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Knochen-Arbeit für kreative Hände

Knochen-Arbeit für kreative Hände

Wenn es ernst wird mit seiner Riesenechse, dann kommt Professor Rodolfo Coria persönlich aus Argentinien nach Reden ins Saarland. "Viel Arbeit", sieht der Paläontologe und Entdecker des Argentinosaurus, als er seinen Blick durch die Künstlerwerkstatt wandern lässt

Wenn es ernst wird mit seiner Riesenechse, dann kommt Professor Rodolfo Coria persönlich aus Argentinien nach Reden ins Saarland. "Viel Arbeit", sieht der Paläontologe und Entdecker des Argentinosaurus, als er seinen Blick durch die Künstlerwerkstatt wandern lässt. Hier - wie auch an Produktionsstätten weltweit - wird derzeit an der Ausstattung des Gondwana-Themenparks zur Evolutionsgeschichte gearbeitet. Im Mai waren 187 modellierte Einzelknochen des Argentino-Saurus angekommen (wir berichteten). Kreative Hände haben sie gefärbt. Jetzt werden sie von Experten unter Corias Augen zusammengebaut. Und der Professor ist "sehr zufrieden" mit dem Zustand seiner Echse.Verantwortlich für die Patinierung der Knochen war eine frei arbeitende siebenköpfige Künstlergruppe - unterstützt von Studenten und Helfern -, die auch die nächsten Monate noch für Gondwana wirken wird. Denn nach den Knochen waren jetzt Wurzeln dran, die möglichst authentisch im Karbonwald von Gondwana wuchern sollen. "Form modellieren, Form ausgießen, Abdruck schrubben und zurechtschneiden, nachkolorieren" - so beschreiben die Bildhauer Thea Timm (38) und Tibor Soskuti (48) die Wurzelbehandlung. Bald bekommt die Künstlerwerkstatt Zuwachs - Spezialisten werden "echte" Oberflächenstrukturen für verschiedenste Gesteinsarten gestalten. Bereits eingetroffen sind gerade Teile andernorts gefertigter Riesenbäume.Mit allen Sinnen soll der Themenpark Gondwana für Besucher erfahrbar sein, versichern im SZ-Gespräch Gondwana-Architekt Ulrich Benfer und der wissenschaftliche Leiter Andreas Braun. In ihren Büros in der ehemaligen Halle für Biodokumentation, wo sich auch die Künstlerwerkstatt befindet, stehen Schuhkarton-kleine Modelle der künftigen Gondwana-Hallen. Sie bilden zusammen mit großen Fotos die Arbeitsgrundlage für das künstlerische Arbeiten an der Innenausstattung. Und Paläontologe Braun ist intensiv damit beschäftigt, passende Gerüche und Geräusche für Flora und Fauna der Erdgeschichte vor Millionen von Jahren zu sichten, zu filtern und für den Park-Besucher aufzubereiten. Auge, Ohren und Nase sollen Gondwana entdecken. Das Fundament für die Eingangshalle des Parks ist bereits gelegt. Professor Coria konnte den Platz sehen, an dem seine Riesenechse später mal die Park-Besucher empfangen will. Wie sagte er? "Viel Arbeit." cle