Kolumne Apropos : Eine neue Zeitrechnung

Werden künftige Generationen bei der Zeitrechnung v.C. nicht mehr „vor Christi Geburt“ sondern „vor Corona“ meinen? Unser Autor hat sich darüber seine Gedanken gemacht.

Eine neue Zeitrechnung hat begonnen, die Bezeichnung dafür ist die selbe geblieben. Haben Menschen in westlichen Ländern rund 2000 Jahre die Zeit in vor Christi Geburt und nach Christi Geburt eingeteilt, so werden künftige Generationen von Jahren vor Corona und nach Corona sprechen und schreiben. Wie praktisch, dass das dennoch einfach von der Hand gehen dürfte, denn vor Christi Geburt und vor Corona sowie nach Christi Geburt und nach Corona lässt sich praktischerweise beides mit v. C und n. C. abkürzen. So dürfte die Umstellung doch für uns alle machbar sein.

Gleichwohl wird es für den einen oder anderen unter uns befremdlich wirken, in einer so hoch technisierten und vermeintlich aufgeklärten Gesellschaft wie der unseren, wieder in das erste Jahrhundert zurückkatapultiert zu werden. Ganz zu schweigen von den finsteren Kapiteln, die uns möglicherweise noch bevorstehen mögen. Man denke nur an das dunkle Mittelalter, die Inquisition, die Hexenverbrennungen oder die Pest. Vielleicht aber sind die kommenden Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte n. C – also nach Corona – auch eine Chance für Gesellschaften, vieles besser zu machen, als in der alten Zeitrechnung. Vielleicht können die Menschen irgendwann einmal sagen, das Zeitalter n. C., also nach Corona, war ein wahrhaft goldenes.