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Kneipp-Verein St. Wendel bietet Strick-Bar an

Strick-Bar beim Kneipp-Verein : Wenn Stricken süchtig und den Kopf frei macht

Maria Samstag aus Urweiler ist Vorsitzende des St. Wendeler Kneipp-Vereins und bietet so manchen Handarbeits-Kurs an.

Maria Samstag liebt Wolle. In allen Variationen. Nur gute Qualität muss es sein. „Wolle ist nicht gleich Wolle“, sagt sie. Alpaka-, Schaf- oder Merinowolle verarbeitet sie gerne. Und gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn es um Seide geht, die sie in ihren Handarbeiten verarbeitet. „Bei feinem Garn hat man auch ein feines Endprodukt“, so die 61-Jährige. Und ein Seidenanteil in den Strümpfen oder Schals, „das ist ein Gedicht auf der Haut“.

Ihre selbstgestrickten Socken fühlen sich angenehm weich und zart an. Da ist kein Kratzen mehr zu spüren. „Wenn ich schon 16 Stunden an einem Paar Socken stricke, dann will ich mir damit auch was gönnen“, begründet Samstag, dass die Wolle ausschlaggebend ist. Ein Grundsatz, den sich auch den Teilnehmern der Strick-Bar und des Handarbeitszirkels beim Kneipp-Verein vermittelt. Die Kneipp-Geschäftsstelle leitet sie seit neun Jahren, acht Jahre davon gibt es auch die Strick-Bar. Hier treffen sich handarbeitsbegeisterte Damen – Männer sind zwar auch willkommen, aber die lassen sich kaum bis gar nicht blicken. Auch Nachwuchs sei willkommen, sind die Damen, die jeweils am zweiten Dienstag im Monat von 9.30 bis 11.30 Uhr vorbeikommen, zwischen 55 und 80 Jahre alt. „Sollte Interesse bestehen, könnten wir auch einen Termin am Abend anbieten“, so Samstag.

Schließlich sei Handarbeit wieder im Kommen. Gerade die Jüngeren seien es, die beispielsweise Figuren häkelten. Das ist aber nicht so das Ding von Maria Samstag. „Dafür habe ich nicht die Geduld“, sagt sie. Vielmehr sei für die Urweilerin das Stricken eine Art Meditation: „Damit komme ich runter.“ Der Kopf werde frei. „Weil ich mich auf eine Sache konzentrieren muss und trotzdem meine Gedanken weiterspinnen kann.“ Aber sie warnt auch mit einem Lächeln auf den Lippen: „Vorsicht, Stricken kann süchtig machen.“

Bei ihr persönlich fing es ganz harmlos an. So mit Mitte 20, als sie Pullover und Westen für ihre Kinder strickte. Aus Kostengründen, wie sie sagt. Das habe schnell gut geklappt. Also wagte sie sich an Strümpfe heran, die strickt sie heute noch leidenschaftlich gerne. Mit fünf Nadeln, zuerst den Schaft, dann die Ferse. Das Schöne dabei: „Strümpfe kann man überall stricken.“ Im Zug, beim Arzt, im Auto, beim Kaffeekränzchen. Und: Selbstgestrickte Strümpfe seien originelle Geschenke, die gut ankämen.

Maria Samstag zeigt im Kneipp-Treff in St. Wendel Selbstgestricktes. Foto: Melanie Mai

Während im Handarbeits-Zirkel (jeden dritten Montag im Monat von 15 bis 17 Uhr) jeder das macht, wozu er gerade Lust hat, so gehe es in der Strick-Bar um konkrete Projekte. Ponchos haben die Damen bereits gestrickt oder Schultertücher, auch Beanie-Mützen kamen gut an. Und das alles in gemütlicher Runde. Dabei seien auch Anfänger willkommen. „Schlag 60 Maschen an und stricke einen etwa 20 Zentimeter langen Schaft“, würde Samstag einem Neuling raten. „Und dann nehme ich mir die Zeit, um genau zu erklären, wie es weitergeht“, sagt sie, die auch Vorsitzende des Kneipp-Vereins ist. Wem Socken noch zu anspruchsvoll sind, dem rät sie, mit einem Schal oder einem Dreieckstuch anzufangen. „Das sind nur rechte und linken Maschen und man sieht schnell ein Ergebnis.“ Das sei wichtig. Um am Ball zu blieben. Dafür verwende man am besten Sechser-Nadeln, sagt sie. „Dann geht es schneller.“ Und vielleicht komme so auch beim Nachwuchs die Liebe zur Wolle.