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Volleyballerinnen des SSC Freisen sind in heißer Phase der Vorbereitung

Volleyball : Bessere Strukturen und ein „Königstransfer“

Die Volleyballerinnen des SSC Freisen sind in die heiße Phase der Vorbereitung auf ihre dritte Saison in der 3. Liga gestartet. Der Club hat sich professioneller aufgestellt und mit Alica Zimmer eine Top-Spielerin verpflichtet.

Das ist ein echter Kracher. Mit Alica Zimmer hat Volleyball-Drittligist SSC Freisen für die kommende Saison eine ganz starke Spielerin an Land gezogen. „Das kann man schon als Königstransfer bezeichnen“, freut sich Brigitte Schumacher, Trainerin und Vorsitzende des SSC in Personalunion. „Alica ist eine gute Außenangreiferin mit viel Erfahrung. Spielerinnen von ihrer Qualität haben wir im Saarland ja nicht allzu viele“, weiß die Übungsleiterin.

Außenangreiferin Zimmer ging in den vergangenen Jahren für Zweitligist TV Holz ans Netz. Da die 25-Jährige in naher Zukunft ein Referendariat beginnen wird, wollte sie sportlich ein wenig kürzer treten. Dies bekam auch Freisens Leistungsträgerin Doreen Werth mit – schließlich spielt sie seit vielen Jahren gemeinsam mit Zimmer Beachvolleyball und ist seitdem mit ihrer künftigen Teamkollegin befreundet. Werth stellte den Kontakt zwischen Zimmer und dem Club her – und am Ende stand die Verpflichtung der 25-Jährigen.

Zimmer war nicht das einzige neue Gesicht, das Trainerin Schumacher beim Start in die heiße Phase der Vorbereitung am Montag in der Freisener Bruchwaldhalle begrüßen konnte. Mit dabei waren auch drei weitere Spielerinnen, die Freisen in der Sommerpause verpflichtete. Alle drei kommen vom SV Steinwenden. Vom Club aus der Nähe von Kaiserslautern haben sich Mittelblockerin Tanja Palamarenko, Libera Sara Biegel und die universell einsetzbare Marie Uhrig dem SSC angeschlossen. Nicht mehr mit an Bord sind Libera Chantal Gelzleichter, die aus beruflichen Gründen kürzer tritt und Mittelblockerin Mira Weber, die erst im Laufe der zurückliegenden Runde vom TV Lebach kam. Sie hat sich nun dem TV Holz angeschlossen. „Ansonsten sind aber alle etablierten Spielerinnen bei uns geblieben, worüber wir sehr froh sind“, sagt Schumacher.

Neben dem Spielerinnen-Trio Palamarenko, Biegel und Uhrig gab es noch zwei weitere Neuzugänge aus Steinwenden – allerdings nicht für den Kader des Drittligisten, sondern für das Trainer- und Betreuerteam. Tobias Ohliger ist als Physio-Therapeut neu zum Drittligisten hinzugestoßen, und soll sich um die im Saisonverlauf auftretenden kleineren Blessuren der Spielerinnen kümmern. Der bisherige Coach von Steinwenden, Hans-Jörg Kersten, wird Schumacher künftig als Co-Trainer an der Seitenlinie unterstützen.

„Hans-Jörg ist B-Lizenz-Inhaber und wir haben bei einer Probezeit festgestellt, dass es menschlich zwischen ihm und mir passt und wir dieselben Ideen vom Volleyball haben“, verrät Schumacher. Diese Probezeit des künftigen Co-Trainers fand in den vergangenen Wochen statt. Die SSC-Akteurinnen legten in den zurückliegenden zwei Monaten trotz des Abbruchs der Saison 2019/20 wegen der Corona-Pandemie nämlich keineswegs die Füße hoch. „Wir haben seit 18. Mai wieder trainiert, weil wir zuvor lange genug Pause hatten“, erzählt Schumacher. Diese erste Vorbereitungsphase auf die neue Spielzeit ging bis zum Beginn der Sommerferien. Dann folgte eine kleine Pause, in der viele Spielerinnen aber auch auf freiwilliger Basis Individualtraining absolvierten, ehe jetzt die zweite Vorbereitungsphase gestartet wurde.

Ebenfalls neu im Team des SSC ist übrigens Physio-Therapeut Reiner Volk, der sich um das Athletik-Training mit den Spielerinnen kümmert. „Auch wenn unsere Spielerinnen nach wie vor arbeiten oder studieren, haben wir uns damit in vielen Bereichen professionalisiert“, freut sich Schumacher. „Ziel dieser Maßnahmen ist es, dass sich die Akteurinnen bei uns wohlfühlen und sie zudem bei kleineren Verletzungen optimal betreut werden.“ Letzteres ist auch eine Lehre aus der vergangenen Saison. „Wenn man drei Mal die Woche trainiert und zudem noch am Wochenende bei den Spielen in die Vollen geht, dann ist diese Betreuung notwendig, weil sich dann einfach kleinere Blessuren einstellen“, hat Schumacher erkannt. „Für uns kam die Corona-Pause dieses Jahr eigentlich zum richtigen Zeitpunkt, um uns körperlich erholen zu können.“ Viele Spielerinnen schleppten sich kurz vor dem Zwangsende der vergangenen Spielzeit angeschlagen über das Feld.

Trotzdem war der SSC zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem besten Weg, sein angestrebtes Saisonziel Klassenverbleib zu erreichen. Als die Bälle wegen der Pandemie ruhen mussten, betrug der Vorsprung der Nordsaarländerinnen auf einen Abstiegsplatz als Tabellensiebter sieben Zähler – und das bei nur noch drei zu absolvierenden Begegnungen. Nach dem Abbruch der Saison entschied der Deutsche Volleyball-Verband (DVV), dass aus der 3. Liga nur die Teams absteigen, die sportlich keine Chance mehr auf den Ligaverbleib gehabt hätten. In der 3. Liga Süd war dies nur Schlusslicht TG Mainz-Gonsenheim. Nach diesem Beschluss konnten der VfB Ulm und der SSC Bad Vilbel aufatmen. Obwohl sie zum Zeitpunkt des Abbruchs auf einem Abstiegsplatz standen, dürfen sie in der 3. Liga bleiben – ebenso wie der auf einem Nichtabstiegsplatz stehende SSC Freisen.

Auch für die kommende Saison, die für Freisen am 12. September (18.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Ulm beginnt, gibt SSC-Trainerin Schumacher den Ligaverbleib als Ziel aus – und das trotz der Verstärkungen und der Professionalisierung. „Ich bleibe beim Ziel Klassenverbleib. Denn kommende Saison wird es wohl drei Absteiger geben. Dazu kommt, dass ich die Spielstärke, insbesondere der Teams aus Baden-Württemberg nicht einschätzen kann und wir mit einer Durchschnittsgröße von zirka 1,75 Metern für die 3. Liga immer noch eine recht kleine Mannschaft haben.“ Diesen Größennachteil gegenüber der Konkurrenz muss Freisen immer wieder durch eine geschickte Spielweise ausgleichen – was dem Club in den beiden vergangenen Spielzeiten zumeist gut gelang.