Uralte Steine zieren neuen Brunnen

Uralte Steine zieren neuen Brunnen

Vor knapp einem Jahr wurde der Brunnen in Haupersweiler durch ein Auto schwer beschädigt. Da ein Wiederaufbau nicht möglich war, musste ein neuer her. Der neue Dorfbrunnen mit fünf großen Steinen entstand mit Unterstützung freiwilliger Helfer.

Fünf große Steine thronen stolz in der Dorfmitte Haupersweilers. Wassergeplätscher, Einmeißelungen zum Ertasten und sogar ein Sitzstein: "Hier gibt es einiges zu erleben", lobte der Haupersweiler Ortsvorsteher Franz-Josef Danneck bei der Einweihungsfeier des neuen Brunnens am Dorfplatz.

Rund 50 Besucher kamen, um sich über das Konzept des neuen Ensembles zu informieren. "Vor knapp einem Jahr wurde unser Brunnen durch ein Auto so zerstört, dass dieser nicht mehr herzurichten war. Zunächst war ich sehr geschockt, aber später konnte ich mir bereits vorstellen, wie ein neuer Brunnen aussehen könnte und so begann dann ein langer Weg", berichtete Danneck.

Da der alte Brunnenerbauer nicht mehr lebte, habe man sich für eine neue Zusammenarbeit entschieden. "Wir wurden durch Empfehlungen auf den Steinbildhauer Timothy Vincent aus Wetter aufmerksam, mit dem wir ein gemeinsames Konzept ausgearbeitet haben", so der Ortsvorsteher. Der neue Dorfbrunnen solle aus einem Ensemble aus fünf rund 275 Millionen Jahre alten Findlingen bestehen.

Das schien jedoch den Finanzierungsrahmen zu sprengen. "Der eingereichte Kostenvoranschlag wurde von der Versicherung nicht direkt anerkannt. Da der alte Brunnen bereits 15 Jahre alt war, wurde eine Wertminderung ermittelt und so mussten wir uns um die Finanzierung Gedanken machen", klagte Danneck. Denn für den Bau des neuen Brunnens galt es, einiges zu beachten. Eine neue Zisterne und viele Fundamente mussten her, damit die fast zwei Tonnen schweren Steine auch sicher stehen konnten.

"Doch freiwillige Helfer fanden sich im Dorf schnell und so entstand das neue Werk mit fast 500 Stunden Eigenleistung. Das ist toll", schwärmte der Ortsvorsteher dankbar. Die Besucher der Einweihungsfeier applaudierten begeistert. Auch Timothy Vincent habe man sehr viel zu verdanken, beschrieb Danneck weiter. Er habe unter anderem den zwei Meter hohen großen Hauptstein für die Wasserzuleitung durchbohrt und dort auch das Wappen von Haupersweiler eingemeißelt. Auf einem weiteren Stein habe er eine Fläche hergerichtet, auf der der Besucher sehen und ertasten kann, wie das Vulkangestein im Inneren aussieht. Es gebe auch einen Stein, auf dem der Namenspatron von Haupersweiler , der Heilige Hubertus, gewürdigt werde und der letzte Findling sei mit einer polierten Sitzfläche ausgestattet. "Die komplette Anordnung der fünf Findlinge und die im Brunnen liegenden Steine sollen an den Weiselberg und das Steinerne Meer erinnern", erklärte der Ortsvorsteher den Dorfbewohnern abschließend. Danach segnete Pastor Dr. Hanno Schmitt das Steinensemble, während der Dorfchor und der Musikverein Haupersweiler die Einweihungsfeier musikalisch untermalten.

"Der neue Dorfbrunnen ist ein spielerisches Element, das die Dorfmitte unheimlich wertvoll macht. Zudem ist es der beste Beweis für eine tolle Gemeinschaftsleistung", fasste der Freisener Bürgermeister die Veranstaltung zusammen.

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