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„Ziemlich im Eimer, aber zufrieden“

„Ziemlich im Eimer, aber zufrieden“

Volleyball: Die Hochburgen Lebach, Holz und Freisen machen den Titel bei den U18-Mädchen unter sich aus.

Am tatkräftigen Einsatz liegt es nicht, dass sich die Volleyballerinnen des TV Düppenweiler beim Heimspiel in der Beckinger Deutschherrenhalle mit Rang vier begnügen müssen. Mit einem Ass markiert Michelle Weiß gegen den SSC Freisen den Punkt zum 5:3. Es ist das Signal für sie und ihre Mitspielerinnen, mitten auf dem Feld auf "Tauchstation" zu gehen. Im Kreis liegend feiern die Mädels mit Trockenübungen im Brustschwimmen den Punkt. "Ass, Ass, Ass", schallt es durch die Halle. Eine Szene, wie sie bei der U18-Saarlandmeisterschaft öfter zu sehen ist.

Danach wechselt Freisen jedoch auf die Überholspur, sichert sich nach dem 25:14 im ersten Satz auch den zweiten noch klar mit 25:15 - und wird am Ende Dritter. "Wir sind jetzt ziemlich im Eimer, aber im Endeffekt zufrieden. Klar wäre Platz drei schön gewesen, aber wir hatten viele ganz junge Spieler dabei", sagt Düppenweilers Kapitän Jil Maurer nach einem langen Volleyball-Tag.

An dessen Ende setzen die Teams des TV Holz und des TV Lebach das i-Tüpfelchen drauf. Der erste Satz des Endspiels ist eine klare Sache: Mit 25:13 geht er im Eiltempo an den Favoriten aus Lebach. Im zweiten Satz diktiert Holz lange die Szenerie, hat nach dem 24:19 fünf Satzbälle. Dann aber entpuppt sich für Lebach der Tausch auf der Zuspielposition als Glücksgriff: Alexandra Hanke beweist immer wieder große Übersicht, Lebach holt Punkt um Punkt auf und gewinnt mit 27:25 den Titel. "Es war ein Finale auf tollem Niveau und extrem spannend. Wir haben ein gutes Turnier gespielt", ist TVL-Trainerin Marion Schwinn stolz. Bei Brigitte Schumacher hört sich das ähnlich an. "Ich bin zufrieden mit unserer Leistung", sagt die Trainerin des SSC Freisen und meint weiter: "Das erste Spiel gegen Holz haben wir ein bisschen verschlafen und in zwei knappen Sätzen verloren. So kamen wir im Halbfinale gegen Lebach, die in diesem Jahrgang einfach stark besetzt sind. Bei uns waren dagegen viele Spielerinnen aus jüngeren Jahrgängen dabei, das hat man schon gemerkt."

Generell sieht die Trainerin ihren Verein jedoch in "einer guten Situation". Das personelle Loch im Bereich der knapp unter 18-Jährigen erklärt die Lehrerin der Freisener Gemeinschaftsschule damit, dass es in dem relativ kleinen Ort eben weniger Kinder gab.

Die Ergebnisse der Meisterschaften unterstrichen die Vormachtstellung der Hochburgen Lebach, Holz und Freisen im Damenvolleyball. Doch der demografische Wandel macht sich auch hier bemerkbar. "Der Zulauf ist bei uns recht gut", sagt etwa Schwinn. Doch der Verein müsse "heute mehr Arbeit leisten als früher. Man muss überall Leute haben, die sich kümmern und die Kinder in die Halle holen." Das geschieht primär über die Schulen. Schwinn nimmt dabei auch den Saarländischen Volleyballverbands in die Pflicht: "Der Verband ist gefragt, jemanden hauptamtlich in die Schulen zu schicken." Denn der Holzer Trainer Patrick Fielker verweist auf den "Wettkampf zwischen den Sportarten" - und der intensiviere sich. Sein Verein hat darauf bereits reagiert. "Wir kooperieren mit sechs Grundschulen und einem Gymnasium", sagt Fielker. Nur so kann man den Status als Hochburg verteidigen.