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Hauptamt stärkt Ehrenamt im Landkreis St. Wendel zieht Bilanz für 2020

Begleitstrukturen aufgebaut : So stärkt das Hauptamt das Ehrenamt

Seit Start des Projekts im Januar wurden bereits 276 Personen aus unterschiedlichen Vereinen in Vereinsgesprächen beraten.

„Vereine sind, wie es der aus Alsweiler stammende Journalist Klaus Brill treffend auf den Punkt brachte, in unserer Region das Lebenselixier, ein wichtiges Stück Heimat“, sagt St. Wendels Landrat Udo Recktenwald (CDU), „Sie sind das soziale Kapital. Ehrenamtliches Engagement ist von entscheidender Bedeutung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für die Vermittlung von Werten.“ Die Arbeit der rund 1400 Vereine im Landkreis sei mit Geld nicht aufzuwiegen.

Das erkannten wohl auch die Verantwortlichen im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, die dem Landkreis im Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ 450 000 Euro zur Verfügung stellen, die in drei Jahren abgerufen werden können (wir berichteten). „Unser Ziel ist es, Begleitstrukturen aufzubauen, zum Beispiel durch Information, Beratung, Qualifizierung und Vernetzung, um somit auf verschiedene Weise die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen zu unterstützen“, fasst Projektleiterin Tina Noack die Aufgaben des Projekts zusammen.

Gestartet ist „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ bereits im Januar. Ziel ist es nach Ministeriumsangaben, modellhaft zu erproben, wie auf Landkreisebene erfolgversprechende und nachhaltige Strukturen zur Stärkung und Begleitung des Ehrenamts aufgebaut und verbessert werden können. Seit Januar konnten demnach 276 Personen aus unterschiedlichen Vereinen in Vereinsgesprächen beraten werden. Außerdem wurden 21 Qualifizierungskurse zu verschiedenen Themen angeboten.

2020 war auch für Ehrenamtliche ein schwieriges Jahr. Ob es um finanzielle Unterstützungen ging, Auslegungen der geltenden Verordnungen, Entwicklung digitaler Möglichkeiten, um das Vereinsleben weiter aufrechterhalten zu können oder andere Fragen rund um die Corona-Pandemie – überall waren hauptamtliche Ansprechpartner wichtig. Zudem wurde im Frühjahr die Frage-und-Antwort-Seite der Homepage vereinsplatz-wnd.de mit vielen nützlichen Corona-Infos gefüttert. Aktuell bietet die Webseite nach Betreiber-Angaben eine Wissensplattform für Vereine, um sich zu verbinden, Informationen zu erhalten oder Ansprechpartner zu ermitteln.

Dass es in einem Ehrenamtshilfe-Projekt von Nöten ist, auf das Thema Digitalisierung im Besonderen ein Augenmerk zu legen, sei anhand der gesellschaftlichen Entwicklung nicht von der Hand zu weisen, heißt es in einer Pressemitteilung der Projekt-Träger vor Ort. Während Kinder und Jugendliche heute mit dem Smartphone aufwachsen und dementsprechend spielerisch mit diesem Kommunikationsmittel und den entsprechenden Applikationen umzugehen wissen, bringen alteingesessene Vereine ihre Informationen nicht selten noch per Mitteilungsblatt unter die Leute.

Damit auch solche Vereine den Weg in das neue Medien-Zeitalter angehen, hat sich der Landkreis St. Wendel im Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ mit der St. Wendeler Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) einen Partner gesucht, der die Digitalisierung mitbegleitet.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, sei auch die Dorf-App „Dorf-Funk/DorfNews“ inzwischen ein wichtiger Baustein des Projekts. Mit der Applikation können die Bürger der Dorfgemeinschaft beispielsweise Fragen stellen und Gedanken mitteilen, Vereine können Mitteilungen verfassen und Gewerbetreibende über veränderte Öffnungszeiten informieren. So trägt die App dazu bei, dass das Dorfleben auf digitalem Wege stattfinden kann. Die App startete 2019 in Hasborn-Dautweiler und wurde im Sommer 2020 auf die gesamte Gemeinde Tholey ausgeweitet. Da die Anwendung auch in weiteren Gemeinden im Landkreis auf Interesse gestoßen ist, wird sie nun auf andere Kommunen ausgeweitet.

WFG-Mitarbeiter Julian Schneider und Ehrenamtler Norbert Schwab unterstützen die kreisweite Einführung der Dorf-App. Beide haben bei der Umsetzung eine klare Idee vor Augen: „Wir möchten es schaffen, dass die Dorf-App irgendwann in allen Orts- und Stadtteilen des Landkreises verfügbar ist.“ Ob Natur-, Kultur-, oder Sportvereine, gemeinnützige Organisationen, Initiativen oder ehrenamtlich Engagierte, „wir stehen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung und unterstützen bei der täglichen Vereins- und Ehrenamtsarbeit“, appelliert Tina Noack an die Vereine und ihre Mitglieder, sich helfen zu lassen.