischen Zeit mit inzwischen sechs Parteien im Kreistag ist der Gewinn der absoluten Mehrheit weit über das Saarland hinaus eine Besonderheit, die mich stolz und demütig zugleich macht. Sie ist Ergebnis harter engagierter Arbeit. Zugleich ist sie Ansporn, den eingeschlagenen Weg zielgerichtet weiter zu gehen.“

Magnus Jung, SPD-Kreisvorsitzender, betont in seiner Bilanz: „Mit den Ergebnissen kann die SPD sehr zufrieden sein, insbesondere mit den Siegen der Bürgermeister Karl-Josef Scheer und Franz-Josef Barth und den hervorragenden Wahlergebnissen in Nonnweiler, Freisen und Marpingen.“ Und weiter: „Von den fünf besten SPD-Ergebnissen landesweit kommen damit drei aus dem Landkreis St. Wendel.“ Christian Barth habe in Nohfelden toll gekämpft und ein gutes Ergebnis geholt. Jung sagt: „Die Bürger haben vor Ort sehr genau hingeschaut. Und deshalb gibt es auch große Unterschiede zwischen den Dörfern. Das werden wir analysieren und daraus lernen. Das Ergebnis der Kreistagswahl entspricht meinen Erwartungen.“

Lars Schlaup von den Grünen ist positiv überrascht: „Überall, wo wir angetreten sind, sind wir in die Kommunalparlamente gekommen.“ Dort, wo man schon vertreten gewesen sei, habe man hinzugewonnen. Neben dem Kreistag arbeiten die Grünen künftig in vier Gemeinderäten und dem Stadtrat St. Wendel mit. Neu sind sie in Nonnweiler und Nohfelden. Für Schlaup ein großer Vertrauensbeweis. Gerd-Peter Werle von den Freien Wählern freut sich über das Ergebnis: „Wir haben alle Wahlziele erreicht. Wir sind zum ersten Mal im Kreistag mit mehr als 2200 Stimmen, das ist megaklasse.“

Heike Kugler von den Linken ist mit dem Abschneiden bei der Kreistagswahl nicht ganz zufrieden: „Wir hatten uns mehr erhofft, aber angesichts der vielen Parteien, die angetreten sind, sind wir zufrieden. Unsere Ausgangslage ist besser, als bei der letzten Wahl.“ Edgar Huber von der AfD beurteilt das Abschneiden seiner Partei so: „Das Wahlergebnis für den Stadtrat St. Wendel ist sehr gut, beim Kreistag liegen wir hinter unseren Erwartungen zurück. Dort wären wir gerne in Fraktionsstärke eingezogen. Deshalb bin ich nicht ganz zufrieden.“