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In der Gemeinde Tholey hat nur noch ein großes Windrad Platz

In der Gemeinde Tholey hat nur noch ein großes Windrad Platz

Tholey. Die Vorranggebiete für Windkraftanlagen im Saarland, die im Landesentwicklungsplan Umwelt festgeschrieben sind, können abgeschafft werden, so sah es jedenfalls der Tholeyer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig (wie gemeldet). Dass Tholey in dieser Frage anders entscheidet als viele andere Gemeinden, hat einen Grund. Die Gemeinde ist gut vorbereitet

Tholey. Die Vorranggebiete für Windkraftanlagen im Saarland, die im Landesentwicklungsplan Umwelt festgeschrieben sind, können abgeschafft werden, so sah es jedenfalls der Tholeyer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig (wie gemeldet). Dass Tholey in dieser Frage anders entscheidet als viele andere Gemeinden, hat einen Grund. Die Gemeinde ist gut vorbereitet. In Tholey gibt es seit wenigen Jahren einen Flächennutzungsplan, der aufzeigt, wo im Gemeindegebiet Windkraftanlagen gebaut werden könnten. Und dieser Plan, das wurde in der Ratssitzung deutlich, ist gerichtsfest. Das heißt, die Gemeinde geht davon aus, dass außerhalb der im Flächennutzungsplan für Windkraft vorgesehenen Flächen auch über Gerichtsverfahren der Bau von Windrädern nicht erzwungen werden kann. Im Grunde hat Tholey sich ein eigenes Windkraftvorranggebiet geschaffen. 50 000 Euro habe das Verfahren die Gemeinde gekostet, erklärte Bürgermeister Hermann Josef Schmidt. Denn um geeignete Flächen zu ermitteln, mussten mehrere Gutachten erarbeitet werden. So wurden unter anderem die Vorkommen von Fledermäusen, seltenen Brut- und Gastvögeln untersucht und bei der Auswahl der für Windkraft geeigneten Flächen berücksichtigt. Ergebnis dieser Gutachten: In der Gemeinde Tholey gibt es nur ein Gebiet, das zum Bau von Windkraftanlagen geeignet ist. Es heißt "Westlich Sprenger Berg" und liegt im Grenzbereich zwischen Sotzweiler, Dirmingen und Berschweiler. Damit seien, wie der Bürgermeister weiter erklärte, auch die beiden im Landesentwicklungsplan Umwelt für Tholey ausgewiesenen Vorranggebiete "Triangel" und "Wachsgut" für Windkraftanlagen ungeeignet. Derzeit lägen der Gemeinde Anfragen für den Bau von Windrädern im Gebiet zwischen dem Hofgut Imsbach und Selbach vor. Da die Gemeinde diesen Bereich, hier gab es früher Rötelgruben, für den Tourismus erschließen wolle, sieht Schmidt keine Chancen, diesen Anfragen zu entsprechen. Tholey wird demnach auch in Zukunft weitgehend windradfrei bleiben. Denn zu der Anlage, die seit Jahren am Schaumberg steht, wird wohl nur eine weitere hinzukommen. Denn das Gebiet "Westlich Sprenger Berg" reiche nur für ein Windrad aus, erklärte der Bürgermeister. Dem Wunsch der Nachbargemeinde Eppelborn, die möchte die Narbenhöhe dieses Windrades auf 80 Meter begrenzt sehen, werde man nach Ansicht Schmidts nicht entsprechen können. In dieser niedrigen Höhe gebe es dort einfach nicht genügend Wind.Ausdrücklich weist die Stellungnahme des Gemeinderates darauf hin, dass die vom Umweltministerium vorgesehene Änderung des Landesentwicklungsplanes Kosten auf die Gemeinden abwälzt, "was grundsätzlich nicht befürwortet wird". Mit der Abschaffung der Vorranggebiete verzichte die Landesplanung zudem darauf, die Verteilung von Windkraftanlagen zu steuern und mit der übrigen Entwicklungsplanung abzustimmen. Damit komme sie einer ihrer Aufgaben nicht mehr in vollem Umfang nach. Ausdrücklich wird in der Stellungnahme bedauert, dass die Landesplanung die Kommunen einer "unvorhersehbaren Entwicklung überlässt". Einer Entwicklung die besonders den Gemeinden im Nordsaarland, die seit Jahren intensiv daran arbeiten, ihr touristisches Angebot zu erweitern und zu verbessern, schaden könnte. Einverstanden war der Rat damit, zur Stromversorgung am Parkplatz Herzweg eine Vertikalwindkraftanlage anzuschaffen, die nach dem Prinzip des Darrieus-Rotors arbeitet.