Ein dickes Lob an alle Helfer

Traumatisiert, verletzt, hungrig. Wenn überhaupt, konnten sie lediglich ein paar Habseligkeiten bei ihrer Flucht aus ihrer Heimat retten. Doch zumeist nur das, was sie am Leibe trugen. Ja, Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe.

Dringend. Nicht nur monitäre. Wir müssen uns um sie kümmern. Mit Menschlichkeit. Gesprächen. Nähe. Und wir können es packen. Gemeinsam. Das beweisen viele Menschen in unserer Region. Längst nicht nur von Berufs wegen.

Viele Freiwillige dienen sich an. Aus allen Bereichen erklären sie sich bereit dazu. Seien es Sportler wie vom SV Elversberg , die spontan die Patenschaft für die Aufnahmestelle minderjähriger Flüchtlinge in St. Wendel übernahmen. Seien es Ehrenamtler, die sich um Neuankömmlinge in den Dörfern bemühen, sie zu Behördengängen begleiten, ihnen Sprachkurse bieten. Sie einfach nur Willkommen heißen.

Was bringt da der Blitzbesuch einer Ministerriege wie diese Woche in zwei der Anlaufstellen im Saarland? Reiner PR-Aufmarsch? Schon. Denn ein unverfälschtes Bild der Situation vor Ort wird Politikern mit Journalistenpulk im Schlepptau nicht präsentiert. Aber etwas anderes erzielt solch ein Termin: Er erzeugt Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. So geraten die Ängste und Nöte der Betroffenen ans Tageslicht. Und jene, die sich um die Heimatvertriebenen sorgen, sind dadurch ebenfalls im Fokus. Ihnen gilt an dieser Stelle meine aufrichtige Anerkennung für ihren schwierigen Einsatz. Insbesondere gegen braune Hetze, die von diffusen Ängsten geleitet wird und Helfer alltäglich durch Anfeindungen trifft.

Wie anerkennend ist da auch die ungewöhnliche Aktion einer privaten Initiative im Internet, die diese Woche an den Start ging und bislang schon Abertausende erreichte: Die Beteiligten wollen erzielen, dass die von 1993 stammende satirische Hymne gegen Rechts "Schrei nach Liebe" der Berliner Punk-Rocker "Die Ärzte" wieder in die Charts gelangt. Das akustische Zeichen gegen Fremdenhass soll im Radio rauf- und runterlaufen. Auch dieser Aktion gilt mein dickes Lob, da sie auf unkonventionelle Art und Weise Stellung bezieht.