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Gemeinderat schafft Voraussetzungen für Markt in Türkismühle

Gemeinderat schafft Voraussetzungen für Markt in Türkismühle

Gegen den Willen der UBNN hat der Nohfeldener Gemeinderat die Voraussetzungen für einen Supermarkt in Türkismühle geschaffen. Vermutlich im April kann gebaut werden, schätzt Bürgermeister Andreas Veit.

Nohfelden/Türkismühle. Fast genau zwei Jahre, nachdem Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit zum ersten Mal von einem Einkaufszentrum in Türkismühle sprach, wird es - nach langem Hin und Her - in diesem Frühjahr wohl Realtiät. Allerdings anders als ursprünglich geplant. Ging es zunächst um einen Vollsortimenter und einen Discounter, ist nun nur noch von dem Edeka-Markt die Rede. Grund dafür sind wasserrechtliche Bedenken des Umweltministeriums. Diese haben das Verfahren auch in die Länge gezogen. Aber kurz vor Weihnachten kam der positive Bescheid: Es darf gebaut werden, allerdings nur ein Markt.Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung (wir berichteten) den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan zu beschließen. Beiden Vorschlägen der Verwaltung stimmte der Rat bei drei Gegenstimmen der UBNN zu. Damit kann das Thema nach der Offenlegung am 15. März im Bauausschuss und am 29. März im Gemeinderat abschließend behandelt werden. Veit geht davon aus, dass Ende April die Bauarbeiten beginnen können.

Das stößt bei CDU und SPD auf eine positive Reaktion. Beide Fraktionssprecher, Michael Dietz und Eckhard Heylmann, bedauern allerdings, dass die erste Variante mit zwei Märkten nicht zustande kommt. Und beide betonen auch, wie wichtig der geplante Markt für die Infrastruktur in der Gemeinde sei. Dietz hofft, dass "wir bald in Türkismühle einkaufen können und damit ein Defizit verschwindet". In Sachen Einkaufsmarkt sei die Gemeinde Nohfelden eines der Schlusslichter im Kreis, vielleicht sogar im Land. Heylmann spricht gar davon, dass er "Tränen in die Augen bekommt", wenn er durch andere Gemeinden wie Namborn oder Tholey fahre, wo längst gute Einkaufsmöglichkeiten bestünden.

Das sieht Steffen Schopper von der UBNN anders. Er erinnert an die dezentrale Struktur der Gemeinde und daran, dass sowohl in Nohfelden als auch in Neunkirchen/Nahe und Sötern noch kleinere Märkte bestünden. Deren Existenz sieht er in Gefahr. Mit dem neuen Supermarkt in Türkismühle befürchtet er, dass "in drei bis fünf Jahren keine Einkaufsmöglichkeit mehr in den anderen Orten besteht". Er hätte einen Discounter dem Vollsortimenter vorgezogen. Gleichzeitig wirbt er noch einmal für den Standort Nohfelden, was seiner Meinung nach eine "städtebaulich sinnvollere Alternative" wäre.

"Niemand gibt die Garantie, dass die anderen Märkte bestehen bleiben, wenn der Markt in Türksimühle nicht kommt", sagt Veit. Es gehe darum, die Kunden, die "schwarenweise" nach Birkenfeld, Hermeskeil, St. Wendel oder Hirsten fahren, in Nohfelden zu halten und ihnen gleichzeitig kürzere Wege zu ermöglichen.