Internationales Musikfestival WND Jazz in St. Wendel erlebt 29. Auflage

Internationale Jazztage : 29. Auflage ⇥WND Jazz

Mit einem Prologkonzert startet das internationale St. Wendeler Musikfestival. Vielfalt ist Programm, Spanien ein Schwerpunkt.

WND Jazz, das internationale St. Wendeler Jazz-Festival, geht in seine 29. Auflage. Los geht es mit dem inzwischen schon traditionellen Prologkonzert im Kurhaus Harschberg. Ab 20 Uhr präsentiert der libanesische Sänger Rabih Lahoud das vielfach preisgekrönte Projekt MASAA. abei kommentieren Marcus Rust (Trompete, Flügelhorn), Demian Kappenstein (Schlagzeug) und Reentko Dirks-Doppelhals (Gitarre) Gedichte – kreativ, sensibel und reagierend, so der Veranstalter. „Arabische Verse und zeitgenössischer Jazz verweben sich“, schwärmt Ernst Urmetzer, Chef des St. Wendeler Jazz-Förderkreises (JFK), der das Festival gemeinsam mit der Stadt St. Wendfel organisiert, von der lyrischen Liaison.

Überhaupt bietet das Festival unter dem Motto „globale Vielfalt“ in diesem Jahr ein stilistisch breit angelegtes Programm mit namhaften Künstlern aus aller Welt: Libanon, Algerien, Marokko, Spanien, Frankreich, Österreich, Deutschland, Kuba und USA, darunter vier starke Frauen. „Alle Projekte zeigen, wie aus Begegnungen verschiedener Kulturen neue kreative Ideen entstehen können, ohne Schubladen und Sprachgrenzen“, erklärt Chef-Jazzer Urmetzer. Vor dem Konzert wird um 19 Uhr die Ausstellung „...bis tief in die Seele“ mit Fotos von Peter Meurer eröffnet.

Weiter geht es am Freitag 20. September, 20 Uhr, mit einer spanischen Nacht. Dann allerdings, wie in den darauffolgenden Tagen auch, im städtischen Saalbau. Zunächst mit NES. Das Trio besteht aus Nesrine Belmokh, französisch-algerische Sängerin/Cellistin, die mit legendären Dirigenten wie Maazel und Barenboim zusammengearbeitet hat. Matthieu Saglio, französischer Cellist, ist in mehr als 30 Ländern aufgetreten. David Gadea, Perkussionist, personifiziert die Essenz von NES. Ihr Klang wurde durch den Reichtum ihrer musikalischen Erfahrungen geprägt, von Jazz bis Klassik, Soul, Flamenco und arabischer  Musik.

Es folgt das Daniel Garcia Trio. „Flamenco und Jazz sind Brüder“, sagt der Pianist Daniel García, eine der aufregendsten Stimmen der neuen Generation des spanischen Jazz, so der Veranstalter. „Sie haben einige wesentliche Dinge gemeinsam: Selbstdarstellung, totales Engagement im Moment des Musizierens und die tiefe Erfahrung des Augenblicks.“ Garcia spiele eine Musik, die ausdrucksstark ist und in der rhythmischen Intensität mit melodischem Reichtum, harmonischer Finesse und außergewöhnlicher Virtuosität verbunden sei.

Den Samstag 21. September, 20 Uhr, eröffnen Marialy Pacheco und Rhani Krija. Die kubanische Ausnahme-Pianistin Marialy Pacheco wurde als erste Frau überhaupt mit dem Montreux Jazzfestival Award ausgezeichnet. Der Marokkaner Rhani Krija gilt als einer der gefragtesten Perkussionisten in der Jazz-, Weltmusik- und Rockszene . „Gespielt hat er unter anderem mit Sting und Herbie Hancock“, weiß Urmetzer. Pacheco entlocke dem Flügel Melodien voller Feuer, Melancholie und Zartheit, der perfekte Gegenpart für Krija. „Die feine Art des klingenden Gedankenaustausches“.

Ab 21.30 Uhr gehört die Bühne dem Vincent Peirani Quintett. Weltmusik, Klassik, Chanson oder Pop gehen Peirani laut Urmetzer ebenso leicht von der Hand wie Jazz.  Dreh- und Angelpunkt des Projektes ist die dreiteilige Mini-Suite „Kashmir to Heaven“ der legendären Band Led Zeppelin. Sein Quintett ist eine Familienangelegenheit: Der Sonntag, 22. September, gehört zunächst den kleinen Musik-Fans. Ab 11 Uhr heißt es wieder Jazz for Kids. Dieses Mal mit Alexandra Lehmler und Band. Titel: „Frau Gerburg verkauft den Jazz“. Moderiert von Gerburg Maria Müller, biete das Mitmachkonzert beim neuen Programm der Band um Schlagzeuger „Herr Hering Cerin“ und der Saxophonistin Alexandra Lehmler viel Musikspaß, nicht nur für kleine Zuhörer. „Es ist ein Spaß für die ganze Familie“, sagt Urmetzer.

Um 18 Uhr betritt das David Helbock-Trio die Bühne. Das Finale läutet der österreichische Pianist David Helbock mit dem eingespielten Trio ein: Raphael Preuschl an der seltenen Bass-Ukulele und Reinhold Schmölzer am Schlagzeug. Die drei Musiker spinnen feinsinnig und virtuos mystische Geschichten um Götter, Helden und Wunder, mal lyrisch, mal hymnisch, aber stets überraschend, sagt Urmetzer. Vier Stücke, die die  „Star Wars“-Filmmusik von John Williams aufnehmen, bilden das Skelett des Programms.

Die Jazz-Tage beschließen Somi und Band. Somis Wurzeln liegen in Ruanda und Uganda. In ihrem Songschreiben beobachte sie aufmerksam und kommentiere scharfzüngig. Ihre Songs verschmelzen  afrikanisch gefärbte Grooves, geschmeidigen Jazzgesang und ein mitfühlendes soziales Bewusstsein auf ernsthafte und verführerische Weise: Mit einer bittersüßen Stimme singe sie flüsternd, summend und keuchend ihre Geschichten über das Harlem-Viertel „Petite Afrique“ und über alltäglichen Rassismus, Drogen und Gewalt.

Karten gibt es bei Ticket regional: www.ticket-regional.de. Hotline: (06 51) 9 79 07 77; Reservierung: contact@wndjazz.de. Ticketpreise: Prolog: 20 beziehungsweise zwölf  Euro (ermäßigt) an der Abendkasse. Tickets für die Abendkonzerte vom 20. bis 22. September kosten im Vorverkauf je 25 beziehungsweise 13 Euro. Das Jazz-for-Kids-Familienticket kostet zwölf Euro für zwei Erwachsene plus Kinder. Zuschlag an der Abendkasse jeweils zwei Euro.

WND Jazz 2019 mit Vincent Peirani Foto: Dean Bennici. Foto: Dean Bennici
Daniel Garcia WND Jazz 2019 Foto: Mara Saiz. Foto: Mara Saiz
Somi gastiert am Sonntag, 22. September, im Saalbau. Foto: August Udoh
Jazz for Kids heißt es am Sonntagmorgen. Titel des Stückes für die ganze Familie: Frau Gerburg verkauft den Jazz. Foto: Rolf Freiberger
Den Auftakt bestreitet Masaa im Kurhaus Harschberg. Foto: wnd jazz
Marialy Pacheco und Rhani Krija spielen am Samstag, 21. September, im St. Wendeler Saalbau. Foto: Simon Zimbardo
Auch das David Helbock-Trio ist bei WND-Jazz am Start. Foto: Severin Koller

wndjazz.de

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