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Was wir voneinander lernen können

Was wir voneinander lernen können

Arie Rosen, ein nach Israel ausgewanderter Deutscher, bereist derzeit Schulen im Landkreis St Wendel, um das Projekt „Schabbat-Sonntag-Ruhetag“ vorzustellen. Nachdem er bereits am Cusanus-Gymnasium einen Vortrag gehalten hatte (wir berichteten), war er nun in der Gemeinschaftsschule Freisen zu Gast und berichtete über das Judentum.

Was sind Tora und Talmud? Wie lautet das Schabbatgebot? Wie wird Schabbat gefeiert? Was sind die Gemeinsamkeiten von Schabbat und Sonntag? Was können wir vom Schabbat für die Gestaltung des Sonntags lernen? Informationen aus erster Hand zu diesem Themenkreis und damit zum besseren gegenseitigen christlich-jüdischen Verstehen bekamen die Schüler der . neunten und zehnten Klassen der Gemeinschaftsschule Freisen von dem jüdischen Dozenten Arie Rosen aus Jerusalem. Er vermittelte den Schülern Grundkenntnisse über das Judentum mit dem Schwerpunkt Schabbat und regte zum Nachdenken über den eigenen wöchentlichen Feiertag, den Sonntag, an. Gleichzeitig diente sein Vortrag in der Aula der Schule dem Gedenken an die Reichspogromnacht, die sich dieser Tage zum 77. Mal jährte.

Arie Rosen hielt den Vortrag für die Schüler einiger Schulen im Landkreis im Rahmen des Projekts "Schabbat-Sonntag-Ruhetag", ermöglich und geplant von der Organisation "Kulturelle Begegnungen". Die Initiative zu diesem Projekt kam vor einigen Jahren von der israelischen Autorin Lea Fleischmann, der Mutter von Arie Rosen , die als Studienrätin im hessischen Schuldienst tätig war und Kontakt zu den Schulen aufnahm und die Vorbereitungen und den Ablauf des Projektes besprach. Die Schule erhielt als Unterrichtsmaterial von der Autorin sowohl ihr Buch "Schabbat - Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht" als auch verschiedene Aufgabenstellungen.

Begreifen des Anderen

Der Höhepunkt des Projektes war nun der Besuch des Referenten aus Jerusalem. Er hielt zum Thema einen Vortrag, den er durch eine Ausstellung jüdischer Kultgegenstände veranschaulichte. Einige der Gegenstände durften auch die Runde machen und wurden unter den Schülern weitergereicht - zum "Begreifen".

Der Referent führte auch vor, wie die Gebetskapseln und der Gebetsmantel angelegt werden. Es wurden am Ende auch munter Fragen gestellt zu Judentum und Schabbat. Zum Abschluss des Vortrags lernten die Schüler ein Schabbatlied, das sie begeistert mitgesungen haben. Schließlich konnten alle noch an den Ausstellungstisch kommen, um die Kultgegenstände genau zu betrachten und in die Hand zu nehmen.