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"Haltet mir das Kreuz in Ehren"

"Haltet mir das Kreuz in Ehren"

Oberkirchen. Aus welchem Grund und in welchem Jahr das Kreuz in der Dreieckstraße in Oberkirchen, das Zeugnis von der ländlichen Volksfrömmigkeit in der Barockzeit ablegt, errichtet worden ist, ist nicht überliefert. Trotzdem hat es eine reiche und bewegte Geschichte, die Arnold Scheer in allen Einzelheiten aufgeschrieben hat

Oberkirchen. Aus welchem Grund und in welchem Jahr das Kreuz in der Dreieckstraße in Oberkirchen, das Zeugnis von der ländlichen Volksfrömmigkeit in der Barockzeit ablegt, errichtet worden ist, ist nicht überliefert. Trotzdem hat es eine reiche und bewegte Geschichte, die Arnold Scheer in allen Einzelheiten aufgeschrieben hat. Scheer gehört zu der Familie, deren Vorfahren das Kreuz aufgestellt haben. Familientradition wird gepflegtVon Generation zu Generation ist das Vermächtnis "Haltet mir das Kreuz in Ehren", das auf dem Denkmal ruht, weitergegeben worden. In Ehren gehalten wird es auch noch nach 200 Jahren. Wie Arnold Scheer berichtet, wanderten die Brüder Johannes Klein, geboren 1802, und Franziskus Klein, geboren 1806, um das Jahr 1830 nach Amerika aus. Sie waren damals Besitzer des Grundstücks, auf dem das Kreuz schon viele Jahre stand. "Wahrscheinlich brauchten die Brüder Geld, um ihre Auswanderung zu finanzieren", vermutet Arnold Scheer. "Was lag da näher, das Grundstück an ihre Schwester Anna Maria zu verkaufen." Der neuen Besitzerin wurde von ihren Brüdern das uralte Vermächtnis "Haltet mir das Kreuz in Ehren" mitgegeben und ans Herz gelegt. Drei Generationen lang, bis zum Jahre 1912, blieb das Kreuz im Besitz der Familien Klein, Alles und Scheer. Immer wurde der Besitz an die Frauen übertragen. Der nächste Verkauf folgte im Jahre 1912 an die Familie Johann und Anna Thiel. Auch damals wurde das Vermächtnis ausgesprochen und von der Familie Thiel auch angenommen. Sie baute auf dem Grundstück ein Wohnhaus und pflegte das Kreuz weiter. 1948 vererbten sie einen Teil des Grundstücks an ihre Tochter Scholastika Weisgerber. Auch sie nahm sich des Kreuzes an und machte es zum Blickfang in der Dreieckstraße. Besonders an Fronleichnam putzte sie es schön heraus, weil dort oft die Prozession vorbeizog. Bis heute ist das Kreuz in Familienbesitz. Es gehört derzeit Caroline Loch, die zusammen mit ihrem Mann Andreas in dem Haus wohnt. Weil dieses Zeugnis der Volksfrömmigkeit in die Jahre gekommen war und sich Zerfallserscheinungen zeigten, beschlossen der Oberkircher Ortsvorsteher Karl-Josef Scheer und der Ortsrat, sich wegen der Sanierung an die Gemeinde Freisen zu wenden. Sie verhandelte mit der Abteilung Denkmalschutz im saarländischen Ministerium für Umwelt und erreichte, dass das Projekt in Gang kam. Kreuz wird gesegnetVon den 4000 Euro Kosten übernahm Saartoto 2000 Euro, den Rest die Gemeinde. Das Restaurieren übernahm die Steinbildhauerei Rinder aus Neunkirchen. Vor Ort war Christoph Walisko-Schütz, ein Oberkircher Bürger, mit einigen Mitarbeitern tätig.Pastor Hanno Schmitt wird dem restaurierten Kreuz am morgigen Samstag, 2. August, um 20 Uhr den kirchlichen Segen erteilen. Das ist für die Anwohner der Dreieck-, Rembrandt- und Brühlstraße ein Anlass, ein Straßenfest zu feiern. Eine Bläsergruppe des Musikvereins und der Volkshauskapelle wird dabei Musik machen. Für das Fest wird eigens ein Zelt aufgebaut. gtr