Hoof bereitet für Ende Märzeinen abwechslungsreichen Varieté-Abend vor

Star-Express : Die Heemer haben noch Großes vor

In Hoof steigt Ende März ein großer Varieté-Abend mit saarländischen und überregional erfolgreichen Künstlern.

Die Heemer haben Großes vor. Das haben sie in der Vergangenheit schon mehrmals bewiesen. Nicht, nur, dass der Ort mehrfach bei dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet wurde, wie Ortsvorsteher Gernot Müller im SZ-Gespräch erzählt. Mit dem Dorfbistro kann Hoof außerdem nicht nur einen vielfältig einsetzbaren Raum für kleinere Veranstaltungen anbieten. Im Bistro gibt es einen eigenen Dorfladen, wie ihn nur noch wenige Dörfer vorweisen können.

2007 gründeten die Heemer den Verein zur Förderung der Dorfentwicklung Hoof, der die Zukunft des Ortes im Ostertal sichern soll. Ein Modell, das Schule gemacht hat, erläutert Müller, der auch Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Dorfentwicklung Hoof ist: „Inzwischen gibt es einen solchen Verein in vielen Orten, die haben die Satzung von uns übernommen und teils sogar denselben Namen wie wir. Das war von uns auch so gewollt, wir hatten sehr gehofft, dass andere Dörfer unserem Vorbild folgen würden.“ Ziel des Vereins ist es nach Müllers Worten, hochwertige Veranstaltungen ins Dorf zu holen, damit die Heemer nicht nach Saarbrücken, Trier oder Mannheim fahren müssen, um ein tolles Event zu erleben. „Das kommt besonders der älteren Generation entgegen“, sagt Müller. „Die können gar nicht mehr so weit fahren, können so aber trotzdem zu einer tollen Abendveranstaltung kommen.“

Das ehemalige Gasthaus Gerhart haben die Heemer aufwendig restauriert und daraus den Kulturhoof gemacht – eine Halle für alle Art von kulturellen und politischen Veranstaltungen. Zu Gast waren dort bereits zahlreiche saarländische und überregional bekannte Künstler, darunter schon öfter David Steines aus Sitzerath mit seinem Musical Project. Etwas zünftiger ging es bei den fidelen Dorfmusikanten zu, wie Müller aufzählt. Aber auch internationale Musiker wie der schottische Sänger Ra Wilson hätten schon einmal den Weg in den Kulturhoof gefunden.

Zusammen mit der Kreissparkasse St. Wendel hat der Verein zur Förderung der Dorfentwicklung Hoof nun ein eigenes Varieté-Programm auf die Beine gestellt. Am 28. März steigt im aufwendig restaurierten Kulturhoof wieder der Star-Express. Die letzte Veranstaltung unter diesem Namen fand 2005 statt, erinnert sich Müller. Damals waren seinen Worten nach noch ausschließlich saarländische Künstler aufgetreten. „Das gibt es so heute eigentlich nicht mehr“, sagt der Ortsvorsteher. „Ziel für die Neuauflage des Star-Express war es, örtliche Künstler und überregional erfolgreiche Künstler gleichermaßen auf die Bühne zu bringen“, erklärt er. „Ich kenne die meisten der Künstler für den Star-Express persönlich, weil sie schon einmal hier in Hoof zu Gast waren“, verrät Müller.

Dazu gehört etwa Dietmar Veauthier, genannt Didi, aus Bardenbach, der mit seiner erfolgreichen Udo-Jürgens-Live-Show zum großen Varieté-Abend kommt. 2008 wurde Veauthier in der ARD-Sendung „Krone der Volksmusik“ zum besten Udo-Jürgens-Double gekürt. Mehr als das, der Imitator lernte Udo Jürgens persönlich kennen und bekam von ihm das rote Einstecktuch geschenkt. Am 11. November 2014 gab ihm der große Star persönlich seine Unterschrift auf seine Flügelklappe und die Erlaubnis, seine Lieder zu singen und die Menschen weiterhin mit der Musik Udo Jürgens’ zu berühren.

Teil des insgesamt dreistündigen Unterhaltungsprogramms ist auch die Russin Natalya Netselya, die inzwischen in St. Wendel lebt. Sie war Finalistin bei der RTL-Sendung „Das Supertalent“ und wird die Zuschauer an diesem Abend mit ihrer Kunst in den Bann ziehen und zum Staunen bringen. Überregional bekannt ist auch der Idar-Obersteiner Entertainer Frank Lorenz. Er arbeitet vor allem als Komiker, Bauchredner und Zauberkünstler. Das KM Künstler-Magazin hat ihn gerade erst zum Künstler des Jahres in der Sparte Bauchredekunst gewählt. Auch Lorenz nahm beim „Supertalent“ teil und belegte den vierten Platz.

Sportakrobatik der Spitzenklasse bringen das Team der rhythmischen Sportgymnastik des TV St. Wendels auf die Bühne. Die jungen Sportlerinnen haben es zusammen mit ihrer Trainerin Karin Schalda-Junk vor Kurzem geschafft, sich für die erste Bundesliga in ihrer Disziplin zu qualifizieren. Für waghalsige Einlagen sorgen auch die Fahrradtrial-Artisten unter der Leitung von Joachim Jäckle. Mit dabei sind auch Tänzer der Tanzschule Stage St. Wendel unter der Leitung von Schauspieler und Sänger Michael Ewig. Durch den Abend führen wird Moderator Manfred von Kannen, der den Abend auch musikalisch begleiten wird.

Solche Abende zu stemmen, sei für den Ort nicht einfach, sagt Müller. Hoof könne mit Veranstaltungen wie dem Star-Express weder Geld erwirtschaften noch die Kosten decken. „Der Ort muss Geld zuschießen, sonst müssten wir das Doppelte an Eintritt verlangen. Und dann würde wahrscheinlich niemand zu den Veranstaltungen kommen“, erklärt der Ortsvorsteher. Daher hat er ein Anliegen an die Stadtverwaltung: „Wir, die Ortsvorsteher im Ostertal, würden uns wünschen, dass die Stadt St. Wendel mehr Kulturveranstaltungen in die Dörfer legt.“

Im Kulturhoof, den die Heemer aufwendig renoviert haben, finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt. Nun findet auch der Star-Express hier eine Bühne. Foto: Jürgen Kremp
Comedian und Bauchredner Frank Lorenz wurde gerade erst zum Künstler des Jahres gekürt. Foto: Frank Lorenz

Pause machen die Heemer mit den Veranstaltungen im Ort trotz aller Schwierigkeiten nicht. Erst im vergangenen Jahr konnte das Dorf im Ostertal sein 675-jähriges Bestehen feiern. Jetzt im Februar wird im Dorf ausgiebig die Heemer Faasend gefeiert. Nach dem Star-Express folgt im April auch schon die Heemer Kirmes und im Sommer steht dann die 90-Jahr-Feier des SV Hoof an. „Der Star-Express soll eine Veranstaltung für Jung und Alt werden. Wer den Abend erleben will, sollte sich lieber schnell um Eintrittskarten kümmern“, rät Müller. „Wir haben schon etliche Vorbestellungen und auch schon einige Karten verkauft.“