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In diesem Jahr tummelten sich keine feierwütigen Maiwanderer am Bostalsee.

Kostenpflichtiger Inhalt: Mai-Wanderung : Verglichen mit Vorjahren wie ausgestorben

Normalerweise ist der Bostalsee ein Hotspot der Maiwanderer. Nicht so in diesem Jahr. Der Ansturm blieb aus.

Der Appell von Landesregierung und Polizei, auf das traditionelle Mai-Wandern zu verzichten, hat gewirkt. Und das, obwohl die Saarländer nach Beschluss der Verfassungsrichter ihre Wohnung wegen der Corona-Pandemie nun ohne triftigen Grund wieder verlassen dürfen.

Normalerweise sind in den vergangenen Jahren Hunderte meist junge Menschen mit dem Zug am Türkismühler Bahnhof angekommen, um von dort an den Bostalsee zu marschieren. Am gestrigen 1. Mai war wegen der Corona-Pandemie alles völlig anders. Zufahrten und Parkplätze sind eh seit Wochen gesperrt und die Gastronomie dicht.

Im Vorfeld hatten Landespolizei und Nohfelder Ortspolizeibehörde Kontrollen und bei Nichteinhaltung des Abstandsgebotes und Menschenansammlungen saftige Bußgelder angekündigt. Zudem ist es ein mieser Regentag bei schlappen zehn Grad. Aus insgesamt acht Personenzügen, die aus Richtung Kaiserslautern und Saarbrücken einlaufen, steigt kein einziger Wanderer aus. Überhaupt sitzen in den Abteilen höchstens 15 Fahrgäste. „Die Menschen sind vernünftig und halten sich wohl an die Vorgaben“, meint Hubertus Wilhelm von der Nohfelder Ortspolizeibehörde.

Vom Bahnhof starten Wilhelm und seine Kollegen die Kontrollfahrten rund um das Binnengewässer. „Die Feldwege waren im Vergleich zu den Vorjahren wie ausgestorben“, berichtet er. Beispiel Sportplatz Gonnesweiler, der beliebteste Rastplatz auf dem Weg zum See. In diesem Jahr ist kein Bauzaun am Fußballfeld aufgestellt worden. Weit und breit ist keine Wandergruppe samt Bollerwagen zu sehen. „Null Maiwanderer, wann hat es das zuletzt gegeben? Aber, das ist ja auch gut so“, zeigt sich Ortspolizist Hubertus Kuhn zufrieden. Diesmal erlebt das Team von der Gemeindeverwaltung einen absolut stressfreien Maifeiertag. Lediglich ein Parksünder muss mit einem Zettel unter dem Scheibenwischer daran erinnert werden, was er falsch gemacht hat. Den gemeindlichen Bauhof informiert die Ortspolizeibehörde wegen ein paar herab gestürzter Äste. Gegen 14 Uhr kann das Quartett Feierabend machen. „Ab jetzt ist nicht mehr mit größeren Gruppen zu rechnen“, meint Wilhelm. Auch bei der Polizeiinspektion Nordsaarland in Wadern geht bis 17 Uhr keine einzige Störung vom Bostalsee ein.