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Auf die Einheit: Raufen wir uns zusammen

Auf die Einheit: Raufen wir uns zusammen

An diesem Samstag feiern wir die deutsche Einheit. 25 Jahre ist es her, da wurde aus der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik ein Land. Eine Nation. Jährlich beschert uns dieses historische Ereignis einen Feiertag.

Einige verbinden emotionale Erinnerungen mit dem Mauerfall und der Vereinigung. Für jüngere Gernerationen ist es ganz normal, dass Deutschland Deutschland ist. Bilder von der einstigen Mauer sind für sie nur der Stoff aus Geschichtsbüchern. Doch bei all der Freude vor 25 Jahren, gab es auch kritische Stimmen. Gab es auch Unsicherheiten und Ängste . Würden die beiden Nationen wirklich wieder zu einem Volk zusammenwachsen? Wie würde die gemeinsame Zukunft aussehen: politisch, finanziell, wirtschaftlich? Fakt ist, wir haben es geschafft. Trotz gewisser Anfangsschwierigkeiten. Ob im Saarland oder Sachsen, in Bayern oder Brandenburg - wir alle sind Deutsche, ein Volk. Haben uns zusammengerauft.

Aktuell sind wir wieder mittendrin in einem historischen Geschehen. Einer Völkerwanderung , die in diesem Ausmaß wohl keiner so erwartet hat, als wir die ersten schaurigen Schlagzeilen vom Bürgerkrieg in Syrien gelesen haben. Ja, die Menschen, die jetzt voller Hoffnung Grenzen und Mauern überwinden, um nach Deutschland zu kommen, sprechen nicht unsere Sprache, haben nicht unser Aussehen, sind uns fremd. Im Glauben, in der Kultur.

Es gibt wieder neben dem herzlichen Willkommen auf der einen Seite, Sorgen und Ängste auf der anderen. Das ist auch in Ordnung. Nur dürfen wir uns nicht verrückt machen lassen, nicht aus dem Faustschlag eines Menschen einen Angriff auf uns alle machen. Es ist sicherlich eine unglaublich große Herausforderung, die vielen Flüchtlinge hier zu integrieren. Und ja, vielleicht wird sich Deutschland dadurch auch verändern. Wie übrigens schon viele Male zuvor.

Also, versuchen wir es, raufen wir uns zusammen. An diesem Freitag der perfekte Vorsatz. Denn es ist der Tag des Flüchtlings.