Arbeitsmarkt: Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen

Arbeitsmarkt : Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen

Im St. Wendeler Land waren im Vormonat mehr Menschen ohne Job als zuvor. Dennoch hat die Region weiterhin im Saarland-Vergleich die niedrigste Arbeitslosenquote.

Nachdem in den zurückliegenden Monaten die Zahlenkurve in Sachen Arbeitslosigkeit im Landkreis St. Wendel nach unten ging, klettert sie jetzt wieder ein Stück nach oben. Im Juli waren 1703 Frauen und Männer ohne Job, 95 mehr als im Juni. Aber auch  165 weniger als vor einem Jahr (minus 8,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug 3,6 Prozent (zuletzt 3,4).

Wie kommt es zu dem Anstieg? Grund zur Sorge? Für den Experten Jürgen Haßdenteufel ist die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen nicht überraschend. „Einerseits ist der 30. Juni klassisches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Daher melden sich jährlich im Juli verstärkt Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos. Andererseits suchen viele gerade ausgebildete, junge Fachkräfte einen neuen Arbeitgeber. Manche konnten nach der Ausbildung nicht von ihren Betrieben übernommen werden, andere suchen nach einer schulischen Ausbildung nun ihre erste Stelle“, erläutert der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit im Saarland.

Jenen jungen Leuten macht der Fachmann Mut. Eine gute Ausbildung schütze vor Arbeitslosigkeit. „Angesichts einer ausgezeichneten Beschäftigungslage bieten sich diesen jungen Fachkräften vielfältige Möglichkeiten. Auch die Studierneigung ist nach wie vor hoch, so dürften zahlreiche Ausbildungsabsolventen weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen“, sagt Haßdenteufel.

Am Arbeitsmarkt ist stets Bewegung. Das zeigen auch verschiedene Zahlen aus den vergangenen vier Wochen. So meldeten sich zwar einerseits 227 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, zwölf weniger als im Vorjahresmonat. Andererseits haben 193 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet. Das waren deutlich mehr als im Juni (plus 47) und auch mehr als im Juli des Vorjahres (plus neun).

Ebenfalls erfreulich: Die Zahl aller Arbeitsuchenden ist im zurückliegenden Monat um 37 auf 3603 gesunken. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben den Arbeitslosen (bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldete Personen, einschließlich Langzeitarbeitslose), unter anderen auch Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbständige, die eine andere Arbeit suchen.

 Was die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises betrifft, so waren dort im Juli 945 Personen registriert, 29 mehr als im Vormonat, 132 weniger als vor einem Jahr. Ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind 401 Männer und Frauen. Gegenüber dem Vorjahr sind 17 Personen mehr von der Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Im Juli waren 285 Ausländer arbeitslos gemeldet, 35 weniger als vor einem Jahr.

Aber nicht nur auf dem Arbeitsmarkt tut sich etwas, auch auf dem Stellenmarkt. Im Juli waren bei dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit 950 offene Stellen gemeldet. 309 mehr als vor einem Jahr. Die meisten dieser Stellen gab es in der Zeitarbeit (455), im Handel (89), im Gastgewerbe (73) und im Verarbeitenden Gewerbe (71). Auch im Gesundheits- und Sozialwesen (71), im Baugewerbe (47) und im Bereich der freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen (38) wurden neue Mitarbeiter gesucht.

Arbeitsmarkt Juli2017. Foto: SZ/Bernhard Baltes

Ein Blick zu den benachbarten Regionen zeigt, dass der Landkreis St. Wendel mit 3,6 Prozent nach wie vor die niedrigste Arbeitslosenquote hat. Dahinter folgen der Landkreis Merzig-Wadern mit 4,6 Prozent, der Landkreis Saarlouis mit 5,3 Prozent, der Saarpfalz-Kreis mit 5,3 Prozent, derLandkreis Neunkirchen mit 7,5 Prozent und der Regionalverband Saarbrücken mit 9,4 Prozent.

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