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Hier tanken Mountainbiker auf Herr der Ketten und Schläuche Veranstalter ist mit Verlauf zufrieden

Hier tanken Mountainbiker auf Herr der Ketten und Schläuche Veranstalter ist mit Verlauf zufrieden

St. Wendel. "Ich bin heute nicht wirklich ausgeruht, deshalb konzentrier' ich mich auf die Verpflegung", sagt Michael Wenzel (33) aus Mehlingen/Pfalz und greift sich ein Stück Wassermelone. "Normalerweise esse ich die ersten 60 Kilometer gar nichts", sagt der Hobbyfahrer, der die 107-Kilometer-Schleife in Angriff genommen hat

St. Wendel. "Ich bin heute nicht wirklich ausgeruht, deshalb konzentrier' ich mich auf die Verpflegung", sagt Michael Wenzel (33) aus Mehlingen/Pfalz und greift sich ein Stück Wassermelone. "Normalerweise esse ich die ersten 60 Kilometer gar nichts", sagt der Hobbyfahrer, der die 107-Kilometer-Schleife in Angriff genommen hat. "Aber wenn es sowieso beschissen läuft, kann ich auch in Ruhe was essen." Vor ihm auf dem Tisch liegen Orangen und Bananen, alles in handliche Stücke geschnitten. Daneben eilen Mitglieder des SV Oberlinxweiler mit Getränken zu den vorbeifahrenden Athleten. "Iso, hier", ruft Thorsten Elicker dem nächsten Biker zu, der sich den Anstieg in Niederlinxweiler hinaufquält, und hält einen Pappbecher in die Höhe. "Wasser, please", keucht dieser. Sofort reicht Alexander May, von der gegenüberliegenden Streckenseite das gewünschte Getränk herüber. Der SV ist einer von 24 Vereinen, deren Mitglieder dafür sorgen, dass der Mountainbike Marathon in der Kreisstadt reibungslos abläuft. Insgesamt sind mehr als 400 ehrenamtliche Helfer an den fünf Verpflegungsstationen und als Ordner im Einsatz. Dazu kommen noch 100 Mitarbeiter der Stadt, Ärzte und Polizei. "Wir sind seit acht mit 15 Leuten hier im Einsatz", berichtet Manfred Born, Jugendleiter des Oberlinxweiler SV. Schon seit 25 Jahren helfe der Verein beim Bike-Marathon - und das gerne, wie Born betont. "Wir werden von der Stadt unterstützt, dann helfen wir hier auch." Dies tun die Oberlinxweiler mit großem Engagement. Margit Birkenbach (48) läuft am Berg neben den Rennfahrern her und reicht ihnen halbierte Bananen. "Das klappt gut so", sagt sie und lacht. "Man merkt, dass die Sportler Übung darin haben, die Sachen vom Fahrrad aus zu greifen." Trotzdem halten viele der Hobbyradler auch an, um sich in Ruhe zu versorgen. "Ich brauche bestimmt sieben Stunden für die 107 Kilometer", meint Marco Castor (34) aus Drumborn. "Da machen die zwei Minuten hier bestimmt nichts aus." Zu welchem Obst er dabei greift, ist ihm nicht so wichtig. "Melone geht besser rein, aber die Banane bringt mehr." Anders sieht die Sache bei den Profisportlern aus, die um den WM-Titel kämpfen. "Wir versorgen hauptsächlich die Hobbyfahrer", erklärt Born. Warum das so ist, erklärt Irene Camenisch aus St. Gallen. Sie steht mit Getränken und Ersatzrädern am Versorgungspunkt Leitersweiler Buchen, um die Schweizer Elitefahrer zu verpflegen. "Das ist wegen der Dopingkontrollen", sagt sie. "Die Fahrer müssen sicher sein, das nichts Bedenkliches in den Flaschen befindet." Dafür griffen die Hobbyrennfahrer in Niederlinxweiler um so eifriger zu. Bilanz nach fünf Stunden Einsatz: Isogetränke leer; Bananen zu wenig! > Seiten C 4 und D 1: Weitere BerichteSt. Wendel. "Wir sind sozusagen hier, um Erste Hilfe zu leisten", sagt Ralf Heydt (41) aus Großrosseln während er mit einem Tuch seine öligen Hände säubert. Er und Lucas Schirra (14) aus Urexweiler stehen an der Servicestation in Niederlinxweiler. "Die häufigste Panne, die wir beheben müssen, sind geplatzte Schläuche", erklärt der Mitarbeiter des Niederlinxweiler Fahrradladens Puhl. Er kennt die Ursache dafür, dass auch den Rädern auf der langen Strecke häufig die Luft ausgeht: "Die Athleten fahren hier mit wenig Luftdruck, da gibt es oft Schläge durch die Reifen." Reparieren ließe sich aber eigentlich alles. "Es kommt nur darauf an, wie lange der Fahrer Zeit hat", so Heydt. Dass der Fahrradmechaniker meist nicht lange braucht, beweist er kurz darauf. Maik Sassowsky (36) aus Naumburg/Sachen-Anhalt schiebt schwer atmend sein Rad in die Service-Station. "Mir ist auf dem Anstieg die Kette gerissen", klagt er, während sich Heydt an die Arbeit macht. "Das geht ja ruck-zuck hier", staunt Sassowski. "Trotzdem geht mein internes Duell gegen einen Vereinskameraden wohl den Bach runter." Zu weiteren Erklärungen kommt er nicht mehr. "Fertig", ruft Heydt, und der Hobbyfahrer schwingt sich auf sein Rad, um den internen Vereinswettkampf doch noch einmal spannend zu gestalten. Die Kosten für das Ersatzteil werden dann nach dem Rennen beglichen, wie Heydt erklärt. "Wir schreiben uns die Startnummer des Fahrers auf, und dieser bezahlt dann später im Zielbereich." vscSt. Wendel. "Ich bin sehr zufrieden mit der Veranstaltung", sagte der St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon. 6000 bis 7000 Zuschauer seien für ein Mountainbikerennen eine sehr gute Zahl. Besonders glücklich sei er, dass es keine schweren Unfälle gegeben habe, fügte Bouillon mit Blick auf den tragischen Todesfall 2009 hinzu. St.Wendel habe wieder internationales Topniveau für Sportler und Gäste aus vielen Ländern geboten. vsc "Ich konzentriere mich heute eher auf die Verpflegung."Michael Wenzel, Mountainbiker "Melone geht besser rein, aber die Banane bringt mehr."Marco Castor, Mountainbiker"Wir bleiben hier, bis der letzte durchfährt."Manfred Born, Helfer"Ich brauche bestimmt sieben Stunden für die 107 Kilometer. Da machen die zwei Minuten hier bestimmt nichts aus."Marco Castor"Wasser, please."Mountainbiker mit der Startnummer 2149 beim Vorbeifahren an einer Verpflegungsstation"Ich nehm' hier noch zu bei der Tour."Mountainbiker an der Verpflegungsstation in Niederlinxweiler