Wie Kinder leichter lernen

Freisen. Der Bildungsforscher Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen fand in aktuellen Studien heraus, dass sich ein Schüler in einer üblichen 45-Minuten-Unterrichtsstunde dem Lerntempo der Klasse anpassen müsse, selbst aktiv sei er in der Regel nur für etwa zwei Minuten

Freisen. Der Bildungsforscher Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen fand in aktuellen Studien heraus, dass sich ein Schüler in einer üblichen 45-Minuten-Unterrichtsstunde dem Lerntempo der Klasse anpassen müsse, selbst aktiv sei er in der Regel nur für etwa zwei Minuten. Um dem entgegen zu wirken, praktiziert die Erweiterte Realschule Freisen nunmehr im dritten Jahr ein pädagogisches Konzept, nach dem jeder Schüler seinen Lernstoff überwiegend selbstständig erarbeitet. Dabei bestimmt er sein Lerntempo selbst und ist aktiv in seinen eigenen Lernprozess eingebunden. Zum selbstständigen Lernen eignet sich in besonderem Maße das Projektlernen im fächerübergreifenden Unterricht. In jedem Halbjahr beschäftigen sich daher die Schüler der ERS Freisen mit einem klassenstufenbezogenen Projekt. Die Klassen des sechsten Schuljahres befinden sich zur Zeit nacheinander für jeweils eine Woche auf einem Seminarbauernhof, die Siebenerklassen arbeiten am Thema "Mittelalter", das sie auch am Schulfest während der 775-Jahrfeier der Gemeinde Freisen vorstellen werden. Die vier Klassen des fünften Schuljahres hatten zum Projektlernen das Thema "Alte Spiele" ausgewählt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellten sie kürzlich ihren Familien auf einem Elternabend in der neuen Aula der ERS Freisen vor. In einem selbst erdachten Theaterstück stellte eine Gruppe heutige und frühere Kinderspiele einander gegenüber. In Referaten und einem Rollenspiel erläuterten andere, wie und was ihre Großeltern früher gespielt hatten. Eine Mittelalter-Gruppe berichtete, wie Knaben zur Zeit der Ritter erzogen wurden und welche Spiele damals üblich waren. Auch eine Indianergruppe beschäftigte sich mit Spielen aus dem so genannten Wilden Westen. Eine weitere Gruppe interessierte sich für die Entstehung der Olympischen Spiele und in einer letzten Gruppe wurde das gesamte Projekt mit der Videokamera dokumentiert. Unterstützung fanden die Schülerinnen und Schüler dabei vom Medienprojekt "Orange 21" des Jochen-Rausch-Zentrums St. Wendel. Der Film wurde am Ende des Projektabends den Eltern vorgeführt und erhielt, wie alle anderen Darbietungen, stürmischen Applaus. Schon die jüngsten Schülerinnen und Schüler lernen frei und sicher aufzutreten und zu reden. Eltern und Verwandte erfahren, was im Unterricht geleistet wurde. Durch das Interesse werden die Schülerleistungen aufgewertet; das Lernen erscheint den Schülern sinnvoller. red