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Jeder Fünfte kommt mit dem Rad

Jeder Fünfte kommt mit dem Rad

Saarbrücken-Dudweiler. Fahrräder sind Jan Messerschmidts Leidenschaft. Die hat der Informatiker und Geschäftsführer des Softwareunternehmens Dialogika - Gesellschaft für angewandte Informatik mbH auch auf seine Mitarbeiter übertragen. Seit 1991 fördert er das Radfahren in seinem Betrieb aktiv. Mit Erfolg: Fast jeder fünfte Mitarbeiter kommt mittlerweile regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit

Saarbrücken-Dudweiler. Fahrräder sind Jan Messerschmidts Leidenschaft. Die hat der Informatiker und Geschäftsführer des Softwareunternehmens Dialogika - Gesellschaft für angewandte Informatik mbH auch auf seine Mitarbeiter übertragen. Seit 1991 fördert er das Radfahren in seinem Betrieb aktiv. Mit Erfolg: Fast jeder fünfte Mitarbeiter kommt mittlerweile regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit. 1991 zog Dialogika von Saarbrücken-St.Arnual nach Dudweiler. "Vorher habe ich direkt gegenüber der Firma gewohnt. Mit dem Umzug stellte sich die Frage nach einer Alternative zum Auto." Für sich entdeckte Messerschmidt schnell das Fahrradfahren. "Wir hatten damals auch schon Mitarbeiter, die relativ fanatische Fahrradfahrer waren", erinnert sich Messerschmidt. Und weil es die Gesundheit fördert und das Klima schont, wollte er auch die anderen Mitarbeiter, mittlerweile 80, motivieren, für den Arbeitsweg ab und an aufs Fahrrad umzusteigen. Das sei auf vier Wegen möglich, berichtet er: durch verbesserte Infrastruktur, Prämien, Vorbild und Klimabewusstsein. "Monetäre Anreize spielen bei unseren Mitarbeitern kaum eine Rolle", ergänzt der Geschäftsführer. Die Vorbildfunktion und die Infrastruktur für Fahrradfahrer dafür umso mehr.Bereits bei der Planung für den Umbau des neuen Firmengebäudes wurde darauf geachtet, dass es eine Dusche für die Mitarbeiter gibt. Mit einem Extra: Ein Icon auf dem Computerbildschirm zeigt an, ob die Dusche gerade besetzt ist. Dass das Haus einen großen Fahrradkeller hat, versteht sich von selbst. Seit Neustem gibt es dort auch eine Werkzeugbar. "Ich habe vorher die Mitarbeiter gefragt, welche Fahrräder sie haben. Für jeden Fahrradtyp wurden dann die passenden Schläuche und andere Ersatzteile angeschafft", erläutert der Informatiker.Und die Unternehmensleitung geht mit gutem Beispiel voran. Nicht nur Messerschmidt und seine beiden Mitgeschäftsführer, sondern auch viele leitende Mitarbeiter fahren viel und gerne Rad. Gemeinsame Fahrradaktionen werden ebenfalls organisiert. Es gibt beispielsweise eine jährliche Firmenradtour. In diesem Jahr geht es auf den Ruwertal-Weg. Außerdem hat Dialogika sechs Diensträder. "Ich nutze das Dienstrad oft", erzählt Messerschmidt, "ich bin in ganz Deutschland unterwegs, nehme meist den Zug und fahre die restlichen Kilometer mit dem Rad. Das macht bei den Kunden Eindruck." Und nicht nur bei denen. Messerschmidt: "Wir haben schon den einen oder anderen neuen Mitarbeiter gewonnen, wenn wir im Vorstellungsgespräch das Fahrradfreundliche hervorgehoben haben." Die Mühe wurde auch anderweitig belohnt. 2008 erhielt das Saarbrücker Unternehmern als bisher einziger Betrieb im Saarland in dieser Größe vom Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) das Siegel "Fahrradfreundlicher Betrieb." Vor allem auch, weil die Firma sehr systematisch darangegangen ist, die Mitarbeiter zu motivieren und Anreize zu schaffen, merkt Thomas Fläschner vom ADFC Saar an. Und die Mitarbeiter seien zufriedener, die Fluktuation im Unternehmen sehr gering. Messerschmidt: "Das wirkt sich in der Firmenkultur aus."

Auf einen BlickIn einer kleinen Serie stellt die Saarbrücker Zeitung gemeinsam mit dem Netzwerk Mobilität Saar verschiedene Alternativen zum eigenen Auto für den Weg zur Arbeit vor. In der Serie "Alternativen für Pendler" zeigen wir beispielhaft anhand dreier saarländischer Unternehmen, wie die betriebliche Mobilität verbessert werden kann. Die Firmen: Dialogika - Gesellschaft für angewandte Informatik mbH aus Saarbrücken-Dudweiler, die als fahrradfreundlicher Betrieb ausgezeichnet wurde, die Stiftung für deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit aus Saarbrücken, die während des Festivals Perspectives Car-Sharing nutzt, die IKK Südwest, die das Jobticket eingeführt hat.Das Netzwerk Mobilität Saar hat sich zum Ziel gesetzt, Berufspendlern Alternativen zum eigenen Auto aufzuzeigen. Die Mitglieder: Saar-Umweltministerium, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) Saar, Arbeitskammer des Saarlandes, Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Stadt Saarbrücken, Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK), Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Büro für Mobilitätsberatung & Moderation. Die Geschäfte führt die Verbraucherzentrale des Saarlands, E-Mail: info@mobilitaet-saar.de. dög