Wie in einem Flipper-Automaten

Kalte Dusche für den Fußball-Verbandsligisten FC Freisen: Vor etwa 200 Zuschauern kassierte der Aufsteiger im Verfolgerduell gegen den SV Thalexweiler drei Minuten vor Schluss den entscheidenden Treffer zur 0:1 (0:0)-Heimniederlage. In der Tabelle ist Freisen dadurch auf Rang sieben abgerutscht.

Durch die vermeidbare 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen den SV Thalexweiler hat sich der FC Freisen aus der Spitzengruppe der Fußball-Verbandsliga verabschiedet. "Wir erlauben uns zu viele Böcke - die Niederlage ist nur ärgerlich", haderte Trainer Christian Schübelin. Den kapitalen Fehler fabrizierte seine Mannschaft in der Partie am vergangenen Sonntag in der 87. Minute. "Wir müssen nur den Ball klären", monierte Schübelin. Stattdessen durfte Thalexweilers Andreas Finkler am Mittelkreis den Ball annehmen. Mit FC-Geleitschutz lief der Mittelfeldakteur auf das Tor zu, trickste zwei Gegenspieler sowie Torwart Erik Knibbe aus - und schoss zum Siegtreffer für die Gäste ein.

Klos und Bur fehlen

Bis zu dem Treffer hatten beide Mannschaften eine Partie ohne Ideen angeboten. "Wir haben dabei mehr investiert als Thalexweiler", sagte Schübelin. Stimmt. Doch klare Torchancen sprangen für die Gastgeber nicht heraus. SV-Abwehrroutinier Pascal Petry meldete den Freisener Angriffsführer Patrick Clos ab. Im Mittelfeld fehlten Co-Trainer Sebastian Schad seine verletzten Spielpartner Steven Klos (Zehenprellung) und Christian Bur (Nierenprellung). "Taktisch haben wir schon viel richtig gemacht", sagte Schübelin. Nach hinten arbeitete seine Mannschaft ordentlich und ließ nichts zu. Allerdings war das Offensivspiel des SV Thalexweiler aber auch sehr durchsichtig. Außer langen und einfach zu verteidigenden Pässen auf Stürmer Marius Fries kam nichts.

Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Freisen eine gute Chance. Doch SV-Schlussmann Sascha Persico klärte in Manier von Nationaltorwart Manuel Neuer mit dem Kopf vor dem heranstürmenden Schad. In der 57. Minute tauchte der SV Thalexweiler erstmals halbwegs gefährlich im Freisener Strafraum auf, doch Benjamin Bollbach verzog.

Phasenweise flog im Mittelfeld der Ball wie in einem Flipper-Automaten hin und her. "Die vielen Zweikämpfe wurden von beiden Seiten sehr intensiv geführt", erklärte Schübelin. Sein Gegenüber auf der Trainerbank der Gäste, Manuel Schirra, reagierte auf das zerfahrene Gekicke und nahm den unauffälligen Flügelspieler Nils Kuckel vom Spielfeld. Er wechselte dafür mit Jannick Heinrich einen zweiten Stürmer ein. "Aber wir wollten es in der Schlussphase dann erzwingen", sagte Schübelin. Und das hätte auch fast geklappt. Nach einem langen Pass brachte Schad jedoch zu wenig Druck hinter den Ball und Florian Groß holte das rollende Spielgerät vor dem Überqueren der Torlinie noch ein und konnte das 1:0 der Gastgeber verhindern (84. Minute). Zwei Minuten später sprang seinem Bruder Sebastian, unter dem Druck von Torwart Persico, der Ball an der Strafraumgrenze vom Fuß. Persicos anschließender Abschlag erreichte Finkler, der mit seinem Sololauf Freisen eiskalt erwischte und den Siegtreffer für Thalexweiler erzielte.

Seit vier Spielen ohne Sieg

"In den kommenden Spielen müssen wir jetzt richtig beißen", forderte Schübelin. Mit 17 Zählern ist der seit vier Partien sieglose FC Freisen auf Tabellenplatz sieben zurückgefallen. Am kommenden Sonntag geht es zum Mitaufsteiger Palatia Limbach, der seine Partie beim TuS Rentrisch mit 4:0 gewann. Anstoß beim Tabellenelften ist um 15 Uhr.