Wanderweg in die Römerzeit

Die Besiedlung durch die Römer hat für die Historie von Freisen eine große Bedeutung. Diese Epoche wird nun wieder erlebbar, die Planungen dazu sind angelaufen. Die Netzwerkgruppe der Gemeinde hat den „Weg der Römer“ konzipiert. Der über zehn Kilometer lange Themenwanderweg führt an fünf Denkmälern der Römerzeit vorbei.

Als Gallischer Krieg wird in der althistorischen Forschung die Eroberung Galliens durch den römischen Feldherrn Gaius Julius Cäsar in den Jahren 58 bis 51/50 vor Christus bezeichnet. Sein Ziel war, das gesamte Gallien bis zum Rhein zu unterwerfen. Römische Soldaten und Kaufleute kamen seinerzeit in die Region des heutigen Freisen , die damals zur Provinz Gallia Belgica gehört. "Die Römerzeit hat eine riesige Bedeutung für Freisen ", sagt Peter Klüss, Mitglied in der Netzwerkgruppe. Deren Idee, einen thematisierten Weg der Römer zu konzipieren, hat konkrete Formen angenommen. "Wir haben einen Wanderweg mit fünf Stationen ausgearbeitet, der die Geschichte der Römer rund um Freisen erzählt", ergänzt Hans-Josef Keller. Ausgangspunkt des Wanderweges ist am Freisener Rathaus. Erste Station führt zur römischen Villa im Heidenloch. Dort entdeckte Bauer Michel Alles 1938 beim Pflügen eine Säule, römische Ziegel und Teile eines Mosaiks. 1971 wurde eine Notgrabung durchgeführt, es stellte sich heraus, dass der Bau aus dem 1. Jahr auf dem Schutt eines Vorgängerbaus errichtet wurde. Allerdings lag der ehemalige Standort der Villa genau im Bereich der geplanten Autobahnausfahrt. "Wir wollen dort eine hölzerne Sitzgarnitur aufstellen", so Keller. Zweite Station auf der Tour ist der Mithrastempel in Schwarzerden. Das Mithräum wurde im 3. Jahrhundert nach Christus errichtet, ein dem Sonnen- und Lichtgott Mithras geweihtes Heiligtum. Von dort geht's zum gallo-römischen Gräberfeld in Schwarzerden und zum Brennofen nach Oberkirchen. "Das Dorf war einmal eine größere Siedlung mit Töpferei", berichtet der ehemalige Geschichtslehrer Klüss. Station fünf ist die römische Warte im Warther Wald auf dem Steinernen Mann am Füsselberg. "Von dem Wachturm konnte man die Römerstraße nach Mainz und die umliegenden keltischen Siedlungen der Umgebung beobachten", erzählt Klüss. Zurück geht es über die ehemalige Eisenbahnbrücke ans Rathaus nach Freisen . "Eine Variante des Weges ist zehn Kilometer lang, die zweite Strecke geht über zwölf Kilometer", sagt Keller. An allen Stationen sollen Informationstafeln aufgestellt werden. "Wir sind derzeit in der Projektierung und dabei ein Konzept zu erstellen", teilt Freisens Bürgermeister Scheer mit. Anschließend wird die Aufnahme ins Leader-Programm gestellt.

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Auf einen Blick Startpunkt des "Weges der Römer" ist am Rathaus in Freisen . Die Strecke führt weiter in Richtung der Kompostieranlage bis zum Aussichtspunkt und zur Schutzhütte. Die längere Route führt über den Hellerberg bis zur Abzweigung Achatweg, vorbei am Steinbruch bis an die Abzweigung der ehemaligen Straße nach Reichweiler, entlang der alten Zollstation zum Mithrastempel nach Schwarzerden. Durch den Ort geht es zum Gräberfeld Im Römertal und auf dem Fritz-Wunderlich-Wanderweg weiter nach Oberkirchen. Entlang am Schwimmbad über die alte Eisenbahnbrücke führt der Themenweg zurück zum Ausgangspunkt, dem Rathaus in Freisen . frf