Markt : Der Nikolaus war der Star des Marktes

Familiär geht es zu auf dem Weihnachtsmarkt im Landwirtschaftsmuseum in Reitscheid. Eine Atmosphäre, die Groß und Klein verzaubert.

Weitab von Advents-
stress und überlaufenen Märkten öffnete am Wochenende ein gemütlicher und besonders familiärer Weihnachtsmarkt seine Türen. Im Landwirtschaftsmuseum in Reitscheid konnten Besucher in den Stuben des alten Bauernhauses die Vorweihnachtszeit genießen. Alle zwei Jahre wird der kleine Markt von den Vereinen Reitscheids und dem Ortsrat organisiert. „Das läuft seit Jahren völlig problemfrei“, erzählt Ortsvorsteher Jörg Janes. „Wir sind ein eingespieltes Team.“ Jeder Verein übernimmt einen Teil des Marktes und organisiert sich dann selbst, um den Besuchern eine schöne Zeit zu bereiten. So gab es Kaffee und Kuchen beim Schützenverein, Tee und Wein bei den Wanderfeunden. Der Sportverein hatte eine Grillstation organisiert und die Feuerwehr bereitete frische Waffeln zu. Mit Getränken wurden die Besucher vom Obst- und Gartenverein versorgt, und beim Ortsrat konnte man sich mit Glühwein aufwärmen.

Auch Verkaufsstände waren in den Stuben des Hauses zu finden. In der gemütlichen kleinen Küche hatte Beate Schadt ihren Stand aufgebaut. Bei ihr gab es Winzerglühwein und Tee, Schokolade, selbst gebackene Stollen und handgefertigte Strümpfe in Regenbogenfarben. Seit Beginn des Weihnachtsmarktes ist die Reitscheiderin als Händlerin mit dabei und freut sich jedes Mal über die gemütliche Atmosphäre. Im Raum nebenan hatten gleich zwei Verkäufer ihre Stände aufgebaut. Bei Rüdiger Jost gab es unterschiedliche Holzarbeiten: von Fußballmaskottchen über Vogelhäuschen bis hin zu witzigen Geschenkideen wie der Schnapsschaukel – auf deren Schaukelbrett es sich eine Flasche Jägermeister bequem gemacht hatte. Nur einen Schritt weiter bot Petra Schaal ihre Waren feil. Bei ihr gab es Gestricktes und Gehäkeltes, aber auch ein paar Bastelarbeiten. Besonders pfiffig waren die im wahrsten Sinne des Wortes zuckersüßen Weihnachtskugeln. „Dafür hab ich Baiser mit Floristennadeln auf eine Styroporkugel gesteckt“, erzählt Schaal. Verzehren sollte man die Kugeln nicht mehr, aber als Dekoration machten sie sich gut. Neben den alten Hasen des Weihnachstmarktes gab es auch vier Neulinge, die zum ersten Mal in Reitscheid dabei waren.

Am Stand von Laura Willem und Christina Brosius gab es allerhand selbst genähte Waren – von Babyartikeln bis hin zu Hundekissen. Alles in farbenfrohen Stoffen mit unterschiedlichen Mustern und alles liebevoll gefertigt. Die beiden Freundinnen nähen erst seit Kurzem und haben sich alles selbst beigebracht. An ihrem Stand ebenfalls erhältlich waren sogenannte Paracord-
armbänder. „Die werden aus Fallschirmschnur gemacht“, erklärte ihr Hersteller David Alles. „Und wenn man sie nicht gerade am Handgelenk trägt, könnte man damit auch einen Lkw abschleppen“, scherzte Stefan Willem, der seine Frau und ihre Freunde beim Verkauf unterstützte. Vom Weihnachtsmarkt waren die vier begeistert. „Er ist schön gemütlich und richtig familiär“, fand Stefan Willem. „Und mit dem Verkauf sind wir auch sehr zufrieden“, ergänzte seine Frau Laura.

Bei so viel guter Laune in den einzelnen Stuben des Bauernhauses ließ es sich auch der Nikolaus nicht nehmen, dem Markt einen Besuch abzustatten. Am späten Sonntagnachmittag kam er zu den Kindern ins Landwirtschaftsmuseum, ließ sich Lieder vorsingen, hörte sich die Weihnachtswünsche der Kleinen an und verteilte Weckmänner. „Der Besuch des Nikolauses ist Teil unseres lebenden Adventskalenders“, verriet die Organisatorin des Kalenders, Christiane Alles. Alle zwei Jahre kombiniere man die Aktion, bei der die Häuser der Einwohner zu überdimensionalen Adventstürchen werden, mit dem Weihnachtsmarkt. Die zahlreichen kleinen Besucher freute es und mit strahlenden Augen sangen sie für den Nikolaus das Lied „24 Türen“.

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