1. Saarland
  2. St. Wendel

Innig und ausdrucksstark

Innig und ausdrucksstark

Bliesen. Was die Gläubigen am Morgen in der Messe zum Palmsonntag gehört hatten, vernahmen sie am Nachmittag beim Festkonzert der Viel-Harmonie in der Bliesener Pfarrkirche noch einmal, diesmal gregorianisch gesungen: "Ihr Tore, hebt euch nach oben. Hebt euch, ihr uralten Pforten, denn es kommt der König der Herrlichkeit

Bliesen. Was die Gläubigen am Morgen in der Messe zum Palmsonntag gehört hatten, vernahmen sie am Nachmittag beim Festkonzert der Viel-Harmonie in der Bliesener Pfarrkirche noch einmal, diesmal gregorianisch gesungen: "Ihr Tore, hebt euch nach oben. Hebt euch, ihr uralten Pforten, denn es kommt der König der Herrlichkeit." Als die Männerstimmen bei diesem Introitus zu der Stelle kamen, an der es heißt: "Die Kinder von Jerusalem trugen Palmen in den Händen" schritten Bliesener Kinder mit Palmzweigen würdevoll durch den Mittelgang des Gotteshauses. Johann Sebastian Bachs "Himmelskönig, sei willkommen" leitete die mehrstimmigen Chorvorträge ein. Das Werk erklang freudig-bewegt und geradezu hymnisch und beeindruckte durch das ständig wiederkehrende jubelnde "Sei willkommen". Von dem italienischen Komponisten Adriano Banchieri, der viele Kirchenkonzerte geschrieben hat, war das "Jubilate Deo" zu hören. Der Chor arbeitete diesen Jubelgesang auf den Herrn wunderschön heraus. Voller Klangreichtum war auch Josef Rheinbergers "Preis und Anbetung". Der Chorsatz brachte mit vielen Stimmen die Ehrfurcht und die Dankbarkeit für die Gnade Gottes zum Ausdruck. Innig und ausdrucksstark wurde Felix Mendelssohn-Bartholdys Psalmvertonung "Richte mich Gott" dargeboten, ruhig fließend und feierlich die "Cantique de Jean Racine" von Gabriele Fauré. Das Werk des "französischen Schumann", wie er zuweilen genannt wird, zeichnet sich durch eine reich modulierende Satztechnik und eine weiche Klangfärbung aus. Voll Hoffnung und TrostDrei Chorsätze berührten die Seelen der Zuhörer besonders, weil sie sowohl hoffnungsfroh als auch trostreich den Kirchenraum füllten: "Lamm Gottes" (mit Solostimme) und "Wenn Lieder und Worte" von Klaus Heizmann sowie das "Fürchte dich nicht" von Eugen Eckert. Das letzte Lied "Bleib bei uns, Herr" schlug bereits einen Bogen zum Osterfest. Im Geiste konnten die Konzertbesucher den Jüngern folgen, die am Auferstehungstag nach Emmaus gingen und wie ihnen unterwegs Jesus begegnete. Mitglieder des Saarbrücker Staatstheaters begleiteten mit ihren Instrumenten nicht nur die Viel-Harmonie. Sie spielten auch zwei Orchesterwerke: das "Larghetto et spirituoso" aus dem Concerto grosso in d-moll für Solo-Violine von Antonio Vivaldi und die ernste und tiefgründige "Modern Elegie" von Owen Swindale. Auch der Jugendchor der Viel-Harmonie beteiligte sich mit zwei Liedern an dem Palmsonntagskonzert. Einige Tage vorher hatte er bei einem Chorwettbewerb in Neunkirchen den ersten Platz errungen. Das Festkonzert, das unter der Gesamtleitung von Christoph Demuth stand, schenkte seinen Zuhörern Trost, Kraft und Zuversicht. Es wirkte wie eine Salbe, die die Menschen entkrampft und ihre Alltagssorgen lindert. gtr