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Geburtshilfe und Gynäkologie am Marienkrankenhaus St. Wendel

Pläne der Marienhauskliniken : Nach Umzug der operativen Gynäkologie nach Neunkirchen – was wird aus der Geburtshilfe in St. Wendel?

Die Marienhauskliniken wollen für den Standort Neunkirchen ein umfassenderes Leistungsspektrum, höhere Fallzahlen und somit größere Attraktivität für Patientinnen. Jetzt hat sich Staatssekretär Kolling auch mit Blick auf den Standort St. Wendel dazu geäußert.

 Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) hat anlässlich eines Besuchs bei der Hebammengemeinschaft „Zauberhaft“ in Oberthal die Notwendigkeit der Geburtshilfe und der Gynäkologie am Standort St. Wendel betont und die wichtige Arbeit der Hebammen im Saarland unterstrichen. Das teilt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit.

Im  Gespräch wurde die Situation der Geburtsstation im Marienkrankenhaus betrachtet. Nach dem Umzug des Brustzentrums und der operativen Gynäkologie von St. Wendel nach Neunkirchen mache man sich große Sorgen um den Fortbestand der Geburtshilfe und der Gynäkologie in St. Wendel, auch über die nächsten Jahre hinweg, so die Hebammengemeinschaft. Man befürchte, dass die Geburtenzahlen auch aufgrund verzerrter Wahrnehmung der tatsächlichen Situation in der Bevölkerung weiter sinken werden und ein Weiterbetrieb der Geburtshilfe am Standort St. Wendel unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit nicht mehr gewährleistet sei. Kolling stellte  klar, dass die Gynäkologie und die Geburtshilfe in St. Wendel integrale Bestandteile des Versorgungsauftrages des Krankenhauses sind und damit durch den aktuellen Krankenhausplan abgesichert. Die Landesregierung erwarte von dem Träger Marienhaus, dass auch in Zukunft Geburten in St. Wendel möglich sind. „Die Sicherstellung einer langfristigen, wohnortnahen und qualitativ hochwertigen Geburtshilfe am Standort Marienkrankenhaus St. Wendel ist das gemeinsame Ziel der Landesregierung als Planungsbehörde. Ein wichtiger Aspekt sei auch die Etablierung einer eigenen Chefärztin oder eines eigenen Chefarztes am Standort St. Wendel sowie die Modernisierung des Kreißsaals und das Einrichten von Partnerzimmern“, so Kolling.

Auch eine Sprecherin des Marienkrankenhauses meldet sich in diesem Zusammenhang zu Wort: Eines der Schwerpunktgebiete der Marienhaus-Gruppe im Saarland sei die Gynäkologie, betont sie. In diesem Kontext sei geplant, den Schwerpunkt Frauengesundheit am Kohlhof weiter auszubauen und damit auch qualitativ weiter zu verbessern. Daher werde  die operative Gynäkologie inklusive des Brustzentrums von St. Wendel auf dem Kohlhof zusammengeführt. „Durch das umfassendere Leistungsspektrum und die sich erhöhenden Fallzahlen wird auch die dortige bislang schon hohe Qualität weiter gesteigert und die Attraktivität für Patientinnen zunehmen“, schreibt die Sprecherin in einer Pressemitteilung.

Mit dieser Veränderung seien die Marienhauskliniken zudem in der Lage, personelle Herausforderungen besser angehen zu können: „Wir bieten durch die Schwerpunktbildung den Mitarbeitenden und potenziellen neuen Mitarbeitenden in Medizin und Pflege mehr Wissensaustausch, bessere Perspektiven und eine geringere persönliche Belastung. Wir möchten unterstreichen, dass damit keine negativen personellen Veränderungen einhergehen“. Weitere Maßnahmen seien derzeit nicht vorgesehen.

 Blick auf das Marienkrankenhaus  in St. Wendel
Blick auf das Marienkrankenhaus  in St. Wendel Foto: B&K/Bonenberger/
 Staatssekretär Stephan Kolling
Staatssekretär Stephan Kolling Foto: Staatskanzlei/ Iris Maurer/Iris Maurer

Die Marienhaus-Gruppe beabsichtigt, auch in Zukunft die Geburtshilfe mit entsprechender Vor- und Nachsorge als wesentlichen Bestandteil der Gynäkologie in St. Wendel anzubieten. Dies beinhalte auch Kaiserschnittgeburten sowie eine Modernisierung des Kreißsaales. Positiv sei, dass die neue Bundesregierung die Geburtshilfe stärken und die Fallpauschalenregelung neu bewerten wolle. Die Marienhaus-Gruppe teilt die Notwendigkeit einer Neubewertung, da das bisherige System insbesondere für kleine Geburtshilfeeinrichtungen keine Kostendeckung ermögliche und eine regionale Subventionierung zu einer Wettbewerbsverzerrung führe. Alle Maßnahmen hätten keinerlei Einfluss auf die erweiterte Notfallversorgung von Menschen an den beiden Standorten. Sie werde auch in Zukunft mit der gleichen Sicherheit und Qualität vorgehalten, teilt die Sprecherin weiter mit.